Notice: Undefined index: HTTP_ACCEPT_LANGUAGE in /kunden/224833_56332/de.reiselexikon.2012/redaxo/include/classes/class.rex_article_base.inc.php(388) : eval()'d code on line 7
Hassan-II.-Moschee - eine unserer Top 10 Sehenswürdigkeiten in Marokko

Hassan-II.-Moschee - höchstes religiöses Gebäude

Die Hassan-II.-Moschee ist ein islamistisches Gotteshaus in der Hafenstadt Casablanca, das anlässlich des 60. Geburtstages des gleichnamigen marokkanischen Königs erbaut wurde.

Hasan II Moschee
Hasan II Moschee

Die Hassan-II.-Moschee gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der marokkanischen Hafenstadt Casablanca. Das Gotteshaus ist mit seinem 210 Meter hohen Minarett das höchste religiöse Gebäude der Welt. Baubeginn für die riesige Moschee an der Atlantikküste war im Jahr 1987. Mehr als 12.000 Handwerker und Arbeiter wurden für die Errichtung benötigt. Am 30. August 1993 wurde die Hassan-II.-Moschee eingeweiht. In der gewaltigen, 20.000 Quadratmeter großen, Gebetshalle finden bis zu 25.000 Gläubige gleichzeitig Platz. Der Vorplatz besitzt ein Fassungsvermögen von rund 80.000 Menschen. Das Gebäude wird von drei goldenen Kugeln gekrönt und besitzt ein Dach, das sich automatisch öffnen lässt. Innerhalb von fünf Minuten kann die 1.100 Tonnen schwere Dachkonstruktion vollständig zurückgefahren werden. Auf der Kuppel des 210 Meter hohen Minaretts ist ein Laserprojektor installiert, dessen Strahl exakt in Richtung Mekka weist. Er besitzt eine Reichweite von etwa 30 Kilometern.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gotteshäusern in Marokko kann die Hassan-II.-Moschee auch von Nichtmuslimen besichtigt werden. An jedem Tag außer freitags ist das Gotteshaus gegen eine Gebühr für die Öffentlichkeit zugänglich. Außerhalb der Gebetszeiten finden Führungen statt. Beim Betreten der Moschee sind allerdings einige Grundregeln zu beachten. Die Schuhe müssen vor dem Eingang zurückbleiben und sichtbare Hautpartien müssen mit Kleidungsstücken bedeckt werden. Aus diesem Grund sollten Sie auf das Tragen von kurzen Hosen und kurzärmeligen Hemden, Blusen oder T-Shirts verzichten, wenn Sie einen Besuch der Moschee planen. Der Gebetssaal wird von 78 Säulen getragen und ist ein architektonisches Meisterwerk. Den Innenraum zieren Mosaike mit geometrischen Mustern, kunstvoll bemalte Decken und aufwendige Stuckarbeiten.

Der Monumentalbau wurde von offizieller Seite als ein Geschenk des marokkanischen Volkes an seinen König deklariert. Allerdings verschlang die Errichtung des Gebäudes gewaltige Summen an Steuergeldern, was von einigen Seiten scharf kritisiert wurde. Dazu kamen zahlreiche Arbeitsunfälle während der Bauphase bei denen viele Arbeiter ihr Leben verloren. Oppositionelle ersetzten aus diesem Grund in der ersten Zeit nach der Eröffnung den Schriftzug "Hassan-II.-Moschee" durch die Bezeichnung "Moschee des Volkes".

Hassan II. war von 1961 bis zu seinem Tod im Jahr 1999 marokkanischer König. Im Jahr 1975 ließ er von 350.000 unbewaffneten Zivilisten die spanische Kolonie Westsahara besetzen, was von großen Teilen der Bevölkerung unterstützt wurde. Bekannt wurde der marokkanische König vor allem durch zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als er mit staatlichen Repressionen gegen Oppositionelle im Land vorging. Menschen verschwanden über Nacht in den Gefängnissen und Folter war an der Tagesordnung. Erst zur Mitte der 90er Jahre wandte sich Hassan II. wegen des zunehmenden innen- und außenpolitischen Drucks von dieser Politik ab. Sein Sohn und Nachfolger Mohammed VI. rief im Jahr 2004 eine Wahrheitskommission ins Leben, die sich mit der Untersuchung und Wiedergutmachung der Vorgänge beschäftigte. Dieser Vorgang gilt als einmalig in der arabischen Welt.

Neben der Hassan-II.-Moschee befinden sich zahlreiche weitere Gebäude und Einrichtungen auf dem Areal. Es gibt eine islamistische Schule, mehrere als Hammam bezeichnete Bäder, ein Museum für marokkanische Geschichte, einige Konferenzräume und ein Schwimmbad. Der Vorplatz gilt als Stätte der Begegnung und bildet für die Bevölkerung Casablancas einen wichtigen Treffpunkt. Zahlreiche Menschen halten sich tagsüber auf den Treppen, Absätzen und an den Brunnen auf. Touristen mischen sich unter die Einheimischen und Kinder spielen auf den Plätzen. Auf dem Vorplatz können Sie die kunstvollen Verzierungen an der Außenfassade bewundern. Hassan II. äußerte zu Lebzeiten den Wunsch, dass die riesige Moschee als Symbol für Offenheit und Wissenschaft stehen soll. Zumindest in Bezug auf die Öffnung des Gotteshauses für Nichtmuslime wurde seinem Wunsch entsprochen.

TOP