Essen und Getränke in Namibia

Es gibt keine typisch namibische Küche – diese ist mehr ein Mix aus den Einflüssen der hier lebenden verschiedenen Ethnien und Völker.

Im Lauf der Jahrzehnte haben sich diese Einflüsse mitunter vermischt und so kommen in Namibia einige interessante Gerichte auf den Tisch. Während unter der schwarzafrikanischen Bevölkerung der sogenannte "mealie pap" (Maisbrei) weitverbreitet ist, basiert die Küche der weißen Bevölkerung Namibias in erster Linie auf alten deutschen Rezepten. Typisch deutsche Metzgereien sind im Land ebenso zu finden wie Restaurants mit solch urdeutschen und deftigen Gerichten wie Kassler oder Rostbraten. Die Namibier wissen – wie ihre südafrikanischen Nachbarn – ein gutes Stück Fleisch immer zu schätzen.

Ein "Braai" (Grillen, Barbecue) ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung am Wochenende; zu saftigen Steaks vom Rind, Kudu oder Strauß gibt es in der Regel ausreichend Bier, beispielsweise Windhoek Lager. Außerdem ist Lammfleisch in Namibia weitverbreitet und auch Huhn findet sich auf beinahe jeder Speisekarte, wohingegen Schweinefleisch eher selten gegessen wird. Eine Spezialität, die auf keinem Grill fehlen darf, ist die "Boerewors", was so viel wie "Bauernwurst" heißt. Es handelt sich hierbei um eine saftige Wurst aus grobem Hackfleisch (in der Regel vom Rind, Lamm, Strauß), die mit Koriander und Muskat herzhaft gewürzt ist. Gewürze werden überhaupt sehr großzügig verwendet, auch wenn sich der indische Einfluss in Form von Curry, Koriander oder Kardamom hier weit weniger bemerkbar macht als in Südafrika.

Weitere Fleischspezialitäten sind die "Droewors" (Trockenwurst, in etwa mit Cabanossi vergleichbar) und "Biltong". Biltong ist Trockenfleisch vom Rind oder Wild und ein beliebter Snack für zwischendurch. Er hat seinen Ursprung in der Zeit des "großen Treks", als die "Vortrekker" durch das Landesinnere des Kaps zogen. Sie konservierten ihr Fleisch, indem sie es in Streifen schnitten, salzten und trockneten – ähnlich wie Speck in unseren Breiten, der Geschmack ist jedoch ein ganz anderer. Die Namibier mögen ihr Fleisch und ihr "Braai" zwar wirklich zu schätzen wissen, sie sind allerdings noch nicht so weit gegangen wie ihre Nachbarn in Südafrika, die einen nationalen "Braai-Tag" deklariert haben.

Freunde von Meeresfrüchten und Fisch werden vor allem an der Küste fündig – fangfrisch und zu verhältnismäßig günstigen Preisen.

Vegetarier haben es in Namibia allerdings, wie in allen anderen afrikanischen Ländern, schwer und Restaurants, die rein vegetarische Gerichte auf ihrer Karte haben, sind höchstens in den größeren Touristenorten und Windhoek zu finden. Aufgrund des trockenen Klimas wachsen in Namibia nur sehr widerstandsfähige Pflanzen, das betrifft auch Obst und Gemüse. Weit verbreitete Gemüse sind Kartoffeln, Mangold und Kürbisse. Ein Großteil des verwendeten Gemüses muss importiert werden. Die Namibier haben nicht besonders viel Verständnis für Vegetarier, was in diesem Artikel der namibischen "Allgemeinen Zeitung" nachgelesen werden kann: Pflanzenfressergäste.

Sollten Sie allerdings Vegetarier sein, und dies auch nicht aufgrund einer Reise nach Namibia aufgeben wollen, dann haben Sie hier zumindest den Vorteil, dass gutes Brot – anders als in vielen anderen Ländern – relativ einfach zu finden ist. Sie haben die Wahl zwischen vielen aus der Heimat bekannten Brotsorten und müssen sich nicht von pappigem Toastbrot ernähren. In den Bäckereien finden Sie neben allen möglichen Brotsorten auch zahlreiche Torten und Gebäck. Malva-Pudding, Milktart und Koeksisters sind nur einige wenige Beispiele für die traditionellen Süßspeisen, die in der Regel auf alten deutschen Rezepten basieren.

Neben Bier, das in Namibia gerne und viel getrunken wird, gibt es eine ausgezeichnete Auswahl an Weinen aus der Kap-Region im benachbarten Südafrika. In Namibia selbst wird seit den 1990er-Jahren Wein angebaut. Aufgrund des trockenen Klimas in Namibia hält sich der Weinbau jedoch in Grenzen. Falls Sie Wein-Liebhaber sind, dann lohnt sich der Besuch einer oder auch mehrerer Kellereien, denn sie sind im internationalen Vergleich durchaus ungewöhnlich – so findet sich etwa ein Weingut am Rande der Namib. Wer hätte je gedacht, dass Wein in der Wüste gedeiht?

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