Pico do Fogo

Der Pico do Fogo ist ein aktiver Vulkan auf der kapverdischen Insel Fogo und mit einer Höhe von 2.829 Metern die höchste Erhebung in dem westafrikanischen Inselstaat.

Kapverden Pico do Fogo
Kapverden Pico do Fogo

Der Pico do Fogo ist ein Schichtvulkan, der sich im Zentrum der kapverdischen Insel Fogo erhebt. Mit einer Höhe von 2.829 Metern ist er der zweithöchste Berg im Atlantischen Ozean nach dem Teide auf der kanarischen Insel Teneriffa. Der Vulkankegel besitzt eine ebenmäßige Form und erhebt sich mitten in einem halbkreisförmigen Felskessel, der als Chã das Caldeiras bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine Caldeira mit einem Durchmesser von rund neun Kilometern, die durch einen gewaltigen Erdrutsch entstanden ist. In der Übersetzung bedeute Pico do Fogo "Spitze des Feuers" und tatsächlich ist der Feuer speiende Berg der einzige aktive Vulkan auf den Kapverdischen Inseln. Seit dem 15. Jahrhundert wurden etwa 30 Ausbrüche registriert, was den Pico do Fogo zu einem der aktivsten Schichtvulkane der Erde macht.

Bis zum Jahr 1769 erfolgten die Ausbrüche über den zentralen Krater, danach über seitliche Schlote entlang einer Spalte, die in Nord-Süd-Richtung verläuft. Die letzte Eruption des Pico do Fogo datiert auf das Jahr 1995 und erfolgte am 2. April. Im Zuge der Eruptionen bildete sich ein Nebenkrater mit einer Höhe von 1.950 Metern, der als Pico Pequeno bezeichnet wird. Die Lava floss damals nicht über die Ränder der Caldeira und breitete sich im Inneren des Felsenkessels aus. Die Ortschaft Chã das Caldeiras, die innerhalb der Caldeira liegt, musste zeitnah evakuiert werden. Menschen kamen bei dem Ausbruch nicht zu Schaden, allerdings wurden große Teile der landwirtschaftlichen Nutzflächen und der Kulturlandschaft zerstört. Im Westen und Süden der Caldeira türmen sich mächtige, bis zu 1.000 Meter hohe Felswände auf. Die Ostseite des Vulkans ist nicht zugänglich. Die Nordhänge werden heute zum Anbau von Kaffee, Mais, Bananen und Orangen genutzt.

Nach dem Ausbruch im Jahr 1995 kehrten die Bewohner in die Ortschaft Chã das Caldeiras zurück und leben bis heute unter einfachen Lebensbedingungen innerhalb des Felskessels. Es gibt keine Stromversorgung und die Häuser sind nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Die Haupteinnahmequellen bilden die landwirtschaftlichen Erträge und der zunehmende Tourismus. Der Pico do Fogo ist Teil eines Naturschutzgebietes und über eine Straße ist die Ortschaft Chã das Caldeiras mit der Inselhauptstadt São Filipe verbunden. In unregelmäßigen Abständen verkehren Sammeltaxis, die Wanderer und Aktivurlauber in das Innere der Caldeira befördern. Einen atemberaubenden Blick auf den ebenmäßig geformten Vulkankegel haben Sie während einer Fahrt auf der Straße, die die Inselhauptstadt mit der Ortschaft Mosteiros verbindet. Sie führt an den Osthängen des Pico do Fogo entlang und verläuft in Küstennähe. Auf der Strecke durchqueren Sie eine vegetationsarme Felsenwüste mit schwarzen Lavafeldern und mächtigen Basaltsäulen.

Der Gipfel de Pico do Fogo darf ausschließlich in Begleitung eines ortskundigen Führers erklommen werden. Heiße Fumarolen stoßen vielerorts Wasser- und Schwefeldampf aus. Sie zeugen von der anhaltenden vulkanischen Aktivität im Inneren des Berges und die giftigen Gase bilden eine latente Gefahr während einer Gipfeltour. Auf der Insel Fogo werden verschiedene Wander- und Klettertouren in der Region des Pico do Fogo angeboten. Im Rahmen einer Vulkan- und Höhlentour erklimmen Sie den Kraterrand des Vulkans und steigen anschließend zum jüngsten Schlot auf eine Höhe von 1.950 Metern ab. Am folgenden Tag besichtigen Sie eindrucksvolle Lavahöhlen, in die Sie über ein spezielles Leitersystem gelangen. Wanderer mit alpiner Erfahrung im Hochgebirge haben die Gelegenheit, sich einer Tour über den Klettersteig Bordeira anzuschließen. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind auf diesem Ausflug zum Kraterrand erforderlich. Auf einer Höhe von rund 2.800 Metern genießen Sie eine überwältigende Aussicht über die Insel Fogo und den Atlantischen Ozean. Die gesamte Strecke besitzt eine Länge von rund 30 Kilometern und unterwegs werden mehr als 2.000 Höhenmeter überwunden. Diese Wanderung ist nur für konditionsstarke Teilnehmer geeignet.

Die Besteigung des Pico do Fogo lässt sich hervorragend mit einer Weinverkostung in der Ortschaft Chã das Caldeiras verbinden. Mehrere Winzer nutzen das milde Klima und die Feuchtigkeit am höchsten Berg der Kapverden zum Weinanbau und im Zentrum des Ortes können Sie die einheimischen Tropfen probieren und kaufen. Einige Veranstalter von Trekkingtouren haben die Weinverkostung als festen Programmpunkt in ein mehrtägiges Wandererlebnis am Pico do Togo eingebunden. Ein reizvoller Abstieg vom Vulkankrater führt über die vulkanische Hochebene zum Monte Velha, wo der lange Abstieg nach Mosteiros seinen Anfang nimmt. Der Weg führt durch feuchtwarme Nebelwälder und durch die Kaffee- und Bananenplantagen an den Hängen des Berges. Unterwegs passieren Sie Papaya- und Orangenhaine und den Wegesrand säumen Jackfrucht-, Mandel- und Mangobäume.

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