Tsavo West Nationalpark - artenreiche Tierwelt

Mit seiner artenreichen Tierwelt und den vielfältigen Landschaften ist der Tsavo West Nationalpark ein Highlight für jeden Kenia-Besucher.

Tsavo West Nationalpark - höchst artenreiche Tierwelt
Tsavo West Nationalpark - höchst artenreiche Tierwelt

Die Gründung des Tsavo West Nationalparks erfolgte im Jahr 1948 gemeinsam mit dem größeren Bruder Tsavo Ost Nationalpark. Zunächst wurden beide Naturreservate als gemeinsamer Nationalpark geführt, bis ein Jahr später die Trennung erfolgte. Heute werden beide Parks separat verwaltet und besitzen getrennte Eingänge. Die Grenze bildet die Straße, die die kenianischen Städte Nairobi und Mombasa miteinander verbindet. Sie folgt in weiten Teilen dem Flusslauf des Athi-River. Im Tsavo West Nationalpark empfängt Sie eine weitaus vielfältigere Landschaft als im östlichen Nachbarn. Die Region ist deutlich bergiger und es fallen mehr Niederschläge als in den trockenen Savannen des Tsavo Ost Nationalparks. Zahlreiche Vulkankegel zeugen von geologischen Aktivitäten tief unter der Erdoberfläche. Im Norden des Nationalparks ziehen sich schroffe Bergketten und steinige Lavafelder entlang, während die zentralen Bereiche des Parks von einer grasbewachsenen Savanne bedeckt werden. Dichte Galeriewälder säumen die Ufer der Wasserläufe. Im oberen Drittel des Tsavo West Nationalparks schlängelt sich der Tsavo River durch die Landschaft. Der Fluss führt ganzjährig Wasser und bildet eine Lebensader in der Region.

Die artenreiche Tierwelt des Parks wurde bereits im Jahr 1849 von einem Missionar beschrieben. In seinen Aufzeichnungen berichtete er von einem Ort, der von Büffeln, Nashörnern und Elefanten besiedelt sei. Fünfzig Jahre später sorgten die sogenannten "Menschenfresser von Tsavo" für Schlagzeilen. Beim Bau der Zugverbindung nach Uganda um die Jahrhundertwende fielen zwei Löwen immer wieder Streckenarbeiter an und sollen der Überlieferung nach mehr als 100 Menschen getötet haben. Auf diese Weise verzögerten die Raubkatzen den Fortschritt der Arbeiten um mehrere Monate. Die Löwen wurden schließlich erlegt und sind heute im Eisenbahnmuseum von Nairobi ausgestellt. Die damaligen Ereignisse lieferten sogar den Stoff für eine Hollywood-Verfilmung.

Der Tsavo West Nationalpark verfügt über zahlreiche landschaftliche Besonderheiten, die zu spannenden Wildbeobachtungen einladen. Die Chyulu Hills sind eine Bergkette, an deren Fuß sich ein 200 Jahre altes Lavafeld entlangzieht. Hier sammelt sich Schmelzwasser des Kilimandscharo, das durch das poröse Gestein gereinigt und gefiltert wird. In der Quelle Mzima Springs tritt es kristallklar aus dem Gestein aus und füllt zwei gewaltige Quellbecken. Hier leben zahlreiche Flusspferde und Nilkrokodile, die Sie im Rahmen einer Safari von einem Unterstand aus beobachten können. Eine Unterwasserhöhle bietet Ihnen völlig neue Einblicke in das muntere Treiben unter der Wasseroberfläche der Quellbecken. Eine Wasserleitung führt aus dieser Quelle direkt nach Mombasa und versorgt große Teile der Stadt mit Trinkwasser. Im Süden des Nationalparks liegt mit dem Lake Jipe ein schwach salzhaltiger See, durch den die Grenze zu Tansania verläuft. Er wird von Bachläufen aus dem Kilimandscharo-Massiv gespeist und ist von einem dichten Schilfgürtel umgeben. Tausende Wasservögel sind in dieser Region des Tsavo West Nationalparks beheimatet.

Die artenreiche Tierwelt des Nationalparks offenbart sich nicht selten erst auf den zweiten Blick, denn die dichte Vegetation an einigen Stellen des Parks gibt nicht sofort den Blick auf die Savannen- und Waldbewohner frei. Dessen ungeachtet stehen die Chancen auf eine Sichtung der "Big Five" Afrikas gut. Neben Elefanten, Büffeln, Leoparden, Löwen und Nashörnern leben zahlreiche weitere große Säugetierarten im Nationalpark. Zebra- und Antilopenherden bevölkern das Grasland und Flusspferde leben in Gewässernähe. Vielerorts ragen rötlich braune Termitenhügel aus der Ebene. Die Anfahrt zum Park erfolgt in der Regel von Nairobi kommend über das Chyulu-Tor und aus Richtung Mombasa über das Tsavo-Tor. Der Park besitzt darüber hinaus einige Start- und Landebahnen, die für die Anreise per Flugzeug genutzt werden können. Mehrere Lodges dienen den Urlaubern während ihres Aufenthaltes im Park als Unterkunft und Ausgangspunkt für Wildbeobachtungstouren. Unter Führung erfahrener Guides werden diese Ausflüge am frühen Morgen und am späten Nachmittag durchgeführt.

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