Tal der Könige - die Pharaonengräber

Das Tal der Könige ist eine riesige Begräbnisstätte am Berg El Qurn, in der zahlreiche Pharaonen der 18. bis 20. Dynastie beigesetzt wurden. Das gesamte Areal gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Tal der Könige
Tal der Könige - die Pharaonen-Gräber

Das Tal der Könige windet sich umgeben von steilen Felswänden rund um den Berg Qurn gegenüber der Stadt Karnak. Das Areal ist die größte in Ägypten gefundene Nekropole. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden mehr als Gräber aufgefunden. Obwohl das Gebiet im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder von Grabräubern und Schatzsuchern aufgesucht wurde, bargen die Forscher in der Neuzeit zahlreiche wertvolle Funde, die Aufschluss über das Leben in der einstigen Hochkultur am Nil geben. Für die Königsgräber wurde ein unterirdischer Stollen in den Fels getrieben, der in der Grabkammer des ägyptischen Herrschers endete. Dort ruhte der Sarkophag mit dem einbalsamierten Leichnam des Pharaos. Kostbare Grabbeigaben sollten den König auf dem Weg ins Jenseits begleiten. Die gefundenen Artefakte besitzen eine gewaltige Bedeutung für das heutige Verständnis der ägyptischen Kultur.

Der bislang bedeutsamste Fund im Tal der Könige gelang im Jahr 1922 dem britischen Ägyptologen Howard Carter, als er das nahezu unversehrte Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamun entdeckte. Der König lebte vor rund 3.300 in dem Land am Nil und bestieg bereits im Alter von acht Jahren den Thron. Er war ein Herrscher der 18. Dynastie und regierte von 1347 bis 1339 v. Chr., bevor er in jungen Jahren im Alter zwischen 18 und 20 Jahren verstarb. Im Grab des Pharaos entdeckte Carter neben der Mumie Tutanchamuns umfangreiche Beigaben, die vor dem Zugriff von Plünderern verschont geblieben sind. Zu den Funden gehörten Alltagsgegenstände, Möbel, Götterfiguren und zahlreiche goldene und mit Blattgold verzierte Utensilien. Als einer der bedeutendsten Funde gilt die goldene Totenmaske des Pharaos, die ihn vom Kopf bis zur Brust bedeckte. Darüber hinaus wurde der vergoldete Thron des Herrschers sowie Einzelteile von Streitwagen, Waffen und Haushaltsgegenstände geborgen. Die kostbaren Schätze werden heute im Ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt.

Das älteste Grab im Tal der Könige ist das Grab des Pharaos Thumosis I. Er herrschte zwischen 1530 und 1520 v. Chr. Er war wohl der erste König, der sich von der traditionellen Pyramidenbestattung abwandte und eine neue, unauffälligere Form des Begräbnisses wählte. Da nur ein Stollen unter die Erde führt, war das Grabmal leichter zu bewachen und das Aufbrechen der Grabkammern bereitete potenziellen Plünderern größer Schwierigkeiten. Darüber hinaus war die Abgeschiedenheit am Rande der Wüste ein weiterer Punkt, der bei der Auswahl des Begräbnisortes berücksichtigt wurde. Bis auf das Grab des Tutanchamun waren trotzdem alle bisher entdeckten Gräber geplündert. Das jüngste bisher entdeckte Grabmal wird Ramses XI. zugeordnet, der zwischen 1100 und 1085 v. Chr. das Land regierte. Damit wurden über einen Zeitraum von knapp 500 Jahren alle ägyptischen Pharaonen im Tal der Könige beigesetzt.

Das Areal gehört heute zu den größten Touristenattraktionen Ägyptens. Allerdings ist nur ein kleiner Teil der Grabanlagen für den Besucherverkehr geöffnet und frei zugänglich. Grund ist die steigende Luftfeuchtigkeit, die auf die Besucherströme zurückzuführen ist. Dadurch werden unter anderem Wandmalereien nachhaltig geschädigt. Aus diesem Grund ist das 3.000 Jahre alte Grabmal Sethos I. seit Jahren geschlossen. Die mehr als 140 Meter lange Grabkammer ist mit kunstvollen Wandmalereien ausgeschmückt und wird aus diesem Grund als die "Sixtinische Kapelle der ägyptischen Kunst" bezeichnet. Bei dieser Begräbnisstätte handelt es sich um das größte bisher gefundene Grabmal eines ägyptischen Pharaos. Mit dem Erwerb einer Eintrittskarte erhalten Sie derzeit Zugang zu drei Grabstätten. Für die Besichtigung des Grabmal des Tutanchamun wird eine gesonderte Eintrittskarte benötigt. Das Filmen und Fotografieren war im Tal der Könige seit Jahren nur in sehr beschränktem Maße gestattet. Seit 2009 ist es den Besuchern nicht mehr erlaubt, Kameras mit sich zu führen.

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