Feiertage, Events und Festivals in Ägypten

In Ägypten werden sowohl die christlichen als auch die islamischen Feiertage geachtet und anerkannt. So können die Christen, auch wenn sie nur fünf Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachen, Weihnachten und Ostern feiern, ohne Repressionen fürchten zu müssen. Das koptische Osterfest wird von allen Menschen in Ägypten mit einem Feiertag begangen.

Als ein besonders wichtiger Feiertag gilt der Sinai Liberation Day. Er findet jedes Jahr am 25. April statt und wird anlässlich der Rückeroberung der Halbinsel Sinai von Israel im Jahr 1973 begangen. Der Nationalfeiertag Ägyptens wird am 23. Juli gefeiert. Dabei gedenkt das ganze Volk den Soldaten, die den herrschenden König Faruk im Jahr 1952 um den Thron gebracht haben.

Viele Feiertage in Ägypten haben einen religiösen Ursprung. Auf den Straßen werden zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten religiöse Volksfeste gefeiert. Ein traditionelles ägyptisches Fest ist das Heiligenfest Moulids. Zu diesem Ereignis werden die Plätze vor den Moscheen geschmückt, Kinderkarussells aufgestellt und farbenfrohe Umzüge veranstaltet. Bei den meist mehrere Tage andauernden Festlichkeiten können Sie noch echte Feuerschlucker und Schlangenbeschwörer bewundern, die sich zur Freude der Zuschauer in Trance singen und tanzen.

Besonders bedeutsam ist für die Ägypter die Fastenzeit Ramadan, die sich nach dem islamischen Kalender richtet und während der alle Moslems streng fasten. Vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang dürfen sie für vier Wochen weder essen, trinken, rauchen und müssen auf Geschlechtsverkehr verzichten. Dadurch sollen zumindest für eine kurze Zeit im Jahr alle denkbaren Sünden unterbunden werden, damit sich die Moslems ganz dem Islam widmen können. In der Fastenzeit erhalten die Arbeitnehmer in Ägypten etwa zwei Stunden früher als üblich Feierabend, um sich ganz dem Glauben und dem Gebet widmen zu können. So haben Angestellte der Regierung in dieser Zeit immer bereits um 14:00 Uhr Feierabend. Trotz der hohen Temperaturen im Land geht die Bevölkerung intensiven Glaubensritualen nach und hat offenbar kein Problem damit, auf die Nahrungsaufnahme Zu verzichten. Am Ende der vier Wochen Fastenzeit wird traditionell das sogenannte "Fastenbrechen" gefeiert. Das Fest wird drei Tage lang gefeiert, in dem die Ägypter ihre Familien besucht kleine Geschenke austauschen. Erwachsene kaufen für sich und ihre Kinder neue Kleidung, um an den Festtagen besonders gepflegt und hübsch auszusehen. In den Straßen wird nach festen Ritualen getanzt und es werden viele Lichterketten aufgehängt. Besonders die ärmeren Gegenden feiern ausgiebig und lang. Auf den Straßen sind rund um die Uhr viele Menschen anzutreffen, die große Freude ausstrahlen und ausgelassen tanzen und singen – und natürlich wird zum Fastenbrechen auch überall viel und gut gegessen. In modernen Vierteln ist oft weniger von diesem Spektakel zu sehen als in den traditionellen Stadtbezirken, gefeiert wird hier jedoch genauso ausgelassen.

Silvester ist in Ägypten kein Feiertag und wird im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Welt nicht gefeiert. Lediglich der erste Tag des neuen Jahres ist ein Feiertag, der jedoch von den meisten Unternehmern und Straßengeschäften missachtet wird; so haben an Neujahr so gut wie alle Geschäfte wie gewohnt geöffnet.

Wie ein Feiertag wird seit kurzem hingegen der 25. Januar begangen, der allerdings nur inoffiziell von großen Teilen der Bevölkerung bedacht wird und eher für Polizei und Militär Bedeutung hat. Denn der 25. Januar ist für die Menschen in Ägypten der Tag, an dem sie sich gegen ihren alten Präsidenten Mubarak aufgelehnt haben.

TOP