Himba San Herero - Einwohner Namibias

Himba, San und Herero sind die ältesten Bevölkerungsgruppen in Namibia. Sie sollen nicht als Sehenswürdigkeit verstanden werden, versprechen aber auf jeden Fall eine interessante Begegnung.

San Frauen in Namibia
San Frauen in Namibia

Namibia ist ein Vielvölkerstaat und nicht nur Heimat zahlreicher afrikanischer Ethnien, sondern auch einer weißen Minderheit. Aufgrund der Grenzen, die von den ehemaligen Kolonialmächten mehr oder weniger willkürlich festgelegt wurden und die bis heute teilweise quer durch Stammesgebiete verlaufen, aber auch durch starke Wanderungsbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert sind in Namibia die verschiedensten ethnischen Gruppen ansässig.

Die europäisch-stämmigen Namibier sind in der Regel Nachkommen der ursprünglichen Kolonialherren und meist deutscher, englischer oder niederländischer Abstammung.

Unter den hier beheimateten afrikanischen Völkern sind die San, die im Deutschen oft als Buschmänner bezeichnet werden, die älteste Bevölkerungsgruppe. Die San sind durch ihre verhältnismäßig helle Hautfarbe sowie kleine Statur erkennbar und heben sich dadurch deutlich von den anderen afrikanischen Völkern in der Region ab. Die San leben heute kaum noch auf traditionelle Art und Weise als Jäger und Sammler und verdingen sich häufig als Farmarbeiter. Ihre Zahl in Namibia liegt bei lediglich rund 38.000.

Mit rund 100.000 Angehörigen bilden die Herero einen bedeutend größeren Anteil an der namibischen Bevölkerung. Die Herero sind ein aus Ostafrika stammendes halbnomadisches Volk und gehörten zu den erbittertsten Gegnern der deutschen Kolonialherren. Vor allem die Frauen der Herero fallen auf, da sie sich häufig mit prächtigem Kopfschmuck herausputzen, den sie von einer deutschen Missionarsfrau übernommen und bis in die heutige Zeit beibehalten haben.

Die Himba sind ein mit den Herero verwandtes Hirtenvolk und sind in der Grenzregion zu Angola im Norden von Namibia beheimatet, wo sie nach wie vor in sehr traditioneller Art und Weise als nomadische Jäger und Sammler leben. Während die Männer mit ihren Herden durch die Savanne ziehen, leben die Frauen in Kraals im Kaokoveld.

Einst waren die Himba wohlhabende Viehzüchter. Unter der weißen Herrschaft während eines Großteils des 20. Jahrhunderts waren sie allerdings gezwungen, in einem Reservat zu leben, wo sie weder ihr Vieh weiden lassen noch Handel treiben durften. Krieg und Dürre während der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts verschlimmerten den Zustand und die Kultur der Himba war knapp davor, auszusterben.

Heute ist das Himba-Volk vor allem durch ein geplantes Staudamm-Projekt bedroht, das – falls es tatsächlich verwirklicht werden sollte – weite Teile ihres Lebensraums überschwemmen würde. Im Februar 2012 haben Menschenrechtsaktivisten eine Deklaration gegen dieses Projekt bei den Vereinten Nationen in Genf eingebracht und es ist noch nicht entschieden, wie es weitergeht.

Obwohl sie mit nur rund 16.000 Angehörigen eine relativ kleine Minderheit bilden, sind sie das wohl bekannteste in Namibia beheimatete Volk. Das rührt vermutlich von der Tatsache, dass sie im Vergleich zu anderen indigenen Völkern selbst heute kaum von westlichen Einflüssen beeinflusst sind und mit ihrer traditionellen Lebensweise zahlreiche Touristen anziehen und vor allem für Fotografen ein interessantes Motiv bieten.

Die Himba-Frauen sind für ihre aufwendige Haartracht und den prachtvollen Schmuck bekannt. Da es im Norden Namibias das ganze Jahr über angenehm warm bis heiß ist, sind sowohl die Männer als auch die Frauen der Himba in der Regel leicht bekleidet und tragen meist nur einen Lendenschurz oder kurze Röcke aus Ziegenleder.

Um sich vor der Sonne zu schützen, reiben sie sich mit einer Mischung aus Ocker und Fett ein, was ihrer Haut eine rötliche Färbung verleiht. Auch die Haare werden so vor der Sonne geschützt. Waschen ist den Himba fremd. Zur Reinigung und Körperpflege verwenden sie Rauch und mischen mitunter wohlriechende Kräuter und Hölzer bei – dieses Gemisch wird dann als Deodorant verwendet. Dieses Volk versucht, mehr oder weniger unbeeinflusst von der Moderne, seiner traditionellen Lebensweise nachzugehen – das macht es so faszinierend für westliche Besucher, die sich ein so einfaches Leben kaum mehr vorstellen können.

Aber auch die anderen hier beheimateten Völker sind einen Besuch wert – neben den hier näher benannten Herero, San und Himba leben zahlreiche andere Ethnien, wie beispielsweise die Nama oder die Ovambo, in Namibia und sie alle tragen zur bunt gemischten Bevölkerung dieses faszinierenden Landes bei.

Zu Ihrer Orientierung finden Sie hier unsere Namibia Karte

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