Wetter, Klima und Reisezeit in Gambia

Grundsätzlich herrschen in Afrika extremere Wetter- und Klimabedingungen als in Mitteleuropa. Zumeist sind die Temperaturen höher, die Niederschläge fallen viel heftiger, dafür aber nur zu bestimmten Jahreszeiten. Was für Mitteleuropa der Sommer und der Winter ist, ist in vielen Regionen Afrikas die Regen- und die Trockenzeit. Dürreperioden wechseln sich mit Überschwemmungen ab. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt, macht diese aber deshalb so außergewöhnlich und interessant.

Das Klima in Westafrika, speziell in diesem kleinen Staat entlang des Gambia-Flusses, ist tropisch. Wie in allen Staaten dieser Region gibt es im Verlauf eines Jahres eine Trockenzeit und eine ausgeprägte Regenzeit. Gambias Fläche beträgt nur etwa 11.000 Quadratkilometer. Deshalb sind die klimatischen Unterschiede innerhalb des Landes eher gering.

Die Tagestemperaturen können allerdings je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen. Während beispielsweise in Banjul, der direkt an der Küste gelegenen Hauptstadt Gambias, ganzjährig durchschnittlich Temperaturen zwischen 27 Grad und 33 Grad herrschen, können die Werte im Landesinneren auf 40 bis 45 Grad klettern. Die Temperaturen sinken nachts in der Regenzeit nur auf circa 25 Grad. Die Nächte in der Trockenzeit fallen etwas angenehmer aus und können von Dezember bis Januar auf bis zu 15 Grad Celsius sinken.

Regenzeit herrscht in Gambia von Juni bis Oktober/November. Da in dieser Zeit die Temperaturen nur unwesentlich kühler sind, die Luftfeuchtigkeit aber dramatisch ansteigt, entsteht ein sehr drückendes und schwüles Klima. Kürzer als an der Küste ist die Regenzeit im Inneren des Landes, sie fällt hier jedoch weitaus intensiver aus. Wenn Sie Gambia in der Regenzeit besuchen, sollten Sie sich immer auf starke Platzregen und Sturzbäche einstellen. Ausgetrocknete Flussbetten oder Gebirgshänge können während der Regenzeit blitzartig überschwemmt werden. Sie stellen somit eine Gefahr dar und sollten von ortsunkundigen Touristen besser gemieden werden.

Der Rest des Jahres ist überwiegend trocken. In der von November/Dezember bis April/Mai dauernden Trockenzeit weht ein als Harmattan bekannter Fallwind heiße und trockene Luft aus der Sahara. Die Luftfeuchtigkeit liegt in dieser Zeit zwischen 30 und 60 Prozent, die Temperaturen belaufen sich auf 22 bis 28 Grad Celsius. Bei besonders starkem Harmattan können die Temperaturen auch 40 Grad Celsius erreichen. Die niedrigsten Temperaturen misst man zwischen Dezember und April. In diesen Monaten ist der Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur auch am deutlichsten spürbar.

Obwohl Gambia ein recht kleines Land ist, ist es doch reich an üppiger Vegetation und großer Artenvielfalt. Besonders Vogelfreunde, die einen großen Teil der nach Gambia kommenden Touristen ausmachen, kommen hier auf ihre Kosten. Über 540 Vogelarten wurden bereits katalogisiert. Die meisten davon sind endogene Arten, rund ein Drittel sind Zugvögel.

Die beste Zeit für eine Reise nach Gambia ist die Trockenperiode zwischen November und Mai. Die Temperaturen an der Küste sind angenehm und die Luftfeuchtigkeit mit maximal 60 Prozent recht gering. Die Temperatur des Atlantiks lädt mit 20 Grad zum Baden ein. Da auch im Landesinneren und entlang des Gambia-Flusses angenehme Temperaturen herrschen, können Safaris, Tierbeobachtungen und Sightseeing-Touren zu dieser Jahreszeit problemlos geplant werden. Wer Gambia in der Regenzeit besucht, sollte daran denken, dass die Küstenregionen weniger betroffen sind als das Landesinnere. Regen fällt hier meist nur in der Nacht, wohingegen es tagsüber meist sonnig und warm ist. Wer einen Trip ins Landesinnere vorhat, sollte den extremeren Klimabedingungen Afrikas gewachsen sein, eine gute körperliche Verfassung mitbringen und über eine gewisse Tropenerfahrung verfügen.

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