Allgemeines Dorfleben in Gambia - eindrucksvoll

Das allgemeine Dorfleben in Gambia ist von einem starken gemeinschaftlichen Zusammengehörigkeitsgefühl und täglich wiederkehrenden Verrichtungen geprägt.

Dorfleben in Gambia
Dorfleben in Gambia

Gambia gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Entsprechend entbehrungsreich ist das Dorfleben im strukturell unterwickelten Hinterland des westafrikanischen Staates. Wer nicht in der Nähe einer touristischen Attraktion wie Juffureh oder dem heiligen Wald Makasutu wohnt und von den Einnahmen aus dem Fremdenverkehr lebt, bestreitet seinen Lebensunterhalt zum größten Teil aus den Erträgen der Landwirtschaft und dem Fischfang. Das Zusammenleben in der dörflichen Gemeinschaft sieht für jedes Mitglied tägliche Aufgaben vor. Selbst die Kinder helfen auf den Maisfeldern und bei der Erdnussernte. Alte Männer sitzen im Dorf unter Palmendächern und beraten über die anstehenden Aufgaben. Frauen balancieren Kübel mit Waschwasser und Früchten auf den Köpfen. Reis, Mais, Gemüse und Fisch bilden in vielen Dörfern Gambias die Nahrungsgrundlage für die Bewohner. Auf dem Land verläuft das Leben ruhig und in geordneten Bahnen.

Die medizinische Versorgung in Gambia ist unterwickelt. Ärzte und Krankenhäuser gibt es auf dem Land kaum. Die Dorfbewohner machen sich bei einer Erkrankung die Heilkräfte der Pflanzen zunutze. Seit Generationen wird das Wissen weitergegeben. Pfirsichbaumrinde hilft gegen Bauchschmerzen und die Früchte des Baobabs sind heilsam bei einem Nierenleiden. Die Dorfbewohner müssen größtenteils ohne Hilfe von außen ihr Leben bewältigen. Wer sich in der Savanne oder im Busch verirrt, hat nur eine Überlebenschance, wenn er Wasser findet. Nicht nur die Dorfältesten wissen, dass man nur unter einem Termitenhügel graben muss, um schnell an das kostbare Nass zu gelangen. Die Dörfer am größten Strom des Landes, dem Gambia River, leben im Rhythmus der Trocken- und Regenzeiten und profitieren vom Tidenhub der Gezeiten. In der Trockenzeit dringt das Salzwasser des Atlantischen Ozeans bei Flut bis zu 200 Kilometer weit ins Landesinnere vor. Zur Bewässerung der Felder ist das Wasser des Gambia Rivers aus diesem Grund nur bedingt geeignet.

Das Dorfleben am Fluss folgt anderen Gesetzmäßigkeiten als in der Savanne. Früh am Morgen brechen die Frauen mit einem Einbaum in die dichten Mangrovenwälder am Flussufer auf. Bei Ebbe schlagen sie mit großen Messern die Austern von den Wurzeln der Bäume. Die Fischer werfen ihre Netze im flachen Wasser aus und hoffen auf einen guten Fang. Die Dorfbewohner beenden diese Tätigkeiten erst, wenn genug Fisch und Austern vorhanden sind, um die Familie zu ernähren und ein Teil der Ware auf dem Markt verkauft werden kann. Die meisten Familien in gambischen Dörfern sind Großfamilien. Mehrere Gegenrationen leben gemeinsam unter einem Dach. Nicht selten haben die Kinder bis zu 10 Geschwister. Mehrere Kinder teilen sich ein Bett und häufig schläft auch die Mutter bei ihnen. Wo keine Betten existieren, wird auf dem Fußboden geschlafen.

Die Kegeldachhütten in den Dörfern sind aus einfachen Lehmziegeln zusammengesetzt und besitzen in der Regel keine Fensterscheiben. Vor dem Eingang hängt nur eine alte Decke. Das Dach ist zumeist mit Stroh oder Schilf gedeckt. Reis, Fisch und Huhn gehören zu den Grundnahrungsmitteln. Das Lieblingsgetränk der Einheimischen ist Palmwein. Viele Landbewohner Gambias sind Analphabeten. Dessen ungeachtet schicken viele ihre Kinder in die Schule, die mit europäischen Verhältnissen nicht viel gemein hat. Unterrichtsmaterialien, Bücher und Arbeitsblätter sind Mangelware. Im Gegensatz zur Innenausstattung mancher Wohnhäuser in Gambia gibt es jedoch Schulbänke und Stühle. Viele Entwicklungshilfeorganisationen unterstützen tatkräftig den Aufbau eines Bildungswesens in dem westafrikanischen Land. Sie entsenden Studenten und Lehrkräfte nach Gambia und helfen beim Aufbau der Infrastruktur. Die mangelnde finanzielle Ausstattung der Schulen macht vielerorts einen geregelten Lehrbetrieb nur mit großen Einschränkungen möglich. Ungeachtet aller Probleme begegnen Ihnen die Dorfbewohner jederzeit freundlich und mit Interesse. Je weiter Sie sich von der Küste in das Landesinnere von Gambia entfernen, desto authentischer ist das Umfeld in der Dorfgemeinschaft.

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