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Saadier-Gräber - eine unserer Top 10 Sehenswürdigkeiten in Marokko

Saadier-Gräber - populäre Attraktionen

Die maurischen Saadier-Gräber liegen unmittelbar neben der Kasbah-Moschee in der marokkanischen Großstadt Marrakesch und gehören wie die gesamte Altstadt der Metropole zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Saadier Gräber
Saadier Gräber - populäre Attraktion

Bei den Saadier-Gräbern in Marrakesch handelt es sich um eine Grabanlage aus dem 16. Jahrhundert, in der mehrere Herrscher der Saadier-Dynastie die letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Nekropole wurde erst im Jahr 1917 wiederentdeckt, nachdem Sie unter dem Alewiden-Herrscher Mulay Ismail hinter hohen Mauern verborgen wurden, um die Erinnerung an die alte Herrscherdynastie aus dem kollektiven Gedächtnis zu tilgen. Angehörige der Saadier-Dynastie herrschten zwischen 1549 und 1664 über das Gebiet des heutigen Marokkos. Unter ihnen wurde Marrakesch im Jahr 1554 zum Regierungssitz, nachdem die Stadt im Landesinneren Marokkos jahrhundertelang keine zentrale Rolle spielte. Nach der Machtübernahme der Meriniden im 13. Jahrhundert wurde die alte Königsstadt Fès zum Machtzentrum ausgebaut und Marrakesch verlor an Bedeutung. Die Saadier-Gräber ließ Sultan Ahmed El-Mansour anlegen, der der zweite Herrscher aus dieser alten Dynastie war. Unter ihm erlebte Marokko eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit und durch verschiedene Abkommen kam es zu einem regen Handel mit England und anderen europäischen Staaten.

Heute gehören die Saadier-Gräber zu den populärsten Attraktionen in Marrakesch und zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Marokkos. Die prachtvollen Grabanlagen befinden sich in zwei Mausoleen, die mit wertvollen Mosaiken, Intarsien aus Carrara-Marmor und kunstvollen Stuckverzierungen ausgestattet sind. Insgesamt wurden sieben Saadier-Herrscher und 62 Familienangehörige der Sultane in der Grabanlage bestattet. Die Mausoleen wurden in maurischen Stil gestaltet und erinnern mit ihrer prunkvollen Ausstattung an die Geschichten und Märchen aus "1000 und einer Nacht". Zu den Grabanlagen führt ein schmaler Gang, der an den beiden Mausoleen endet. Im größeren der Mausoleen liegen drei Räume gleich hinter dem Eingang nebeneinander. Im ersten Raum befindet sich das Grabmal des Alewiden-Herrschers Moulay el-Yazid, der am Ende des 18. Jahrhunderts hier beigesetzt wurde. Der Raum ist mit einer reicht verzierten Gebetsnische ausgestattet, die als Mihrab bezeichnet wird und in Richtung Mekka ausgerichtet ist.

An diesen Raum schließt sich der sogenannte "Saal der zwölf Säulen" an, in dem Sultan Ahmed el-Mansour ed-Dehbi seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Der Saadier-Herrscher eroberte im 16. Jahrhundert die Stadt Timbuktu, wobei die Truppen des Sultans die Sahara durchqueren mussten. Er verstarb im Jahr 1603 und wurde anschließend im Saal der zwölf Säulen beigesetzt. Sein Sarg wird von den Grabstätten seiner Söhne flankiert. Der Saal wird von einer Kuppel überspannt, die aus Zedernholz besteht und mit kunstvollen Schnitzereien verziert ist. Zwölf Steinsäulen tragen das Gewölbe. Nahezu verschwenderisch präsentiert sich die Innenausstattung des Saales mit geschwungenen Stalaktitbögen und Zellij-Kacheln. Diese Wandfliesen bestehen aus Terrakotta und sind mit einer dünnen Emailleschicht überzogen. Sie gelten als typisches Merkmal des maurischen Baustils und der marokkanischen Architektur. In vielen Moscheen, Palästen und Verteidigungsanlagen wurden Wände, Fußböden, Bäder und Tische mit diesen Kacheln ausgestattet. Sie zeichnen sich durch die kunstvolle Bemalung mit floristischen Motiven aus.

Im dritten Raum des großen Mausoleums befinden sich einige Kindgräber. Auffällig ist in sämtlichen Räumlichkeiten das diffuse Licht, das eine geheimnisvolle Atmosphäre erzeugt. Die Sonnenstrahlen dringen nur gedämpft von oben in die Grabanlage und das Licht wird dabei gestreut. Deutlich schlichter als die prunkvollen Innenräume des großen Mausoleums sind die Räumlichkeiten des zweiten Grabmals gestaltet. In diesem Mausoleum befinden sich die Gräber einiger Familienangehöriger und enger Vertrauter der Saadier-Herrscher. Die Gebäude sind von einer n Gartenanlage umgeben, in der sich weitere Gräber von Familienangehörigen und Mitarbeitern der Sultane befinden. Der Garten wurde in orientalischem Stil angelegt und strahlt eine besinnliche Ruhe aus. Ein orientalischer Garten ist immer untrennbar mit den zugehörigen Gebäuden verbunden und den Architekten der Saadier-Gräber gelang es perfekt, diese Verbindung zwischen den Mausoleen und der Außenanlage herzustellen.

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