Banjul - von der Kolonialzeit geprägt

Banjul ist die Hauptstadt Gambias. Die Stadt wurde nach der Besiedlung des westafrikanischen Landes durch die Briten im Jahr 1816 als Militärstützpunkt und Handelsposten gegründet.

Banjul
Banjul - Seehafen und Naturreservat mit Weltkulturerbe-Status

Banjul ist mit einer geschätzten Einwohnerzahl von rund 32.000 die sechstgrößte Stadt in Gambia. Sie liegt direkt an der Mündung des Gambia Rivers auf einer Sandbank am Atlantischen Ozean. Die Sandbank mit dem Namen St. Mary’s Island entstand durch Ablagerungen von Schwemmsand, den der größte Fluss des westafrikanischen Landes mit sich führte. Vor der Stadtgründung war die Sandbank-Insel von dichten Bambuswäldern bedeckt und mit Affenbrotbäumen, den sogenannten Baobabs, bewachsen. Die Sandbank ist über eine etwa 200 Meter lange Brücke mit dem Festland verbunden. Die geografische Lage mit den natürlichen Begrenzungen macht eine Ausdehnung des Stadtgebietes nicht möglich. Im Westen grenzen ausgedehnte Mangrovensümpfe an das Stadtgebiet von Banjul. Dieses Naturreservat besitzt eine Ausdehnung von 4.500 Hektar und ist unter der Bezeichnung Tanbi Wetland Complex bekannt.

Im Umfeld von Banjul profitiert die auf dem Festland liegende Stadt Serekunda von den eingeschränkten Wachstumsmöglichkeiten der gambischen Hauptstadt. Die Metropole ist mit mehr als 400.000 Einwohnern die größte Stadt in Gambia und die Areale beider Städte wuchsen in der Vergangenheit mehr und mehr zusammen. Über den Banjul-Serekunda Highway sind beide Metropolen miteinander verbunden. Banjul besitzt den größten Seehafen Gambias. Über dieses Tor werden nahezu sämtliche Ex- und Importe abgewickelt. Ausgeführt werden in erster Linie Erdnüsse, während Erdöl das wichtigste Importprodukt des Landes darstellt. Der internationale Flughafen von Banjul ist gleichzeitig der einzige des ganzen Landes. Der Banjul International Airport liegt rund 25 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Banjul wurde von den Briten unter anderem gegründet, um den Sklavenhandel in Westafrika einzudämmen. Zu diesem Zweck wurde im 19. Jahrhundert Fort Bullen und die militärische Stellung Six-Gun Battery errichtet. Mit diesen wehrhaften Anlagen sollte der Sklavenhandel aus dem Landesinneren verhindert werden. Im Jahr 2003 wurde die Six-Gun Battery zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Banjul wurde nach der Unabhängigkeit von der britischen Krone im Jahr 1965 zur Hauptstadt ernannt.

Die Architektur im Stadtgebiet ist stark von der Kolonialzeit geprägt. Die Stadt besitzt aus diesem Grund ein unverwechselbares Gesicht und einen eigenen Charme. Wahrzeichen der Hauptstadt und ein nationales Symbol Gambias ist Arch 22. Dieser Triumphbogen wurde im Jahr 1996 eingeweiht und erinnert an den Militärputsch im Jahr 1994. Der 35 Meter hohe Steinbogen bildet das Eingangstor zur gambischen Hauptstadt und befindet sich an der Denton Bridge, die das Stadtgebiet Banjuls mit dem Festland verbindet. Der Triumphbogen ist das höchste Bauwerk der Stadt und über Wendeltreppen und einen Fahrstuhl erreichbar. Im Obergeschoss befinden sich ein Café und ein kleines Museum. Neben dem Wahrzeichen Banjuls lockt die Innenstadt mit einem Besuch. Ganze Straßenzüge werden von kolonialzeitlichen Gebäuden gesäumt. Sehenswert ist die King George Memorial Fountain. Der historische Brunnen wurde im Jahr 1937 im Gedenken an den britischen König Georg V. eingeweiht.

Am Independence Drive haben Sie die Gelegenheit, das eindrucksvolle Parlamentsgebäude zu besichtigen. Einen aufschlussreichen Einblick in die koloniale Vergangenheit Gambias erhalten Sie im National Museum an der Gloucester Street. Dort werden zahlreiche Ausstellungsstücke präsentiert, die eng mit der Geschichte des Landes verbunden sind. Die besten Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt finden Sie im Regierungsviertel von Banjul. Ein lohnender Ausflug führt Sie in das geschützte Naturreservat Tanbi Wetland Complex. Die tiefen Mangrovenwälder sind die Heimat von zahlreichen seltenen Vogelarten. Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Umland von Banjul gehört James Island. Auf der Insel im Gambia River erhebt sich die Ruine des gleichnamigen Forts. Hier befand sich einst ein Zentrum des Sklavenhandels. Heute gehören die Mauerreste zum Weltkulturerbe der UNESCO. Banjul ist regelmäßig Schauplatz eines außergewöhnlichen Autorennens. Die Fahrzeuge der Teilnehmer an der Plymouth-Banjul Challenge dürfen nicht mehr als 100 britische Pfund wert sein. Der Start der Rallye erfolgt alljährlich im englischen Plymouth.

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