Caprivi-Streifen - im äußersten Nordosten

Caprivi-Streifen ist die Bezeichnung für das Gebiet, das sich im äußersten Nordosten Namibias 450 Kilometer lang fast bis zu den Viktoria-Fällen ausdehnt.

Namibia - Caprivi Streifen
Ein Elefant im Caprivi-Streifen in Namibia

Die damaligen Kolonialherren von Namibia, die Deutschen, erhielten das Gebiet im späten 19. Jahrhundert von den Engländern als "Zugabe" zu Helgoland, als das Archipel in der Nordsee von den Deutschen gegen die ostafrikanische Insel Sansibar eingetauscht wurde. Ziel war es, diesen geografischen Streifen zum Verbindungsweg zwischen den deutschen Kolonien in Ostafrika und in Südwestafrika zu machen.

Als einzige Region in Namibia liegt der Caprivi-Streifen – auch als Caprivi-Zipfel bekannt – fast vollständig in den Tropen und unterscheidet sich somit nicht nur klimatisch, sondern auch in Flora und Fauna vom Rest des Landes.

Der Caprivi-Streifen ist die wasserreichste Region Namibias – ein Großteil ist Sumpfland und mehrere große Flüsse, darunter der Sambesi und der Okavango, durchfließen den Caprivi-Streifen und sind von ausgedehnten Sümpfen und Wäldern umgeben.

Das viele Wasser fördert außerdem einen artenreichen Wildbestand. Zahlreiche Tierarten, darunter sehr viele Elefanten und auch Büffel – mehr als die Hälfte des namibischen Bestandes – finden in den ausgedehnten Naturschutzgebieten der Region nicht nur unzählige Wasserstellen, sondern auch ausreichend Futter vor. Die üppige Vegetation hat allerdings auch einen Nachteil, denn die Tiere sind im Gebüsch oft nur sehr schwer auszumachen und lassen sich hier schwerer beobachten als in den trockenen Steppen Namibias. Selbst die riesigen Elefanten werden schnell vom dichten Grün verschluckt.

Der Caprivi-Nationalpark und der Mudumu-Nationalpark bieten sich für Safaris in dieser für Namibia so untypischen tropisch geprägten Landschaft an. Der Mudumu-Nationalpark wurde 1990 gegründet und schützt die wildreiche Savanne östlich des Kwando Rivers und ist Heimat zahlreicher seltener Vogelarten. Im Süden verzweigt sich der Kwando in zahllose Wasserarme, welche in eine ausgedehnte Sumpflandschaft übergehen. Die Landschaft hier ist dem Okavango-Delta so ähnlich, dass sie von so manchem Reiseführer gar als das Okavango-Delta von Namibia bezeichnet wird. Falls Sie den Park besuchen wollen, benötigen Sie einen Allradwagen.

Da es in der gesamten Region keine Zäune gibt, weder innerhalb Namibias noch an den Grenzen, können sich die Tiere frei bewegen und es ist durchaus möglich, dass Sie auch bei Fahrten außerhalb der Nationalparks die eine oder andere Begegnung mit wilden Tieren haben.

Ein Besuch des Caprivi-Streifens wird von Namibia-Besuchern gerne dazu genutzt, um von hier aus auch ins benachbarte Botswana oder nach Sambia zu reisen, um dort das Okavango-Delta oder den Chobe Nationalpark (beide in Botswana) beziehungsweise die Viktoria-Fälle (an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe) zu besuchen. Ein grenzüberschreitender Nationalpark ist in Planung und soll mehr Touristen in dieses Länder-Fünfeck (bestehend aus Angola, Sambia, Simbabwe, Botswana und Namibia) bringen.

Aufgrund seiner Lage in den Tropen ist der Caprivi-Streifen während der Regenzeit von Dezember bis März nicht nur sehr nass, sondern auch sehr schwül, ein Klima, das leider nicht nur viele Vierbeiner, sondern auch Millionen von Moskitos anzieht. Sollten Sie vorhaben, bei einer Namibia-Rundreise auch dem Caprivi-Streifen einen Besuch abzustatten, ist es daher stark anzuraten, dass Sie Malaria-Prophylaxe einnehmen, beispielsweise Lariam.

Hauptort im Caprivi-Streifen ist Katima Mulilo, das über einen eigenen Flugplatz verfügt und unter anderem von Windhoek aus regelmäßig angeflogen wird. Sie müssen also keinesfalls auf einen Besuch des Caprivi-Streifens verzichten, falls Sie unter Zeitdruck stehen oder auch einfach nur die lange Fahrt scheuen.

Die Abgeschiedenheit des Caprivi-Streifens hat auch einen Vorteil, der für viele Individualtouristen von Reiz ist: Falls Sie Ihre Namibia-Rundreise hierher führt, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie nur relativ wenigen anderen Touristen begegnen, denn die Gegend ist im Vergleich zum restlichen Namibia relativ wenig besucht.

Zu Ihrer Orientierung finden Sie hier unsere Namibia Karte

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