Lüderitz - Hafenstadt am Südatlantik

Die Hafenstadt Lüderitz liegt an der Küste des Südatlantiks in einer geschützten Bucht nördlich der Grenze zu Südafrika und ist mit fast 13.000 Einwohnern einer der wichtigsten Orte in Namibia mit einer besonderen geschichtlichen Bedeutung.

Lüderitz, die Hafenstadt am Südatlantik
Lüderitz, die Hafenstadt am Südatlantik

Ende des 19. Jahrhunderts erstand der aus Bremen stammende Tabakhändler Franz Adolf Lüderitz das Gebiet, auf dem sich die heutige Ortschaft Lüderitz befindet, in einer geschützten Bucht vom hier ansässigen Nama-Stamm und benannte die Gegend nach sich selbst – der Name ist bis heute geblieben.

Da sich das Gebiet nur wenige hundert Kilometer nördlich der Grenze zu Südafrika befindet, das sich damals unter britischer Herrschaft befand, befürchtete Lüderitz, die Briten könnten bis hierher vordringen und seinen neu erstandenen Grund und Boden in Besitz nehmen. Er wandte sich daher an den damaligen deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck, mit der Bitte, das Land als deutsches Protektorat zu deklarieren. Bismarck kam diesem Wunsch 1884 nach und das war die Geburtsstunde von "Deutsch-Südwestafrika", wie das heutige Namibia als deutsche Kolonie hieß. Ausgehend von Lüderitz eroberten die Deutschen weitere Teile des Landes und scheuten dabei auch keine kriegerischen Auseinandersetzungen mit den hier ansässigen Völkern.

Die deutsche Kolonialzeit in Namibia endete mit dem Vertrag von Versailles im Jahr 1919; der deutsche Einfluss ist allerdings auch heute noch überall im Land zu sehen und zu spüren.

Lüderitz, das in einer für diese sonst so unwirtliche Küste relativ gut geschützten Bucht liegt, hatte seine Blütezeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Diamantenfunde in der näheren Umgebung zahlreiche Glücksritter anzog. Mit weiteren Diamantenfunden in ganz Namibia und im benachbarten Südafrika ebenso wie vor der Küste zogen die Arbeiter jedoch weiter. Auch der Ausbau des Hafens im weiter nördlich gelegenen Walvis Bay traf Lüderitz und die Ortschaft verlor schnell an Bedeutung.

Heute ist Lüderitz vor allem als touristisches Ziel von Interesse – hier können ebenso wie in Swakopmund oder Windhoek noch heute zahlreiche Spuren der deutschen Geschichte gefunden werden, was vor allem historisch interessierte Namibia-Urlauber anzieht. Neben historischer Architektur im typischen Kolonialstil lassen sich in Lüderitz auch einige Jugendstil-Bauten bestaunen – die Stadt weist einen interessanten Stilmix aus unterschiedlichen Epochen auf und zahlreiche Gebäude wurden anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Stadt 1983 aufwendig restauriert.

Die bedeutendsten und aus historischer Sicht interessantesten Gebäude in Lüderitz sind das Goerke Haus, der Kapps-Ballsaal und die Felsenkirche. Letztere ist eine der ältesten lutherischen Kirchen in Namibia und wurde 1978 zum Nationalmonument ernannt. Die Bergstraße, die von farbenfrohen Häusern im Kolonialstil gesäumt ist, bietet bei einem Spaziergang nicht nur einen besonders guten Einblick in die abwechslungsreiche Geschichte der Ortschaft, sondern darüber hinaus auch zahlreiche herrliche Fotomotive.

Nicht zuletzt ist die Gegend rund um Lüderitz trotz ihrer Unwirtlichkeit Heimat zahlreicher Tierarten, wie etwa Robben, Pinguine und Seelöwen. Auch Flamingos machen hier immer wieder Rast.

Interessante Ausflugsziele im Umland von Lüderitz sind außerdem die beiden Geisterstädte Elizabeth Town und Kolmanskop. Kolmanskop war früher ein bedeutender Diamanten-Fundort – heute hingegen kämpft die verbliebene Architektur einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Dünen der Namib-Wüste.

Neben dem Tourismus lebt Lüderitz vor allem vom Fischfang und falls Sie bei einer Reise durch Namibia hierherkommen, sollten Sie unbedingt Langusten probieren, die hier besonders zahlreich ins Netz gehen und fangfrisch auf dem Teller landen. Auch Fans von Austern kommen hier voll auf ihre Kosten, denn Lüderitz beherbergt eine bedeutende Austernzucht.

Lüderitz ist mit dem eigenen Auto ebenso wie mit dem Flugzeug von Windhoek aus erreichbar. Falls Sie bei Ihrer Reise durchs Land genügend Zeit zur Verfügung haben, sollten Sie eine Anreise mit dem eigenen Fahrzeug in Betracht ziehen, denn bereits die Fahrt hierher ist ein einmaliges Erlebnis, führt sie doch durch eine typisch namibische Landschaft, die von Wüsten und Steppen geprägt ist und deren Weite man in Europa vergeblich sucht.

Zu Ihrer Orientierung finden Sie hier unsere Namibia Karte

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