Luxor - eine altägyptische Tempelanlage

Der Luxor-Tempel ist eine altägyptische Tempelanlage, die dem Gott Amun, seiner Frau Mut und dem als Mondgott bekannten gemeinsamen Sohn Chons geweiht war. Die Anlage wurde im Jahr 1979 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Ägypten - Luxor Tempel
Luxor - eine altägyptische Tempelanlage

Der Luxor-Tempel wurde im 14. Jahrhundert unter dem ägyptischen König Amenophis III. auf den Grundmauern eines älteren Heiligtums errichtet. Damals entstanden im südlichen Teil der Tempelanlage die Säulenhalle, das zentrale Heiligtum und der zweite Hof. Mit den Bauarbeiten an dem Säulengang wurde ebenfalls zu dieser Zeit begonnen. Der Nachfolger Amenophis III. ließ den Tempel schließen und den Namen des Gottes Amun entfernen. Unter Pharao Tutenchamun wurde der Säulensaal ausgebaut und Ramses II. erweiterte dem Luxor-Tempel in nördlicher Richtung. Der Pharao ließ den großen Hof errichten und fügte mit dem großen Pylon eine Toranlage hinzu. Die Anlage erreichte nach diesen Erweiterungsmaßnahmen eine Länge von 260 Metern. Einst wurde der Hauptzugang durch sechs kolossale Steinstatuen Ramses II. flankiert von denen heute noch zwei stehende und zwei sitzende Statuen erhalten sind.

Unter Alexander dem Großen wurden weitere Umbaumaßnahmen am zentralen Heiligtum des Luxor-Tempels durchgeführt. Im Zuge dieser Arbeiten wurden die Säulen des Gebäudes entfernt und eine Kapelle errichtet. Während der römischen Vorherrschaft in Nordafrika wurde die Tempelanlage zur Festung ausgebaut und in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten entstanden mehrere Kirchen auf dem Areal. Sie betreten den Luxor-Tempel von der Nilpromenade aus und gelangen zunächst in einen Vorhof. Hier nimmt die 2,5 Kilometer lange Sphingen-Allee ihren Anfang, die zur Zeit der Pharaonen den Luxor-Tempel mit dem Karnak-Tempel verband. Die breite Prachtstraße wird an den Seiten von Steinskulpturen mit einem menschlichen Kopf und dem Körper eines Löwen, den sogenannten Sphingen, flankiert. Der Vorhof wurde erst im 4. vorchristlichen Jahrhundert erbaut und war einst von einer Mauer umgeben. Die Kapelle im nördlichen Bereich des Hofes wurde aus Nil-Schlammziegeln errichtet.

Der Pylon des Luxor-Tempels war einst das die Toranlage, durch die die Anlage betreten wurde. Er besteht aus zwei turmartigen Bauwerken mit dicken Mauern. Reliefs an den Außenseiten zeigen Kampfszenen aus einer Schlacht, die Ramses II. im 13. Jahrhundert v. Chr. geschlagen hat. Nach dem Passieren des Pylons gelangen Sie in den Hof Ramses II., der von einer Säulenkolonnade umgeben ist. Im östlichen Bereich des Hofes erhebt sich die Moschee Abu el-Haggag. Gegenüber an der westlichen Seite steht die dreischiffige Kirche der altägyptischen Königin Hatschepsut. Reliefs an den Wänden der Hofmauern zeigen Szenen aus dem Leben Ramses II. Nach dem Durchqueren des Hofes erreichen Sie eine Kolonnade mit insgesamt 14 sogenannten Papyrusbündelsäulen. Die Steinstatuen hinter dem Eingang stellen die Gottheiten Amun und Mut dar. Der zweite Hof wurde unter dem ägyptischen König Amenophis III. erbaut. Im Verlauf von Restaurierungsarbeiten in den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden hier in der Erde mehrere Statuen von Göttern und Pharaonen gefunden, die Sie heute im Museum von Luxor bewundern können.

In den Kaiserkultraum gelangen Sie durch eine Tür in der Säulenhalle. Von den Römern wurde er zu einem Heiligtum umgebaut. Die Apsis wird von zwei Säulen flankiert und in der Mitte befindet sich eine Türöffnung. Dieser Durchgang führt in eine kleine Säulenhalle mit Abbildungen Alexander des Großen, der mit verschiedenen Göttern kommuniziert. Durch einen Zugang kommen Sie von der Säulenhalle in den Geburtssaal. Die Wandreliefs zeigen das Leben des Pharaos Amenophis III. und dokumentieren seine Entwicklung von der Geburt bis zum Tod.

Der Luxor-Tempel diente vor allem religiösen und kultischen Zwecken. Am ägyptischen Neujahrstag wurde das Opet-Fest in der Anlage begangen, in dessen Verlauf eine Prozession vom Karnak-Tempel zum Luxor-Tempel führte. Darüber hinaus wurde der jeweilige König in dem Tempel mit seinem göttlichen Ka vereinigt. Mit diesem alljährlich wiederkehrenden Ritual wurde der Pharao mit den ägyptischen Gottheiten gleichgesetzt.

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