Südgruppe der Kapverden

Als Inseln unter dem Wind wird die Südgruppe der Kapverdischen Inseln bezeichnet. Die Ilhas de Sotavento sind von der Nordgruppe durch eine schiffbare Wasserstraße getrennt.

Südgruppe der Kapverden
Südgruppe der Kapverden

Die Inselkette der Kapverden liegt rund 460 Kilometer westlich der afrikanischen Küste im Atlantischen Ozean. Die Inseln erhoben sich vor mehr als 100 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivitäten aus dem Meer. Das Klima wird sowohl auf der Nord- als auch auf der Südgruppe maßgeblich vom Nordostpassat bestimmt, der konstant über die Inseln weht. Der westafrikanische Inselstaat liegt im milden-ozeanischen Klima und ist Teil der trockenen Sahelzone. Die Südgruppe der Kapverden setzt sich aus den bewohnten Inseln Santiago, Fogo, Brava und Maio zusammen. Darüber hinaus gehört die unbewohnte Inselkette der Ilhéus do Rombo zu den Inseln unter dem Wind. Auf der Insel Fogo befindet sich der höchste Berg der Kapverden. Der Pico do Fogo ist ein aktiver Vulkan mit einer Höhe von 2.829 Metern. Nach dem Teide auf der kanarischen Insel Teneriffa ist der Vulkan der höchste Berg im östlichen Teil des Atlantischen Ozeans.

Vier bewohnte Inseln und eine Kette kleinerer unbewohnter Inseln bilden zusammen die Südgruppe der Kapverden. Das Klima auf den Eilanden ist ganzjährig mild und die Temperaturen liegen von Januar bis Dezember zwischen 23 und 30 °C. Der konstant wehende Nordostpassat sorgt in den Sommermonaten für erträgliche Tageshöchstwerte, die um die 30 °C liegen. Die tiefsten Temperaturen in Küstennähe werden im Winter gemessen und liegen nachts bei rund 18 °C. Wassertemperaturen zwischen 21 und 25 °C machen die Kapverdischen Inseln zu einem Ganzjahresreiseziel für Sonnenanbeter und Strandurlauber. Die Topografie der südlichen Inselgruppe ist von Bergregionen vulkanischen Ursprungs geprägt. Neben den zahlreichen feinsandigen Stränden bilden die Vulkanlandschaften mit ihren tiefen Tälern, schroffen Felsformationen und schwarzen Lavafeldern beliebte Ausflugsziele und üben auf Aktivurlauber und Wanderer eine große Anziehungskraft aus.

Die größte Insel der Südgruppe ist Santiago. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 991 km² und ist das bevölkerungsreichste Eiland des kapverdischen Archipels. Das Inselinnere trägt einen mittelgebirgsartigen Charakter mit Hochebenen, Canyons und schroffen Felsen. Während die Küstenregionen zu den trockenen Regionen der Insel gehören und einen wüstenartigen Charakter besitzen, fallen im Bergland häufiger Niederschläge, die eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen möglich machen. Auf Santiago erwartet Sie eine ungeheure landschaftliche Vielfalt. Neben fruchtbaren Tälern finden Sie auf der Insel trockene Steppen, feinsandige Strände und mächtige Gebirgsmassive. Mit Praia befindet sich die Hauptstadt des Inselstaates Kap Verde auf Santiago. Die Hafenstadt liegt im Südosten der Insel und zählt rund 130.000 Einwohner. Sie ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Kapverden und Sitz der Regierung.

Spektakuläre Vulkanlandschaften, die von traumhaften Wanderwegen durchzogen sind, erwarten Sie auf der zweitgrößten Insel der kapverdischen Südgruppe Fogo. Der Inselname bedeutet so viel wie Feuer und im Zentrum des Eilandes erhebt sich mit dem Pico do Fogo der einzige aktive Vulkan der Kapverdischen Inseln. Der ebenmäßig geformte Kegel besitzt eine Höhe von 2.829 Metern und eine Besteigung des Gipfels gilt als Königsdisziplin während eines Wanderurlaubs auf Fogo. Halbkreisförmig wird der Berg von einer Reihe weiterer Krater umgeben. Sie formen die Caldera, die einen Gesamtdurchmesser von neun Kilometern besitzt. Heißer Dampf steigt an zahlreichen Stellen des Hauptkraters aus dem Gestein. An seinem Gipfel stauen sich häufig die Wolken und regnen an den Hängen ab. Aus diesem Grund unterscheidet sich die Vegetation auf Fogo deutlich von der Flora auf anderen Inseln des kapverdischen Archipels.

Die größte Stadt der Insel ist São Filipe, deren Einwohnerzahl bei rund 20.000 liegt. Sie liegt an der Westküste der Insel und ist die viertgrößte Stadt des afrikanischen Inselstaates. Der kleine Flughafen ist Start- und Landeplatz für Maschinen der nationalen Fluggesellschaft TACV, die den Inlandsflugverkehr zwischen den einzelnen Inseln abwickelt. São Filipe liegt malerisch an einer Steilküste vor einer kilometerlangen Küste aus schwarzem Lavagestein. Einige Strände laden in der Umgebung der Stadt zum Baden und Schnorcheln ein. Zum Schwimmen besser geeignet sind aufgrund der geringeren Meeresströmung die Strände bei Porto de Vale de Cavaleiros und Ponta da Salina. Zahlreiche unberührte Naturlandschaften machen die Insel Fogo zu einem beliebten Reiseziel für Naturliebhaber und Outdoor-Aktivisten. Zwischen Cova Figueira und São Filipe liegen kleine Naturparadiese mit wild wachsenden Feigen und bizarren Vulkanschloten. Das Straßennetz der Insel besteht im Wesentlichen aus zwei Ringstraßen, die in Küstennähe durch spektakuläre Vulkanlandschaften führen und teilweise 300 Meter hoch über dem Meer auf den Klippen verlaufen.

Zur Südgruppe der Kapverdischen Inseln gehört das bewohnte Eiland Maio, das östlich der Hauptinsel Santiago im Atlantischen Ozean liegt. Weite Teile der trocknen Insel besitzen einen wüstenähnlichen Charakter und lediglich einige erodierte Vulkanschlote ragen auf der Insel in die Höhe. Maio gehört zu den geologisch ältesten Inseln des kapverdischen Archipels und Wasser und Wind haben große Teile der einst gebirgigen Landschaft eingeebnet. Lediglich 8.400 Einwohner leben auf der Insel und nur einige verträumte Dörfer liegen an den Küsten und im Inselinneren. Maio ist touristisch kaum erschlossen, besitzt aber einige traumhafte Sandstrände, die selbst in der Hauptsaison menschenleer sind. Gut erreichbar sind die Praia da Vila in der Nähe der Inselhauptstadt und die Praia Ponta Preta im Osten der Insel. Die Inselhauptstadt Vila do Maio liegt im Südwesten von Maio und die Gebäude gruppieren sich um eine weiß getünchte Kirche im portugiesischen Kolonialstil. Umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen führten in den zurückliegenden Jahrzehnten zu einer deutlichen Zunahme des Baumbestandes.

Die kleinste bewohnte Insel der Kapverden ist Brava, die ebenfalls zu den Inseln unter dem Wind gehört. Das nahezu kreisrunde Eiland bedeckt eine Fläche von 67 km² und liegt westlich von der Insel Fogo. Der Wolkenstau am Vulkan der Nachbarinsel bringt Brava in unregelmäßigen Abständen geringe Niederschläge, was das Gedeihen einer artenreichen Vegetation begünstigt. Insbesondere nach der Regenzeit verwandeln sich die trockenen Regionen in eine blühende Oase mit farbenprächtigen Blütenpflanzen. Auf der Insel wachsen neben Kokos- und Dattelpalmen Oleanderbüsche, Hibiskus und Mandelbäumchen. Die auf einem Bergrücken gelegene Kleinstadt Vila Nova Sintra wird von zahlreichen Besuchern als die schönste Ortschaft auf den Kapverdischen Inseln beschrieben. Weiß getünchte Häuser wechseln sich mit pastellfarbenen Fassaden ab und der zentral gelegene Marktplatz ist Treffpunkt der Einheimischen und gesellschaftliches Zentrum der Stadt. Ausflüge mit dem Mietwagen führen Sie auf der Insel Brava durch nebelige Hügellandschaften in denen Drachen- und Gummibäume den Straßenrand säumen.

Zur Südgruppe der Kapverdischen Inseln gehört die unbewohnte Inselgruppe Ilhéus do Rombo. Die Inseln liegen nur wenige Kilometer von Fogo entfernt und bedecken zusammen eine Fläche von knapp fünf Quadratkilometern. Auf den kargen, felsigen Eilanden gibt es keine menschlichen Ansiedlungen und zahlreiche Basaltsäulen, die zwischen den Inseln aus dem Meer ragen, erschweren das Anlegen mit dem Boot. Lediglich die Ilhéu Grande und die vegetationslose Ilhéu de Cima besitzen feinsandige Strände, die gelegentlich von Badeurlaubern aufgesucht werden. Die Überfahrt erfolgt ausschließlich mit kleinen Fischerbooten und dient einigen Bewohnern der Insel Fogo als Nebenerwerbsquelle. Auf die Gefahren für die Schifffahrt weist ein Leuchtturm auf der Südspitze der Insel Ilhéu de Cima hin, der sich rund 80 Meter hoch über der Wasseroberfläche des Atlantischen Ozeans erhebt.

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