Mago Nationalpark - ein Paradies nicht nur für Vögel

Der Mago Nationalpark liegt im Südwesten Äthiopiens und wurde im Jahr 1971 zum Schutz großer Säugetierarten eingerichtet.

Mago Nationalpark
Mago Nationalpark - ein Paradies nicht nur für Vögel

Der Mago Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 2.150 Quadratkilometer. Er liegt im äußersten Südwesten des afrikanischen Landes. Die Hauptstadt Addis Abeba befindet sich 780 Kilometer von dem Naturreservat entfernt. Das Gelände des Parks liegt auf einer Höhe von 450 bis 2.528 Metern über dem Meeresspiegel. Der Mount Mago bildet den höchsten Punkt im Nationalpark. Der Mago Nationalpark wird vom gleichnamigen Fluss durchflossen, der gleichzeitig die wichtigste Wasserader in dem Naturschutzgebiet darstellt. Der Mago-Fluss ist ein Nebenfluss des Omo Rivers und teilt den Park in zwei Hälften. Der Omo River stellt die östliche Begrenzung des Naturreservates dar. An seinen Ufern erstrecken sich Feuchtgebiete und Auenwälder. Im unteren Flussabschnitt bildet der Strom in einer Talsenke den Dipa-See, dessen Uferbereiche von Sümpfen, Wiesen und Wäldern gesäumt werden.

Die Region ist ein Paradies für Naturliebhaber und Ornithologen. Zahlreiche endemische Vogelarten leben in den Uferzonen des Dipa-Sees. Der Artenreichtum der äthiopischen Vogelwelt umfasst insgesamt mehr als 800 Vogelarten. Viele Singvögel, Kraniche und Störche, die den Sommer in Europa verbringen, nutzen die Binnengewässer des afrikanischen Landes, um zu überwintern. Der größte Teil des Mago Nationalparks ist eine karge Savannenlandschaft, in der einige große Säugetierarten leben. Die weiten Ebenen werden von Elefanten, Giraffen und afrikanischen Büffeln bevölkert. Darüber hinaus treffen Sie vielerorts auf die typischen Vertreter der afrikanischen Savanne wie Gazellen, Antilopen, Mungos und Erdferkel. An den Flussufern leben zahlreiche Reptilien, von denen das Nilkrokodil zu den bekanntesten Vertretern gehört. Zu den im Park beheimateten Großkatzen gehören Löwen und Leoparden. Die undurchdringlichen Urwälder an den Fluss- und Seeufern machen eine Tierbeobachtung mitunter schwierig.

Ausgangspunkt zu Erkundungen innerhalb des Parks ist das Besucherzentrum. Befestigte Straßen gibt es nicht. Sie bewegen sich ausschließlich auf unbefestigten Kies- und Schotterpisten vorwärts. Aus diesem Grund kann der Mago Nationalpark nur mit geländegängigen Farhrzeugen befahren werden. Eine touristische Infrastruktur ist in dem Naturschutzgebiet nicht vorhanden. Insbesondere zur Regenzeit sind die meisten Wege im Park wegen den schlammigen Untergrundes unpassierbar. Aus diesem Grund sollten Sie einen Besuch im Mago Nationalpark in den trockenen Monaten zwischen Oktober und April einplanen. Während der Regenperiode sind auch die Wanderwege und Trekking-Routen nicht oder nur äußerst schwer begehbar. Seit Jahrtausenden sind die Gebiete aller äthiopischen Nationalparks Siedlungsraum für verschiedene Volksgruppen. In allen Naturschutzgebieten leben Stämme unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit. Im Mago Nationalpark leben Angehörige der Mursi, Banna, Kara und Aari. Die einzelnen Volksgruppen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bräuche, Traditionen und Rituale.

Zu den bekanntesten Volksgruppen im Mago Nationalpark gehören die Mursi. Rund 4.000 Angehörige dieser ethnischen Minderheit leben im Park. Der Lebensraum der Mursi gehört zu den am stärksten isoliertesten Regionen des Landes. Der Volksstamm lebt vornehmlich von Ackerbau und Viehzucht. Auffälligstes Merkmal der Mursi ist ihr außergewöhnlicher Körperschmuck. Als Schönheitsmerkmal bei den Frauen des Stammes gilt der auffällige Unterlippenschmuck. Dabei zieren Tonteller mit einem Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern die Unterlippe. Bereits im Alter von 15-16 Jahren werden dazu die Lippen junger Mädchen durchbohrt. Die Frauen benutzen die Tonplatten, um Nahrung zum Ehemann oder zu einem männlichen Verwandten zu transportieren. Heute dient dieser Schmuck unter anderem dazu, das eigene Einkommen aufzubessern, denn die Frauen des Mursi-Stammes stellen sich gegen Entgelt als Fotoobjekt für Touristen zur Verfügung. Neben diesem Körperschmuck gelten ein auffällig bemalter Körper und selbst zugefügte Schmucknarben als Schönheitsideal bei dieser Volksgruppe. Weitestgehend getrennt von der Zivilisation lebt der Stamm der Kara. Die Angehörigen dieser ethnischen Gruppe ernähren sich vom Ackerbau. Auffällige Merkmale der Angehörigen sind die kunstvoll frisierten Haare der Frauen und die Narbentätowierungen der männlichen Stammesmitglieder.

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