Südafrika und seine Geschichte - ein kurzer Überblick

Südafrika gilt als die Wiege der Menschheit. Die hier gefundenen Knochen werden auf ein Alter von 3,5 bis vier Millionen Jahre geschätzt. Die "Cradle of Humankind" ist ein Unesco Weltkulturerbe in Maropeng bei Johannesburg, in dem die Geschichte der Menschheit anschaulich dargestellt wird.

Südafrika Knysna
Die Geschichte Südafrikas

Während der Frühgeschichte siedelten im Gebiet des heutigen Südafrika die San, aus denen vor rund 2000 Jahren verschiedene Völker, wie etwa die Khoikhoi, hervorgingen. Angehörige der San und auch der Khoikhoi leben bis heute noch sehr traditionell in verschiedenen Landesteilen Südafrikas.

Von Norden wanderten ungefähr seit dem dritten Jahrhundert verschiedene Bantu-Völker ein und besiedelten den Osten des Landes. Nachdem Bartolomeu Diaz 1488 die Südspitze Afrikas erreichte, gründete die Niederländische Ostindien-Kompanie 1652 die erste weiße Siedlung am Kap, die sich rasch zu einer Kolonie erweiterte. Diese erste Siedlung hat sich zum heutigen Kapstadt entwickelt, wo die Nachkommen von europäischen Siedlern neben zahlreichen verschiedenen afrikanischen Völkern leben. Eine weitere Bevölkerungsgruppe stellen die sogenannten "Cape Coloureds" dar, die aus gemischtrassigen Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen hervorgingen.

Die niederländisch-stämmigen Siedler sind als Buren bekannt; und da sich nicht lange nach ihrer Ankunft auch englische Kolonisten am Kap niederließen, wanderten die Buren ins Landesinnere und gründeten dort eigene Republiken. Diese Abwanderung Richtung Norden ist als der große Trek bekannt. Buren und Engländer lieferten sich bald erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft am Kap und es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die als Burenkriege (erster Burenkrieg 1880/81 und zweiter Burenkrieg 1899-1902) in die Geschichte eingingen. Als Ergebnis dieser Kriege wurden die verschiedenen Burenrepubliken in das Britische Empire eingegliedert. Daraus ging 1910 die Südafrikanische Union hervor. 1926 erhielt Südafrika die faktische Souveränität und erlangte 1931 auch formal die gesetzgeberische Unabhängigkeit von Großbritannien.

Die jüngere Geschichte Südafrikas ist in erster Linie durch das unrühmliche Kapitel der Apartheid geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die weißen Herrscher Südafrikas ein System der Rassentrennung, das als Apartheid bekannt werden und das Land bis in die späten 1980er-Jahre prägen sollte. Dieses System sah eine Unterdrückung aller farbigen Völker im Land (Schwarze, Coloureds, Inder und Malayen) vor. Eine auf stark rassistisch geprägten Grundsätzen basierende Gesetzgebung gab den Weißen alle Macht im Land, während vor allem die Schwarzen, die einen Großteil der Bevölkerung ausmachen, unter teils menschenunwürdigen Bedingungen lebten. Die Rassentrennung ging so weit, dass die Schwarzen in eigene Gebiete, bekannt als "Homelands", umgesiedelt wurden, wo sie keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Arbeit und Bildung hatten.

Diese Politik führte dazu, dass Südafrika 1961 auf außenpolitischen Druck hin aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde, was zur Gründung der Republik Südafrika führte. Weder der Druck der internationalen Staatengemeinschaft noch wirtschaftliche Sanktionen und Embargos konnten die weiße Führung des Landes dazu bewegen, ihre politische Richtung zu ändern oder die Gesetze zu lockern. Die Medien wurden zensiert und unliebsame Gegner hinter Gitter gebracht oder kamen unter fragwürdigen Umständen ums Leben. Die rassistischen Gesetze wurden mit der Zeit immer drastischer, sodass sich im Gegenzug eine Gegenbewegung etablierte, der auch einige Weiße angehörten. Der bekannteste Anti-Apartheid-Aktivist ist sicherlich Nelson Mandela, der aufgrund seiner Überzeugungen mehrere Jahrzehnte hinter Gittern verbrachte, während andere Aktivisten ihren Kampf auch mit dem Tod bezahlten.

Während die Staaten rund um Südafrika Unabhängigkeit erlangen, kämpfte das Land mit zunehmenden wirtschaftlichen Problemen. Die Verwaltung der Homelands, ebenso wie die Unterdrückung der Unruhen in den Townships, verursachte immer höhere Kosten, die durch Wirtschaftsembargos noch verstärkt wurden. Militärische Niederlagen, etwa in Angola, verschlimmerten die Lage und der amtierende Präsident Botha wurde zunehmend unpopulär. Nach seinem Rücktritt 1989 kam F. W. de Klerk an die Macht. Ursprünglich ein Verfechter der Apartheid, ging de Klerk als jener Staatspräsident in die Geschichte ein, der die Apartheid beenden sollte. Er hob 1990 das Verbot verschiedener Parteien auf und trat in Verhandlungen mit deren Vertretern, allen voran Nelson Mandela, der nach über 20 Jahren Haft auf Robben Island freigelassen wurde. Diese Verhandlungen läuteten in Südafrika eine neue Ära ein und 1994 fand die erste demokratische Wahl Südafrikas statt, aus der Nelson Mandela als Präsident hervorging. Seit dem Ende der Apartheid hat das Land eine neue Konstitution, die heute als die liberalste und offenste der Welt gilt.

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