Soweto - Symbol gegen Apartheid

Soweto ist ein Zusammenschluss zahlreicher Townships in der südafrikanischen Großstadt Johannesburg. Der Name stammt aus der Abkürzung South Western Townships und bezeichnet die Lage im Südwesten der Metropole.

Soweto
Soweto - Symbol gegen Apartheid

Die Ursprünge von Soweto reichen zurück bis in das Jahr 1904, als mit der Siedlung Klipspruit erste Wohnquartiere für die schwarzen Minenarbeiter errichtet wurde. Im Lauf der Jahre kamen weitere Siedlungen hinzu. 1963 wurden die Siedlungen unter dem Namen Soweto zu einem einheitlichen Gefüge zusammengefasst. Die Siedlungen gingen auf den Minenbetreiber Ernest Oppenheimer zurück und sollten ursprünglich nach ihm benannt werden. Die Stadtverwaltung von Johannesburg verhinderte diesen Akt und nannte den Zusammenschluss Soweto. Weltweit bekannt wurden die Townships durch die Schüler- und Studentenproteste im Jahr 1976. Mehr als 500 Menschen verloren bei den Aufständen ihr Leben. Seither steht Soweto international als ein Symbol für den Kampf gegen die Apartheid. Im Hector-Pieterson-Museum in Orlando/Soweto wird heute an die tragischen Momente des damaligen Aufstandes gedacht. In den Räumen erhalten Sie mit zahlreichen Hintergrundinformationen einen plastischen Eindruck von den Geschehnissen im Jahr 1976.

Soweto befindet sich rund 15 Kilometer vom Stadtzentrum von Johannesburg entfernt. Es wird geschätzt, dass rund 3 Millionen Menschen in den Townships leben. Jahrzehntelang hatte das Stadtviertel den Ruf eines Gettos, das als Auffanglager für die ärmsten Bevölkerungsschichten galt. Entsprechend hoch war die Kriminalität in der Siedlung. Nach dem Ende der Apartheid in Südafrika wurde ein staatliches Wohnungsbauprogramm gestartet und es entstanden Hunderttausende einfache Zwei-Zimmer-Häuser. Dessen ungeachtet dehnen sich die Armutsviertel mit Wellblechhütten noch heute immer weiter aus. Viele Menschen kommen aus ländlichen Gebieten auf der Suche nach Arbeit in die Millionenmetropole Johannesburg und längst nicht alle finden in der Stadt einen Job. Die Bevölkerung in Soweto ist heute immer noch zum überwiegenden Teil schwarzer Hautfarbe.

Die Infrastrukturmaßnahmen der Regierung zeigten dennoch ihre Wirkung, denn längst nicht alle Teile von Soweto sind heute von hoher Kriminalitätsrate und Armut geprägt. Einige Teile Sowetos gelten als ausgesprochen sicher und auf den Straßen pulsiert das Leben. Regionen wie Dube oder die Extensions profitierten vom wirtschaftlichen Aufschwung in Südafrika und werden heute vom schwarzen Mittelstand bewohnt. Die Gebiete gehören zu den sicheren Regionen in Johannesburg. Die Einwohner organisieren häufig in Eigenregie ihren Widerstand gegen die Kriminalität. Selbst wohlhabende Ortsteile haben sich in Soweto herausgebildet. In Orlando befindet sich in der Vilakazi Street das ehemalige Wohnhaus von Nelson Mandela. Er war der bekannteste Kämpfer gegen die Apartheid und wurde 1994 zum ersten dunkelhäutigen Präsidenten Südafrikas gewählt. Das Wohnhaus ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und steht bei sämtlichen Führungen in Soweto auf dem Programmplan. Dass sich der Stadtbezirk Soweto im Wandel befindet, wird an zahlreichen kleinen Veränderungen spürbar. Neue Shopping-Zentren eröffnen jeden Monat in dem Ortsteil, moderne Schulen entstehen und Banken eröffnen in Soweto ihre Filialen.

Mit dem Chris Hani Baragwanath Hospital im Ortsteil Diepkloof befindet sich das größte Krankenhaus der südlichen Halbkugel in Soweto. Hier werden Patienten aus dem ganzen Land behandelt und sogar Bewohner aus den angrenzenden Nachbarländern nehmen die medizinischen Leistungen der Klinik in Anspruch. Das Krankenhaus verfügt über 3.200 Betten und ist ein Lehrkrankenhaus, in dem Mediziner aller Fachrichtungen ausgebildet werden. In Soweto befindet sich die größte katholische Kirche Südafrikas. Die "Regina mundi" liegt im Stadtteil Orlando und diente zur Zeit des Widerstands gegen das Apartheid-Regime der Bevölkerung als Versammlungsort. Eine hervorragende Shopping-Möglichkeit bietet sich Ihnen im Dobsonville- Einkaufszentrum. Das pulsierende Leben in Soweto spielt sich zum großen Teil auf der Straße ab. Cafés, Bars, Tanzlokale und die sogenannten Shebeens, typische afrikanische Lokale, haben die heruntergekommenen Wellblechhütten in weiten Teilen Sowetos ersetzt. Dennoch empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen, den Stadtteil nur im Rahmen einer geführten Tour zu besuchen. Siedlungen wie Kliptown gehören nach wie vor zu den Elendsvierteln und die Kriminalitätsrate zählt zu den höchsten weltweit.

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