Bab-el-Mansour - prunkvolles Stadttor

Bab-el-Mansour ist ein prunkvolles Stadttor in der marokkanischen Königsstadt Meknes, das im Jahr 1732 fertiggestellt wurde und zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört.

Bab el Mansour
Bab el Mansour - prunkvolles Stadttor

Die Großstadt Meknes ist eine von vier marokkanischen Königsstädten. Sie liegt in einer fruchtbaren Hochebene im Norden des Landes und das Stadtgebiet erstreckt sich zu beiden Seiten des Flusses Boufekrane. Die historische Altstadt gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Bau des Stadttores Bab-el-Mansour wurde von Sultan Moulay Ismail in Auftrag gegeben und unter seinem Sohn Moulay Abdallah im Jahr 1732 fertiggestellt. Es markiert den ehemaligen Haupteingang zum Kaiserpalast, der dem Sultan als Wohnresidenz und Regierungssitz diente. Benannt wurde das Tor nach dem Architekten, der als ehemaliger Angehöriger der christlichen Glaubensgemeinschaft zum Islam konvertierte. Meknes besitzt ein reiches kulturelles Erbe. Zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Stadt zur Hauptstadt ausgebaut und in der Folge entstanden zahlreich prachtvolle Bauwerke, die heute ein bedeutendes kulturgeschichtliches Erbe Marokkos bilden.

Bab-el-Mansour gehört zu den größten und schönsten Toren Marokkos. Für die Errichtung wurden Marmorsäulen aus der antiken römischen Stadt Volubilis verwendet, von der heute nur noch Ruinen vorhanden sind. Das Tor ist mit aufwendig gestalteten Zellij-Kacheln verziert, die während der Herrschaft der Alawiden häufig für verschiedene Bauwerke zum Einsatz kamen. Dabei handelt es sich um emaillierte Terrakotta-Fliesen, die mit schmuckvollen Ornamenten und floristischen Motiven bemalt wurden. Das Haupttor von Bab-el-Mansour ist heute verschlossen und wird nicht mehr als Durchgang genutzt. Hinter den Mauern ist eine Kunstausstellung und Handwerksgalerie untergebracht. Der Zugang erfolgt über einen Seiteneingang. Das Stadttor Bab-el-Mansour erhebt sich an einer viel befahrenen Straße. Neben dem Bauwerk befinden sich bewachte Parkplätze, die auch für Wohnmobile genügend Platz bieten. Hinter dem Tor schließt sich das Stadtviertel Mellah an, das einst von Juden bewohnt wurde. Meknes wurde früher wegen der zahlreichen jüdischen Einwohner und der 72 Synagogen als das "Jerusalem Marokkos" bezeichnet. Der Überlieferung zufolge soll der Architekt des Stadttores bereits kurz nach der Fertigstellung auf Befehl des Sultans hingerichtet worden sein.

Direkt vor dem Bab-el-Mansour befindet sich der große Platz El-Hedim, der von Türmchen mit grüner Dachbedeckung eingerahmt wird. Neben dem Stadttor befindet sich der Eingang zur Markthalle, in der Sie das lebhafte Treiben eines orientalischen Basars erwartet. Auf den Ständen türmen sich frisches Obst und Gemüse, Oliven, Datteln und exotische Gewürze. Gegenüber von Bab-el-Mansour an der Nordseite des Platzes erhebt sich mit dem Dar Jamai der Palast des gleichnamigen Wesirs. Er wurde im 19. Jahrhundert erbaut und beherbergt heute ein Museum für marokkanische Kunst. In den Ausstellungsräumen können Sie marokkanische Kunstgegenstände aus mehreren Jahrhunderten und handschriftliche Aufzeichnungen aus dem Koran bewundern. Durch einen Bogen im Palast gelangen Sie in die Souks von Meknes. Das Handwerker- und Händlerviertel ist weniger überfüllt als in den Städten Marrakesch und Rabat und bietet eine gute Gelegenheit zum Erwerb landestypischer Souvenirs. Wie auf jedem orientalischen Basar ist Feilschen um den besten Preis ausdrücklich erwünscht.

Wenige Meter vom Stadttor Bab-el-Mansour entfernt befindet sich ein kleines Tor, das einen Durchgang in die alte Sultansstadt von Meknes bildet. Die Altstadt war einst von einer 40 Kilometer langen Stadtmauer eingefasst, von der heute nur noch einzelne Fragmente übrig sind. Sultan Moulay Ismail ließ im 17. Jahrhundert zur Errichtung des Viertels ganze Stadtteile abreißen. Zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten der Sultansstadt gehören der Wollmarkt, das sogenannte Christengefängnis und das Mausoleum, in dem Sultan Moulay Ismail bestattet wurde. Das Grab wurde unter König Mohammed V. umfassend restauriert und erstrahlt heute in prachtvollem Glanz. Der Leichnam des Sultans befindet sich in einem weißen Sarkophag, der von zwei barocken Standuhren eingerahmt wird. Sie waren ein Geschenk des französischen Königs Kudwig XIV. und bilden eine stilistische Besonderheit im Mausoleum.

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