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Sardinien Geschichte - interessanter Überblick

Sardinien und seine Geschichte – ein kurzer Überblick

Wenn Sie einen Urlaub planen, der sowohl der Erholung als auch der Bildung dienen soll, dann eignet sich Sardinien ideal als Urlaubsziel für Sie. Aufgrund des Spektrums verschiedener Völker, die hier ihre Spuren hinterließen, finden sich auf der Insel Kultur und Kunst unterschiedlichster Epochen. Die Architektur reicht von katalanisch über byzantinisch bis zu Bauten im Rokoko- und im Barockstil.

Sardinien Geschichte
Sardinien Geschichte - Basilika Santissima Trinita di Saccargia Ardara

Erste nachweisliche Funde menschlicher Anwesenheit auf Sardinien werden auf circa 100.000 Jahre v. Chr. datiert. Die erste Besiedelung geht etwa auf das Jahr 6000 v. Chr. zurück. Ab dem Jahr 1600 v. Chr. besiedelten die Nuragher die Insel. Sie errichteten zahlreiche Bauten, die noch heute das Bild der Insel prägen. Es ist noch immer unklar, ob diese Bauten als Burgen, als Grabstätten oder als Kultstätten dienten. Auf der gesamten Insel können Sie etwa 7.000 dieser Gebäude oder deren Überreste bestaunen.

Im Jahr 238 v. Chr. erlangten die Römer die Herrschaft über die Sarden. Sie prägten das Erscheinungsbild und die Kultur der Insel in besonderem Maße, was auch heute noch nachvollziehbar ist. Ab dem Jahr 227 v. Chr. wurden überall auf Sardinien mehr und mehr Bauwerke römischen Charakters errichtet. Tempel, Theater und Amphitheater lassen sich auch heute noch sowohl in Nora als auch in Carales oder Antas bestaunen.

Auch andere Völker und Volksstämme besiedelten die Insel und die unterschiedlichen Herrscher haben der Insel alle ihren Stempel aufgedrückt und eine außergewöhnliche architektonische wie kulturelle Vielfalt hinterlassen. So lassen sich neben ägyptischen auch phönizisch-punische Einschläge finden. Alles in allem erlebte die Bevölkerung immer wieder neue Herrscher und Kämpfe, wohl auch bedingt durch die relative Nähe zu Afrika im Süden, zu Griechenland im Osten und zu Frankreich und Spanien im Westen. Ein wenig Ruhe und Bestand kehrte erst ein, als etwa ab dem Jahr 1065 der Heilige Stuhl sich schützend über die Insel stellte.

1239 stieg Sardinien sogar zum Königreich auf: Der illegitime Sohn Friedrichs II wurde zum königlichen Oberhaupt des Inselreichs gemacht. Die über die Mittelmeerinsel herrschenden Königshäuser lösten einander im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ab und so gehörte Sardinien mal zu Österreich, mal zum Piemont und auch mal zum Haus von Aragon, immer jedoch als Monarchie, bis es 1861 dem italienischen Königreich einverleibt wurde.

In der Zeit von 1326 bis 1718 hatten die argonesische sowie die spanische Herrschaft einen prägenden Einfluss auf Kultur, Kunst und das politische System auf der Insel. Diese Periode war auch die Hochzeit des Katholizismus und so sind die Kirchen auf Sardinien mehrheitlich von spätgotischer Prägung. In Anlehnung an die katalanische Architektur haben diese Kirchen auch Zinnen mit Strebepfeilern.

Wie bereits erwähnt, gehört Sardinien seit 1861 zum Königreich Italien. Im Zuge der italienischen Einigung wurde damals der sardische König zum König von Italien. Seither zählt die Mittelmeerinsel zu Italien und war im Zweiten Weltkrieg ein wichtiger Militärstützpunkt. 1943 wurde die Insel von den Alliierten bombardiert, wodurch nahezu 75 Prozent der Bauwerke auf der Insel zerstört oder beschädigt wurden. Außerhalb des Schlachtfeldes grassierte allerdings noch länger der Malaria-Virus. Dieser wurde jedoch 1949 mit finanziellen Mitteln der Rockefeller-Stiftung ausgerottet, indem die Sümpfe in den Küstengebieten trockengelegt wurden. Zwei Jahre später flohen viele Sarden wegen einer großen Hungersnot von der Insel.

Elf Jahre darauf erfolgte ein enormer Wandel: Der persische Prinz Aga Khan sorgte mit seinem Jet-Set-Lebensstil dafür, dass Sardinien international bekannt wurde und seither zunehmend vom Tourismus profitiert. Er kaufte den Küstenstreifen entlang der Costa Smeralda im Nordosten der Insel den dort ansässigen Hirten ab, um ein exklusives Urlaubsressort zu errichten. Die Gegend befindet sich bis heute im Privatbesitz eines Konsortiums, das vorwiegend wohlhabende Jetsetter aus der ganzen Welt hierher lockt. Der Tourismus ist bis heute eine der wichtigsten Einkommensquellen auf der Insel. Nach wie vor verdienen rund 400.000 Sarden ihr Einkommen auf dem italienischen Festland, da Arbeitsplätze auf der Insel außerhalb des Tourismus eher dünn gesät sind.

Im Jahre 1948 wurde Sardinien von der Regierung in Rom der Status einer autonomen Region mit weitgehender Selbstbestimmung eingeräumt, die Insel hat aber bis heute weniger autonome Rechte als die autonomen Regionen Sizilien und Südtirol-Trento.

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