Todra Gorge - eine spektakuläre Schlucht

Todra Gorge ist eine spektakuläre Schlucht im südöstlichen Teil des Atlasgebirges, die von den Flüssen Todra und Dades im Jahrmillionen aus dem Fels gewaschen wurde und heute zu den populärsten Sehenswürdigkeiten Marokkos gehört.

Todra Gorge
Todra-Gorge - eine spektakuläre Schlucht

Die Schlucht Todra Gorge befindet sich rund fünf Kilometer von der marokkanischen Ortschaft Tinerhir entfernt am Rand des Atlasgebirges. Etwa einen Kilometer hinter dem Ortsausgang zweigt eine Straße in den Canyon ab. Die ersten 13 Kilometer der Straße sind asphaltiert und für Autos und Motorräder gut zu befahren. Dann verengt sich die Schlucht auf eine Breite von nur noch 10 Metern und zur weiteren Bewältigung der Strecke müssen Fahrzeuge den Weg durch das steinige Flussbett nehmen. Meist handelt es sich nur um ein schmales Rinnsal, doch nach starken Regenfällen kann der Fluss bedrohlich anschwellen und zu einer ernsten Gefahr werden. Einheimische Hirten treiben ihre Viehherden durch die Schlucht und Touristen befahren den spektakulären Canyon mit dem Auto.

Die steilen Felswände der Schlucht Todra Gorge steigen bis zu einer Höhe von 300 Metern an. Sie besitzen eine rötliche Färbung und leuchten im hellen Sonnenlicht in unterschiedlichen Rotschattierungen. Neben der asphaltierten Straße fließt das Flüsschen Todra durch ein steiniges Bett, das von Geröll bedeckt ist. Die Breite der Straße orientiert sich an den natürlichen Gegebenheiten. An einigen Stellen besteht sie nur aus einer Fahrbahn und bei Gegenverkehr ist geschicktes Manövrieren erforderlich. Nach wenigen Kilometern taucht am gegenüberliegenden Flussufer ein weiß getünchtes Heiligengrabmal auf, das von den Hirten gelegentlich als Unterschlupf genutzt wird. An der engsten Stelle endet die asphaltierte Strecke und Fahrzeuge müssen das steinige Flussbett als Fahrbahn benutzen. Lediglich ein gemauerter Fußweg führt an den Felsen über dem Fluss entlang. Hin und wieder tauchen Hirten oder Bauern auf, die Ziegenherden durch die Schlucht treiben oder auf kleinen Eseln verschiedene Waren transportieren. Nach dem Passieren des Nadelöhrs nimmt die Straße wieder ihren Anfang. Sie folgt dem Flusslauf und führt durch das Tal bis in die Dörfer Tamtatouchte und Imilchil.

Die Todra Gorge erfreut sich bei Kletterern großer Beliebtheit. Mehr als 150 Kletterrouten führen vom Grund der Schlucht an den roten Steilwänden in die Höhe. Sie sind zum Teil mit Bohrhaken versehen, die sich in den oberen Bereichen teilweise wieder aus dem Fels gelöst haben. Die raue Oberfläche der Felsen ermöglicht ein schnelles Vorwärtskommen. Die Längen der Kletterrouten schwanken zwischen 25 und 300 Metern. Das Klettern in der Schlucht Todra Gorge ist das ganze Jahr über möglich. In Abhängigkeit von den jeweiligen Witterungsverhältnissen kommen verschiedene Sektoren und Bereiche infrage. Im Winter eher ungeeignet sind die Kletterrouten in der großen Schlucht. Am Eingang des Canyons befinden sich jedoch Wände, die auch in der kalten Jahreszeit gut zu erklimmen sind. Zu den bekanntesten Klettergebieten gehört der sogenannte "Pfeiler des Liegenden". Der markante Felsen ist bereits aus größerer Entfernung zu erkennen und liegt auf der gegenüberliegenden Flussseite.

Die Schlucht kann entweder mit einem Fahrzeug, auf dem Rücken eines Esels oder zu Fuß erkundet werden. An der breitesten Stelle misst Todra Gorge rund 33 Meter. An der engsten Stelle erreichen die Sonnenstrahlen nur zur Mittagszeit den Boden. Ausgangspunkt für eine Erkundung des Canyons ist die Oasenstadt Tinerhir. Sie liegt am Rande der Sahara und zählt etwa 40.000 Einwohner. Zwei große Palmoasen laden vor den Toren der Stadt zu einem Rundgang ein. Sie bestehen aus Dattelpalmen, die früher die Versorgung der Bewohner sicherstellten. Die Viehzucht spielte in der Vergangenheit nur eine untergeordnete Rolle. Die Palmoasen blieben von menschlicher Bebauung nahezu vollständig verschont. Die Häuser wurden auf felsigem Untergrund im Umland der grünen Oasen errichtet. Heute besteht die Stadt nur aus neuen zwei- bis viergeschossigen Wohngebäuden und von den ehemaligen Lehmbauten sind kaum noch Überreste erhalten.

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