Djoser Pyramide - die Älteste

Die Djoser Stufenpyramide wurde um das Jahr 2650 v. Chr. errichtet und gilt bislang als die älteste ägyptische Pyramide. Sie befindet sich in der Nekropole von Sakkara und gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Djoser Pyramide
Djoser Pyramide - die Älteste

Mit der Errichtung der Djoser Pyramide wurde vor mehr als 4.500 Jahren die Phase des Pyramidenbaus in Ägypten eingeleitet. Sie entstand in der 3. Dynastie der ägyptischen Pharaonen und war das Grabmal des Königs Djoser. Sie wurde vom Architekten Imhotep geplant und ist das zentrale Bauwerk eines ganzen Grabbezirkes. Anfänglich war das Grabmal des Pharaos nicht als Pyramide, sondern als quadratisches Gebäude geplant. In sechs Bauphasen wurde das Grundgebäude in der Folge als Pyramide ausgebaut. Deutlich erkennbar sind an der Außenfassade die einzelnen Bauphasen. König Djoser wählte als Standort für sein Grabmal einen Ort, an dem bereits die ägyptischen Herrscher der 1. und 2. Dynastie bestattet wurden. Die Stufenpyramide vereinigt die beiden Komponenten Grabbau und Talbezirk zu einer Einheit.

Die Djoser Pyramide besteht aus sechs übereinanderliegenden Stufen und erreicht eine Höhe von 62 Metern. Die Grundfläche ist nicht quadratisch, sondern besitzt die Form eines Rechtecks. Im ersten Schritt wurde die als Mastaba bezeichnete Grundkonstruktion mit einer Kantenlänge von 63 Metern und einer Höhe von acht Metern errichtet. In der zweiten Bauphase erfolgte eine Erweiterung der Kantenlänge auf 71 Meter. Die zweite Ebene erreichte nur eine Höhe von sieben Metern und hinterließ bereits den Eindruck von der Form einer Pyramide. In Phase 3 und 4 entstand die Stufenpyramide, wobei das Mauerwerk einen Neigungswinkel nach innen erhielt, um der Konstruktion Stabilität zu verleihen. In der fünften Bauphase wurde die bestehende Pyramide von einer größeren Stufenpyramide überdeckt und im letzten Bauabschnitt erfolgte eine Vergrößerung der Grundfläche mit den heute existierenden Maßen. Die Grabkammer des Pharaos befindet sich am Ende eines 28 Meter tiefen Schachtes, der in einer darüberliegenden Kammer seinen Anfang nimmt.

Erstmalig wurde die Djoser Pyramide im Jahr 1821 von einem deutschen und einem italienischen Ingenieur erforscht. Dabei wurde der Eingang zum Grabmal entdeckt. In den Gängen fanden die Forscher einen vergoldeten Schädel und vergoldete Fußsohlen, die von den Entdeckern für die Überreste des Pharaos gehalten wurden. Die Objekte gingen nach der Verschiffung gemeinsam mit dem Schiff bei schwerer See unter. Im Jahr 1837 fand der britische Ägyptologe John Shae Perring weitere Sekundärbestattungen in den Gängen und spürte darüber hinaus die Galerien im Sockel der Pyramide auf. Im Jahr 1934 wurden schließlich in einer Grabkammer weitere Gebeine entdeckt, die zunächst für die sterblichen Überreste des Pharaos gehalten wurden. Wie sich in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts nach einer Radiokohlenstoffanalyse herausstellte, stammten die Fragmente jedoch aus einer späteren Phase der ägyptischen Antike. Bis in die Gegenwart hat die Djoser Pyramide noch nicht sämtliche Geheimnisse preisgegeben. Seit der Jahrtausendwende konnten die Forscher weitere bislang unentdeckte Tunnel innerhalb der Pyramide nachweisen.

Die Djoser Pyramide liegt eingebettet in einen ganzen Pyramidenkomplex, der zu den größten bisher gefundenen gehört. Der gesamte Grabbezirk wird von einer mehr als 1.600 Meter langen und etwa 10 Meter hohen Mauer aus Kalkstein umgeben. Darüber hinaus umschließt ein 40 Meter breiter Graben den gesamten Komplex. Hinter dem Eingangsbereich schließt sich eine Kolonnade mit sechs Meter hohen Steinsäulen an. Rätsel gibt den Forschern bis heute das Südgrab des Pyramidenkomplexes auf. Dabei handelt es sich um einen Grabbau aus Mauerwerk mit einer Grabkammer, die in Aufbau und Struktur der Kammer in der Djoser Pyramide gleicht. Eine Galerie wurde mit blauen Kacheln versehen, die denen im Hauptgrabmal gleichen. Bis heute konnte die Bedeutung des Südgrabes nicht entschlüsselt werden. Forscher vermuten, dass es sich um ein provisorisches Bauwerk oder um ein symbolisches Grab handelt. Außerdem gehören zum Pyramidenkomplex mehrere Pavillons, der Totentempel, einige Höfe und die Westgalerien.

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