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Kinderdijk - eine der Top 10 Sehenswürdigkeiten der Niederlande

Kinderdijk - historische Windmühlen

Die Ortschaft Kinderdijk liegt rund 15 Kilometer südlich von Rotterdam und hat mit einer Gruppe von 19 historischen Windmühlen eine Attraktion zu bieten, die von der UNESCO im Jahr 1997 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Kinderdijk
Kinderdijk - historische Windmühlen

Kinderdijk liegt in der niederländischen Niederung Alblasserwaard am Zusammenfluss der Flüsse Noord und Lek. Die Flüsse umschließen die Ortschaft nahezu vollständig und vereinigen sich außerhalb von Kinderdijk zur Nieuwen Maas. An den Flussufern befinden sich zahlreiche Werften und die östlich gelegenen Polder Overwaard und Blokweer werden vornehmlich landwirtschaftlich genutzt. Die Region Alblasserwaard liegt wie viele Landgebiete der Niederlande unterhalb des Meeresspiegels. Um die Flächen landwirtschaftlich nutzbar zu machen, wurden durch den holländischen Grafen Floris V. im 14. Jahrhundert Deichverbände ins Leben gerufen, die für die Errichtung eines Ringes aus Deichen um die Region Alblasserwaard zuständig waren. Im 18. Jahrhundert wurde damit begonnen, mithilfe von Mühlen den Boden zu entwässern. Die Deiche übernahmen für die Anwohner gleichzeitig eine Schutzfunktion bei Überschwemmungen. Die 19 Mühlen pumpten das Wasser aus den Poldern in den höher gelegenen Fluss Lek.

Die Windmühlen gehören heute zu den bedeutendsten touristischen Attraktionen der Niederlande. Sie wurden im 18. Jahrhundert erbaut, nachdem die älteren Kanalsysteme bei der Entwässerung der Polder nicht die gewünschten Resultate erzielten. Heute werden die Pumpen innerhalb der Mühlen nicht mehr über Windkraft, sondern über vollautomatische Pumpsysteme betrieben. Dessen ungeachtet sind die Windmühlen voll funktionsfähig und ihre Flügel drehen sich ab einer bestimmten Windstärke. Einen besonders reizvollen Anblick bietet das Mühlen-Ensemble in den Wintermonaten, wenn die Kanäle zugefroren sind und die Dorfbewohner vor der historischen Kulisse Schlittschuhe laufen. Die Kanäle, die die einzelnen Polder voneinander trennen, teilen auch die Windmühlen in drei Gruppen auf. Die Gruppen sind nach den jeweiligen Poldern Nederwaard, Overwaard und De Blokker benannt. Die Mühlen jeder Gruppe unterscheiden sich hinsichtlich ihrer äußeren Form.

Insgesamt acht Windmühlen mit einer runden Form sorgten früher für die Entwässerung des Nederwaard-Polders. Die Mühlen wurden aus Backstein im Jahr 1738 erbaut und der Innenraum einer Mühle ist für Besucher zugänglich. Die Windmühlen werden als sogenannte Grundsegler bezeichnet. Dieser Name leitet sich von den charakteristischen Flügeln ab, die bei diesen Mühlen fast den Erdboden erreichen. Bis auf die Museumsmühle sind alle anderen dieser Gruppe bewohnt. Nach dem Betreten der Museumsmühle gelangen die Besucher in einen Wohnraum, dessen Einrichtung lediglich aus einigen Stühlen mit Tisch und einem Herd besteht. Über steile Holztreppen gelangt man in die darüberliegenden Stockwerke und auf den Dachboden. Die Räume vermitteln einen plastischen Eindruck von den Lebensumständen der damaligen Zeit. Einzig für den Besuch der Museumsmühle ist ein Eintritt zu entrichten. Die Besichtigung der Außenanlagen ist für die Besucher kostenlos. Besonders stimmungsvoll präsentieren sich die historischen Bauwerke im September, wenn die Mühlen eine Woche lang beleuchtet werden.

Anders als die Windmühlen des Nederwaard-Polders wurden die zehn Mühlen des Overwaard-Polders in achteckiger Bauweise erbaut. Der obere Bereich ist mit Riet gedeckt. Acht Mühlen wurden im Jahr 1740 unmittelbar am Deich errichtet. Die Restlichen erheben sich weiter im Landesinneren. Die Mühlen bestehen komplett aus Holz, was eine deutlich höhere Brandgefahr mit sich bringt. Eine Windmühle aus dieser Gruppe brannte im Jahr 1982 ab und wurde anschließend im Originalzustand wieder aufgebaut. Am Blokweer-Polder steht die letzte der 19 Kinderdijk-Windmühlen. Sie wird als Kokerwindmühle bezeichnet und das Datum ihrer Erbauung ist nicht bekannt. Überlieferungen zufolge soll sich bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Mühle an dieser Stelle befunden haben. Nach mehreren Bränden im Verlauf der Jahrhunderte stammt die heute sichtbare Mühle aus dem Jahr 2001. Der Windmühlenpark in Kinderdijk kann auf der Landseite zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Im Sommer ist es darüber hinaus möglich, mit dem Boot von der Wasserseite aus die historischen Mühlen zu bestaunen.

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