Essen und Getränke auf den Kapverden

Die Küche der Kapverden ist deftig und orientiert sich weitestgehend an Gerichten der traditionellen kreolischen Küche. Auf der Inselgruppe vermischen sich afrikanische und portugiesische Einflüsse zu einer Einheit.

Kapverden Essen und Getränke
Kapverden Essen und Getränke

Zahlreiche Rezepte der traditionellen kapverdischen Küche haben ihren Ursprung auf dem afrikanischen Festland und wurden von ehemaligen Sklaven zur Zeit der portugiesischen Kolonialherrschaft mitgebracht. Sie vermischten sich mit der portugiesischen Küche der europäischen Siedler. Auf diese Weise wurde die Basis für die kreolische Küche der Kapverden gelegt. Als Kreolen werden die Nachkommen afrikanischer Sklaven bezeichnet, die von europäischen Kolonialherren verschleppt wurden. Seit dem 16. Jahrhundert entstanden auf diese Weise Mischgesellschaften, die Einflüsse verschiedener Kulturen miteinander verbanden. Die Bezeichnung Kreole wurde während der Kolonialzeit auf den Kapverden und in der portugiesischen Kolonie Guinea-Bissau geprägt und leitet sich vom portugiesischen Wort "Crioulo" ab.

Die traditionelle kapverdische Küche besteht zum überwiegenden Teil aus einfachen bodenständigen Gerichten und beruht auf regionalen Zutaten. Fisch und Meeresfrüchte spielen eine große Rolle, denn die Einwohner des Inselstaates ernährten sich größtenteils vom Fischfang. Frischer Fisch und Schalentiere werden in großem Umfang zu einfachen und köstlichen Gerichten verarbeitet. Die Grundlage bilden Fischarten wie Thunfisch, Makrelen und Schwertfisch. Darüber hinaus spielen Meeresfrüchte wie Langusten, Muscheln und Krabben eine große Rolle. Fleisch besitzt in der kapverdischen Küche nur eine untergeordnete Bedeutung, denn die meisten Sorten müssen importiert werden und sind dementsprechend teuer. An Gewürzen werden neben Salz vornehmlich einheimische Kräuter wie Rosmarin, Koriander und Lorbeer verwendet.

Bedingt durch die Trockenheit auf den Kapverdischen Inseln ist die Landwirtschaft stark eingeschränkt und beschränkt sich auf den Anbau von Mais, Kartoffeln, Bohnen und Reis. Tropische Früchte gedeihen aufgrund der klimatischen Bedingungen kaum und bei frischem Obst handelt es sich zumeist um Importware. Lediglich Bananen und Kokosnüsse gedeihen auf einigen Inseln. Das kapverdische Nationalgericht ist die Cachupa. Dabei handelt es sich um einen Eintopf mit unterschiedlichen Zutaten. Für eine traditionelle Cachupa werden gestampfter Mais, Zwiebeln, Knoblauch, Süßkartoffeln und grüne Bananen verwendet. Hinzu kommen Tomaten und Kürbis und als Einlage werden Rind- oder Schweinefleisch, Fisch oder Speck vewendet. Das Nationalgericht wird von den Einheimischen gern zu jeder Tageszeit gegessen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um das Frühstück, Mittagessen oder um die Abendmahlzeit handelt. Reste der Cachupa werden am folgenden Tag angeröstet und gemeinsam mit einem Ei als morgendliche Mahlzeit serviert.

Neben der Cachupa spielen weitere Eintopfgerichte eine große Rolle in den Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung. Beliebt ist ein traditioneller Bohneneintopf, der als Feijoada bezeichnet wird. Ein klassisches Hochzeitsgericht ist die Canja de Galinha. Dabei handelt es sich um eine Reissuppe mit Geflügeleinlage. Eine traditionelle Fischsuppe ist die Caldo de Peixe. Als Zutaten kommen verschiedene Fisch- und Gemüsesorten infrage. In zahlreichen Restaurants auf den Inseln finden Sie gebratenes Thunfischsteak auf der Speisekarte. Diese Spezialität kommt fangfrisch in die gastronomischen Einrichtungen und wird als Beaf de Atum bezeichnet. Die besten gebratenen Thunfischsteaks werden in kleinen landestypischen Restaurants serviert, denen man die gastronomische Ausrichtung von außen kaum ansieht. Folgen Sie den Empfehlungen der Einheimischen und lassen Sie sich im Garten einer kleinen Gaststätte die fangfrische Meeresspezialität unter freiem Himmel schmecken. Eine außergewöhnliche Köstlichkeit, deren Genuss für viele Europäer gewöhnungsbedürftig ist, sind darüber hinaus im Paprika gedünstete Napfschnecken.

Süßspeisen spielen auf den Kapverden als Dessert eine große Rolle. Fantasievolle Kreationen werden aus tropischen Importfrüchten wie Mango und Papaya hergestellt. Meist werden die Süßspeisen um Kokosnussmilch ergänzt. Die Früchte dienen häufig als Grundlage für verschiedene Puddingsorten. Als Basis für verschiedene Getränkevariationen dient der auf den Kapverden hergestellte Rum mit der Bezeichnung Grogue. Als klassische Variante wird die hochprozentige Spirituose mit Zuckerrohrmelasse vermischt und mit Nelken und Zitrusfrüchten geschmacklich abgestimmt. Abwandlungen des Nationalgetränks sind der Pontche de Coco und der Orangen-Grogue, wobei jeweils Kokosnussmilch oder Orangen dem Getränk den typischen Geschmack verleihen.

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