Rift Valley - im afrikanischen Grabenbruch

Rift Valley ist ein Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, der sich von Nord nach Süd quer durch Kenia zieht. Die Naturlandschaften in dem bis zu 100 Kilometer breiten Tal gehören zu den eindrucksvollsten Kenias.

Rift Valley
Rift Valley - im afrikanischen Grabenbruch

Der Begriff Rift Valley wurde von dem britischen Geologen und Forscher John Walter Gregory geprägt, der am Ende des 19. Jahrhunderts Ostafrika bereiste und erste Studien zum Großen Afrikanischen Grabenbruch betrieb. Diese geologische Verwerfung entstand während der zurückliegenden 35 Millionen Jahre durch die Abspaltung der Afrikanischen Platte von der Arabischen Platte. Der Große Afrikanische Grabenbruch hat eine gewaltige Ausdehnung. Er zieht sich von Syrien im Norden bis nach Mosambik im Süden auf einer Länge von mehr als 6.000 Kilometern hin. Im Südwesten des afrikanischen Kontinents wird der tektonische Plattenbruch als Ostafrikanischer Graben bezeichnet, der auch unter dem Begriff Great Rift Valley bekannt wurde. Das Rift Valley auf kenianischem Gebiet lässt durch die besonderen geologischen Bedingungen keinen Wasserabfluss zu. Dieser Umstand hat zur Folge, dass sich im Talgrund zahlreiche Seen bildeten, die einen hohen Gehalt an Mineralien besitzen.

Die flachen Seen im Rift Valley weisen ganz unterschiedliche Besonderheiten auf. Die vulkanischen Böden der Umgebung besitzen einen hohen Mineraliengehalt. Diese Stoffe werden durch Bäche und Flüsse in die Seen geschwemmt und reichern seit Jahrmillionen das Wasser in den Binnenseen mit den unterschiedlichsten Mineralien und Salzen an. Das führte dazu, dass der Lake Magadi heute mit stark sodahaltigem Wasser gefüllt ist. Andere Seen wie der Lake Nakuru und der Lake Baringo sind alkalisch. Der Lake Naivasha ist ein Süßwassersee, der ständig mit Frischwasser aus den umliegenden Bachläufen versorgt wird. Durch die Verdunstung des Wassers bildeten sich Salzlagerstätten und kleinere Salzseen. Diese Besonderheiten ließen eine außergewöhnliche Flora und Fauna entstehen, die Sie bei einem Besuch im Rift Valley bewundern können.

Im Rift Valley wechseln sich unterschiedliche Landschaftsformen ab. Fruchtbare Ebenen, weite Grassavannen und wüstenähnliche Regionen prägen das Landschaftsbild. Eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt erwartet Sie an den Seen. Der Baringosee und der Naivashasee sind Süßwasserseen, die vermutlich einen unterirdischen Abfluss besitzen. Sie besitzen einen großen Fischreichtum, der wiederum die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Wasservögel bildet. In den Gewässern sind endemische Buntbarsche beheimatet und Pelikane und Schreiseeadler leben in den Uferregionen. Am Baringosee können Sie der Fütterung der Schreiseeadler beiwohnen, die von den Einheimischen mit Fischen angelockt werden. Darüber hinaus leben Krokodile und Flusspferde in den flachen Gewässern. Eine artenreiche Tierwelt lebt in den Regionen um den Naivashasee. Die trockenen Savannen werden von Giraffen, Antilopen und Gnus besiedelt, während Marabus, Kormorane und Pelikane vom Fischreichtum des Sees profitieren. Zahlreiche Lodges finden Sie an den Ufern des Sees, die als Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise hervorragend geeignet sind. Nehmen Sie an einer Beobachtungsfahrt auf die mitten im See gelegene Privatinsel Creek Island Wildlife Sanctuary teil. Zebras und Giraffen können Sie sich bei einer Fußsafari auf der Insel bis auf wenige Meter nähern.

Mit dem Turkanasee erwartet Sie im Norden des Rift Valley ein besonderes Gewässer. Es handelt sich um den größten Binnensee Kenias, dessen nördliche Regionen zu Äthiopien gehören. Der See besitzt keinen Abfluss und wird aus den mineralhaltigen Quellen und Bächen der Umgebung gespeist. Aus diesem Grund findet eine andauernde Versalzung des Gewässers statt. Die Parks rund um den Turkanasee gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der See ist überaus fischreich. Der Riesenbarsch ist der größte Räuber im See und kann ein Gewicht von mehr als 100 Kilogramm erreichen. Am Ufer des Turkanasees leben zahlreiche Nilkrokodile. Im Rift Valley befindet sich die größte Talsperre Kenias. Die Turkwel-Talsperre staut den gleichnamigen Fluss in der Nähe der Grenze zu Uganda auf. Während das Kraftwerk das Wasser zur Stromerzeugung nutzt, wird das Wasser des aufgestauten Sees zur Bewässerung der Felder verwendet.

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