Boa Vista

Die Insel Boa Vista ist das drittgrößte Eiland der Kapverden und hat sich seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts zu einem populären Touristenziel entwickelt.

Kapverden Boa Vista
Kapverden Boa Vista

Boa Vista ist die drittgrößte Insel des kapverdischen Archipels und gehört zu der als Nordgruppe bezeichneten Inselkette. "Schöne Aussicht" heißt die Insel in der wörtlichen Übersetzung und das Eiland wird der Bezeichnung in vollem Umfang gerecht. Neben der Nachbarinsel Sal gehört Boa Vista zu den bedeutendsten Touristenzielen auf den Kapverdischen Inseln. Sie ist die östlichste aller Inseln des kapverdischen Archipels und liegt dem afrikanischen Festland am nächsten. Boa Vista ist eine flache Insel und entstand vor mehr als 16 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 620 km² und misst 31 Kilometer an der Stelle der längsten Ausdehnung. Das Inselinnere wird von steinigen Geröllwüsten und ausgedehnten Dünenlandschaften dominiert. Flache Gebirgszüge sind die Überreste einstiger Vulkane und weiter Lavafelder.

In Millionen Jahren trugen Wind und Wasser einen Großteil der einstigen Vulkanlandschaft ab. Boa Vista bildet ein eindrucksvolles Beispiel der Erosion, von der lediglich einige bis zu 350 Meter hohe Vulkanschlote verschont geblieben sind. Traumhafte Sandstrände ziehen sich an den Küsten von Boa Vista entlang. Die menschenleeren Sandstrände gehen ineinander über und umgeben nahezu die komplette Insel. Wiederkehrende Sandstürme türmen an einigen Orten meterhohe Sicheldünen auf, die eine Länge von bis zu 100 Metern erreichen können. Das Klima auf der Insel ist ozeanisch-mild und trägt Merkmale einer Wüste. Die Temperaturen schwanken im Jahresverlauf zwischen 21 und 31 °C. Das Fehlen hoher Gebirgszüge und der damit verbundene fehlende Wolkenstau ist für die Trockenheit der Insel verantwortlich. Niederschläge sind selbst während der Regenzeit extrem selten und der Passat weht während des gesamten Jahres mit einer konstanten Brise aus Richtung Nordost.

Die bevölkerungsreichste Stadt Boa Vistas ist die Inselhauptstadt Sal Rei. In dem gemütlichen Städtchen leben rund 4.000 Einwohner und im Zentrum liegt mit dem Platz Praça de Santa Isabel der Treffpunkt der Einheimischen. An kleinen Ständen werden dort frisches Obst und Gemüse sowie kleine handgeschnitzte Holzfiguren zum Verkauf angeboten. In der Fischhalle am Hafen feilschen Händler mit den Kunden um den besten Preis für fangfrischen Thunfisch und Garnelen. Im Zentrum des verschlafenen Städtchens erhebt sich die gelb getünchte Kirche Santa Isabel. Abseits des Stadtzentrums scheint die Zeit an einigen Plätzen seit Jahrhunderten stehengeblieben zu sein. Frauen waschen ihre Wäsche mit hölzernen Waschbrettern und Männer sitzen in kleinen Gruppen zusammen und dösen in der Sonne oder unterhalten sich angeregt im Schatten der Pinien.

Die wüstenähnlichen Hügellandschaften und Ebenen auf Boa Vista werden an einigen Orten von kleinen Oasen mit Dattel- und Kokospalmen unterbrochen. Eine derartige Oase liegt in einem kleinen Tal in der Nähe der Ortschaft Rabil im Südwesten der Insel. In dieser Region befindet sich mit Povoação Velha die älteste Siedlung auf Boa Vista. Im Zentrum der Insel erstreckt sich die Wüste Viana, die ein kleines Naturwunder darstellt. Der Sand in der staubtrockenen Wüstenregion stammt aus der Sahara und wird von kräftigen Passatwinden auf die Insel getragen. Dort lagert er sich ab und bildet eine karge Dünenlandschaft, von der eine große Faszination ausgeht. Im Gegensatz zum Sand an den Stränden der Insel ist der Saharasand deutlich kühler und die Wüste kann barfuß betreten werden.

Der Osten von Boa Vista wirkt verlassen und ist nahezu menschenleer. Hier präsentiert sich die kapverdische Insel unverfälscht und authentisch. An der Nordküste liegt die kleine Ortschaft Norte mit der Kirche Igreja São João Baptista, deren Fassade in leuchtend weißer Farbe und in zarten Pastelltönen getüncht ist. In dieser Region lohnt ein Abstecher zum Cabo St. Maria, wo seit mehr als 40 Jahren ein Schiffswrack am Strand liegt. Die Strände im Norden und Osten der Insel eignen sich wegen des kräftig wehenden Nordostpassats weniger zum Baden, als vielmehr für ausgedehnte Strandspaziergänge. Aufgrund des latent vorhandenen Sicherheitsrisikos in dieser Region sollten die Spaziergänge besser in der Gruppe durchgeführt werden. Für eine ausgiebige Strandwanderung ist darüber hinaus der Küstenabschnitt zwischen Praia da Chave und den Ruinen der alten Ziegelei hervorragend geeignet.

Zu den schönsten Stränden der Kapverdischen Inseln gehört die Praia de Santa Monica im Süden von Boa Vista. Der helle feinsandige Strand zieht sich kilometerweit an der Küste entlang und lädt zum Sonnenbaden, Schwimmen und Schnorcheln ein. Boa Vista ist ein Paradies für Segler und Windsurfer. Der konstant wehende Passatwind schafft exzellente Bedingungen für diese Wassersportarten und im Zuge des aufkommenden Tourismus siedelten sich vor allem im Süden der Insel einige Surfschulen an. Mehrere Hundert Schiffswracks aus verschiedenen Jahrhunderten liegen vor der Küste der Insel. Sie üben eine magische Anziehungskraft auf Sporttaucher aus, die darüber hinaus die natürliche Schönheit der zahlreichen farbenprächtige Riffe unter der Wasseroberfläche zu schätzen wissen. In jüngerer Vergangenheit eröffneten auf Boa Vista international operierende Hotelketten neue Hotels und Appartementanlagen im maurischen Stil. Ziel der Insel ist es, eine Alternative als Sommerreiseziel zu den oft überfüllten Stränden der Kanarischen Inseln zu schaffen.

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