Essen & Getränke in Ägypten

Ägypten verfügt über zahlreiche kleine offene Küchen und auch Restaurants. Speziell letztere bieten mitunter internationale Gerichte an und besonders in der Hauptstadt Kairo gibt es eine große Auswahl an internationalen Restaurants, die in erster Linie mit chinesischer oder italienischer Küche aufwarten.

Die kleinen Essensstände, die Sie an allen Ecken und Enden finden können, entsprechen jedoch meist nicht den europäischen Standards und sollten sorgfältig daher ausgewählt werden. Im ganzen Land finden Sie außerdem zahlreiche landestypische Lokale, in denen Sie gut und auch recht preiswert essen können.

Die ägyptische Küche weist einige Gemeinsamkeiten mit anderen Ländern im Mittelmeerraum auf. In der Regel hat für die Einheimischen Essen einen hohen Stellenwert. Deftige Speisen, nach deren Genuss so mancher Hosenknopf geöffnet werden muss, stehen meist auf der Tagesordnung. Traditionell verbringen die Frauen für die liebevoll zubereiteten Speisen viel Zeit in der Küche. So ist die Zubereitung der Mahlzeiten ein wichtiger Bestandteil des ägyptischen Alltags.

Abhängig vom Land, in dem sie zubereitet werden, schmeckt die arabische Küche stets unterschiedlich. In Libyen zum Beispiel werden andere Grundzutaten als in Ägypten verwendet. In der regionalen Küche Ägyptens stehen meist weißer Reis und helles Brot als Beilagen auf dem Speiseplan und werden zu so gut wie jeder Mahlzeit gereicht, egal, ob es sich um eine Vorspeise oder ein Hauptgericht aus Fleisch oder Fisch handelt. Fisch wird besonders gerne in den Küstenregionen serviert. Vor Alexandria ist für seine Fischgerichte bekannt; der frisch gefangene Fisch wird hier besonders köstlich zubereitet.

Die Ägypter lieben es, das Frühstück ruhig anzugehen. Das klassische Frühstück der Ägypter sind Fool und Felafel. Als Fool werden braune Bohnen bezeichnet, die mit einer fettreichen Soße angereichert werden. Die Bohnen werden dafür gekocht und anschließend zerstampft und mit Zitronensaft, Öl und Salz gewürzt. Häufig finden Sie dieses Frühstück auch an Straßenständen. Das Frühstück hält die Ägypter sehr lange satt und bietet zudem eine Möglichkeit, um sich schon beim morgendlichen Besuch am Imbissstand über das Tagesgeschehen auszutauschen.

Felafel bestehen aus den gleichen braunen Bohnen wie Fool, werden jedoch mit unterschiedlichen Kräutern und Gewürzen verfeinert. Anschließend werden sie im heißen Öl zu Bohnenfrikadellen frittiert. Die dunkelbraunen Frikadellen gelten als landestypische Mahlzeit, die wie auch Fool meist mit Brot serviert werden. Ägyptische Felafel sollten nicht mit den aus Kichererbsen hergestellten Falafel aus anderen Ländern dieser Region verwechselt werden.

Zum Mittagessen werden je nach Einkommen der Familien unterschiedliche landestypische Speisen serviert. In der Regel ist Fleisch ein wichtiges Nahrungsmittel, das in verschiedenen Gerichten verarbeitet wird. Gut situierte Familien können sich regelmäßige Fleischmahlzeiten leisten und bevorzugen meist gegrillte Steaks oder Fleisch am Spieß. Passend dazu werden Beilagen wie Gemüse oder eingerollte Weinblätter mit Reisfüllung aber auch mit Reis gefüllte Paprika gereicht. Familien dagegen, die sich nicht täglich Fleisch leisten können, kochen häufig mit Molokheja. Dabei handelt es sich um eine Pflanze, die auch Ägyptischer Spinat genannt wird. Zu einer Suppe verarbeitet wird Molokheja gern mit Reis gegessen.

In der Regel wird zum Kochen reichlich Öl verwendet. Auch bei den Süßspeisen mögen es die meisten Ägypter gerne sehr fettreich. Für die Zubereitung der Milchspeise "Om Ali" wird beispielsweise ein sehr dünnes Knäckebrot verwendet, das in Milch getaucht wird. Anschließend kommen Kokosnuss sowie andere Nüsse auf das eingeweichte und gesüßte Brot. Die gesamte Mischung wird dann in den Ofen gestellt und für kurze Zeit gebacken. Andere Süßspeisen werden in Blätterteig gebacken und mit einer sehr süßen Flüssigkeit übergossen.

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