Amboseli Nationalpark - unter Obhut der Massai

Der Amboseli Nationalpark gehört zu den ältesten und meistbesuchten Nationalparks Kenias und fasziniert mit seiner riesigen Elefantenpopulation.

Kenia Amboseli Nationalpark
Kenia Amboseli Nationalpark - unter Obhut der Massai

Der Amboseli Nationalpark liegt im Südwesten Kenias und ist mit einer Größe von 390 Quadratkilometern vergleichsweise klein. Das Areal des Nationalparks grenzt unmittelbar an Tansania und an das Kilimandscharo-Massiv. Gut sichtbar ist der Kibo, der mit einer Höhe von 5.895 Metern der höchste Berg Afrikas ist. Das Land des Amboseli Nationalparks gehört zum Besitz der Massai. Dem Verhalten des afrikanischen Volksstammes ist es zu verdanken, dass die Tierpopulation in diesem Gebiet von Wilderern praktisch verschont blieb, denn die Massai setzten sich seit jeher gegen Eindringlinge in ihrem angestammtes Territorium zur Wehr. Auf diese Weise entwickelte sich im Amboseli Nationalpark eine Elefantenpopulation von erstaunlicher Größe und Altersstruktur. Unter den rund 800 Dickhäutern befinden sich zahlreiche alte Kühe und Bullen, die mit ihren Nachkommen seit Generationen in einem sozialen Gefüge zusammenleben.

Die außergewöhnliche Elefantenpopulation führte dazu, dass sich im Jahr 1972 das Amboseli Elephant Research Project im Nationalpark angesiedelt hat. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Sozialverhalten und die Strukturen der Tiere in der Gemeinschaft zu untersuchen. Die Elefanten sind ortstreu und neigen nicht dazu, den Nationalpark zu verlassen. Lediglich im äußersten Osten des Parks bestehen Verbindungen mit Artgenossen aus anderen Regionen. Gelegentlich wandern einzelne Tiere über die Hänge des Kilimandscharos in den Nationalpark ein. Nationalpark-Ranger und Forscher überwachen den Amboseli Nationalpark sehr gewissenhaft, um Störungen der Tierwelt weitestgehend auszuschließen. Die größte Gefährdung für die Elefanten geht heute von den anwachsenden Rinderherden der ansässigen Massai aus, die mit großen Nutztierherden den Park zum Tränken ihrer Tiere aufsuchen. Der Amboseli Nationalpark wurde bereits im Jahr 1899 unter besonderen Schutz gestellt. Damals war der Park noch ein Teil des größeren Masai Mara Nationalparks, bevor er 1974 als eigenständiges Schutzgebiet herausgelöst wurde.

Das nahe Kilimandscharo-Massiv besitzt großen Einfluss auf das Klima und die Landschaft im Amboseli Nationalpark. An seiner Flanke stauen sich die Wolken und bringen den Pflanzen und Tieren im Park den Regen. Ausgedehnte Sumpflandschaften werden von den Hängen des Kilimandscharo mit Wasser gespeist. Über einen Verbindungskanal sind die Sümpfe mit dem Amboseli-See verbunden, der mit seiner gewaltigen Ausdehnung rund ein Drittel der Fläche des gesamten Nationalparks bedeckt. Der See ist sehr flach und in Abhängigkeit von der Jahreszeit nicht ganzjährig mit Wasser gefüllt. An seinen Ufern und in den weiten Sumpflandschaften gedeihen unter anderem Papyrus, Gelbrindenakazien und zahlreiche an den hohen Salzgehalt angepasste Gräser. Zu den abwechslungsreichen Landschaften im Amboseli Nationalpark gehören grasbewachsene Savannen, tiefe Akazienwälder und undurchdringliche Palmendickichte. Die Nationalparkverwaltung lässt die Nutzung des Parks zu touristischen Zwecken nur unter konkreten Auflagen zu, um das biologische Gleichgewicht in dem Biosphärenreservat nicht zu gefährden.

Neben der großen Elefantenpopulation kann der Amboseli Nationalpark mit einer ungeheuren Artenvielfalt in der Tierwelt überzeugen. Die offenen Savannen sind die Heimat von Gnus, Antilopen, Zebras, Gazellen und den seltenen Spitzmaulnashörnern. In den Sümpfen und im See tummeln sich Flusspferde und Wasservögel. Die Artenvielfalt und das umfangreiche Nahrungsangebot bildet die Grundlage für die Population von Löwen, Geparden und Hyänen. Darüber hinaus leben zwei Schakalarten und Afrikanische Wildhunde im Amboseli Nationalpark. Zudem werden im gesamten Areal mehr als 400 verschiedene Vogelarten gezählt. Auf dem Gelände des Parks erwarten Sie einige komfortabel ausgestattete Lodges, die als Ausgangspunkt für Safaris in der Wildnis genutzt werden. Die Unterkünfte liegen recht zentral im Amboseli Nationalpark in der Nähe des kleinen Ortes Ol Tukai, der bereits als Filmkulisse für den Streifen "Schnee am Kilimandscharo" diente. Eine Landepiste für Flugzeuge erlaubt eine bequeme Anreise von den weit entfernt liegenden Städten Nairobi und Mombasa. Einen traumhaften Ausblick über große Gebiete des Parks haben Sie vom Observation Hill. Die natürliche Erhebung liegt westlich des Parkzentrums.

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