Santiago

Santiago ist mit einer Fläche von 991 km² die größte Insel der Kapverden und gleichzeitig das bevölkerungsreichste Eiland des Archipels.

Kapverden Santiago
Kapverden Santiago

Santiago gehört zur Südgruppe der Kapverdischen Inseln und ist Teil der als "Inseln unter dem Wind" bezeichneten Inselkette. Die größte Insel des Archipels ist wie die übrigen Inseln vulkanischen Ursprungs und weist eine facettenreiche Oberflächenstruktur auf. Neben hochgebirgsartigen Felsformationen verfügt Santiago über tiefe Täler, felsige Hochebenen, trockene Steppen und feinsandige Strände. Zwei Gebirgszüge ziehen sich über die Insel. Im Zentralmassiv erhebt sich mit dem Pico d'Antonia der höchste Berg der Insel. Er besitzt eine Höhe von 1.394 Metern und ist von steinigen Hochebenen und Tafelbergen aus schwarzem Lavagestein umgeben, die als Achadas bezeichnet werden. Die Böden sind vergleichsweise feucht und in den Achadas gedeihen Feigen, Akazien und Mandelbäume. In den nördlichen und südlichen Regionen von Santiago sind die Hochebenen trockener und nur von spärlicher Vegetation bedeckt.

Die Besiedlung von Santiago begann im Jahr 1460 mit der Gründung eines kleinen Militärstützpunktes durch die portugiesischen Entdecker. Aus dem winzigen Garnisonsstandort Cidade Velha wurde durch den Sklavenhandel im 16. Jahrhundert eine wohlhabende Stadt. Nach verheerenden Piratenüberfällen im 18. Jahrhundert nahm die Bedeutung von Cidade Velha ab und die Hauptstadt wurde nach Praia verlegt, da die Stadt besser zu verteidigen war. Heute ist Praia die bevölkerungsreichste Stadt des Inselstaates Kap Verde. Rund 130.000 Einwohner leben in der Hafenstadt im Südosten der Insel. Neben prächtigen Kolonialbauten im Stadtzentrum erwarten Sie in Praia ausufernde Vorstädte mit mehrgeschossigen Betonbauten und zahlreiche Armenviertel, die an die Favelas in brasilianischen Großstädten erinnern. Das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum von Praia ist die koloniale Altstadt, die in erhöhter Position auf einem Felsplateau liegt. Sehenswert sind die Kirche Nossa Senhora da Graca, der Justizpalast, das Parlamentsgebäude und die Festung Bateira.

Die ehemalige Hauptstadt Cidade Velha wurde in Cidade da Ribeira Grande de Santiago umbenannt und empfängt Sie mit einem reizvollen kolonialen Altstadtkern, der im Jahr 2009 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Stadt wird von der mächtigen Festung Fortaleza Real de São Felipe überragt. In der Rue Banana erheben sich pastellfarbene Kolonialbauten, die mit Fördergeldern im Originalzustand wieder aufgebaut wurden. Im nördlichen Bereich der Rue Banana erhebt sich die Kirche Nossa Senhora do Rosário aus dem 15. Jahrhundert. Sie gilt als das älteste koloniale Gotteshaus der Welt und im Innenraum können Sie ein Taufbecken aus Alabaster bewundern. Florale Motive, Blütenmuster im Gittergewölbe und zahlreiche bemalte Kacheln zeugen von maurischen Einflüssen. Die Kirche Sé Catedral erhebt sich auf einer Anhöhe am Meer. Mit dem Bau wurde im Jahr 1555 begonnen und erst im Jahr 1693 konnte das Gotteshaus eingeweiht werden. Mehrfach wurden die Konstruktionspläne für die Kirche im Lauf der Zeit geändert.

Facettenreiche Landschaften und breite Sandstrände empfangen Sie im Norden Santiagos in der Umgebung der Ortschaft Tarrafal. Zahlreiche Unterkünfte befinden sich in der Küstenstadt, die an einer windgeschützten Bucht mit einem weißen, palmengesäumten Strand liegt. Die örtliche Tauchbasis bietet Kurse und Unterwasserexpeditionen in die fischreichen Küstengewässer an. Im kleinen Hafen der Ortschaft werden Hochseeangeltouren angeboten und auf dem Kirchplatz findet einmal wöchentlich ein bunter Markt statt, auf dem Sie zahlreiche Erzeugnisse aus regionaler Produktion finden. Rund fünf Kilometer von Tarrafal entfernt erstreckt sich ein mit der Ribeira da Prata ein menschenleerer Badestrand mit schwarzem Lavasand. Er wird von Kokospalmen eingerahmt und in einer kleinen Bar werden Ihnen fangfrische Meeresspezialitäten und kühle Getränke serviert.

Die kapverdische Insel Santiago hat neben mehreren feinsandigen Stränden ein Netz an Wanderwegen zu bieten, die durch das vulkanische Inselinnere führen. Reizvoll gelegene Höhenwege führen durch den Naturpark Serra Malgueta. Bei klarer Sicht sind in der Ferne die Insel Maio und der mächtige Vulkan Pico do Fogo auf der gleichnamigen Insel zu erkennen. Auf der Hochebene von Santa Catarina erstreckt sich ein weiteres Wandergebiet mit Routen, die durch eindrucksvolle Gebirgstäler führen. Ein breites Spektrum an Wanderwegen erwartet Sie darüber hinaus im Naturpark Pico da Antonia. Vom einfachen Spazierweg bis zum hochalpinen Kletterpfad hat das geschützte Areal eine ungeheure Vielfalt unterschiedlicher Routen zu bieten.

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