Der Ngorongoro Krater - ein Weltnaturerbe

Der Ngorongoro Krater entstand, als am Rande der Serengeti ein Vulkanberg unter der Last seines eigenen Gewichts zusammenbrach. Die Region ist ein Biosphärenreservat und gehört seit 1979 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Ngorongoro Krater
Der Ngorongoro Krater - ein Weltnaturerbe

Der Ngorongoro Krater ist ein Bestandteil des Nationalparks Serengeti. Er liegt an der Peripherie dieses gewaltigen Naturreservates und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Er liegt auf einer Höhe von rund 1.700 Metern über dem Meeresspiegel. Noch heute sind die Kraterwände deutlich sichtbar. Sie sind zwischen 400 und 600 Meter hoch. Der Krater besitzt einen Durchmesser von mehr als 20 Kilometern und umfasst verschiedene Lebensräume mit unterschiedlicher Vegetation. Das Klima weist, bedingt durch die unterschiedlichen Höhenlagen, zum Teil erhebliche Schwankungen auf. Während in großer Höhe die Luft meist feucht und neblig ist, dominieren am Grund des Kraters trockene Savannenlandschaften mit deutlichen Temperaturschwankungen. Vereinzelt wachsen kleine Akazienwälder am Boden des Kraters. Die Hänge sind mit flachem Buschwerk bewachsen und teilweise existieren noch Reste von immergrünen Bergwäldern.

Der Ngorongoro Krater ist die Heimat unzähliger Tierarten. Zu den typischen Vertretern an Großwild gehören Elefanten, Zebras, Büffel, Antilopen und Gnus. Die Löwenpopulation im Krater gehört zu den größten weltweit. Die Raubtierdichte ist in dieser Region Tansanias höher als in anderen Gebieten Afrikas. Leoparden und Fleckenhyänen gehören neben den Löwen zu den häufigsten Vertretern dieser Art. In den Wasserlöchern leben Flusspferde und selbst die in ihrer Art bedrohten Spitzmaulnashörner kommen im Ngorongoro Krater vor. Alljährlich findet im Krater ein gewaltiges Naturschauspiel statt. Wenn die großen Tierwanderungen in der Serengeti einsetzen, führt der Weg der Herden auch durch den Ngorongoro Krater. Im Zentrum des Kraters liegt mit dem weißlich schimmernden Lake Magadi ein See, an dessen Ufern sich in der Regenzeit unzählige Wasservögel tummeln. Zu den auffälligsten Vertretern gehören die rosafarbenen Flamingos. Die helle Färbung verdankt der Lake Magadi Ablagerungen vulkanischer Asche. Sie ist auch der Grund für den hohen Alkaligehalt des Wassers.

Große Verdienste um den Ngorongoro Krater hat sich der deutsche Zoologe Bernhard Grzimek erworben. Seine ökologischen Studien bildeten in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Grundlage für die Einrichtung eines Schutzgebietes in der Region. Bekannt wurde der Zoologe durch seine Dokumentation "Serengeti darf nicht sterben". Aufgrund seiner Arbeiten wurde der Krater im Jahr 1979 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Die Gräber von Bernhard Grzimek und seines Sohnes Michael Grzimek befinden sich am Rand des Kraters. Neben der üppigen Tier- und Pflanzenwelt war der Ngorongoro Krater immer schon Lebensraum für den Menschen. Prähistorische Fundstätten förderten die Überreste von menschlichen Bewohnern zutage, deren Alter auf rund 3,6 Millionen Jahre geschätzt wurde. Vor etwa 200 Jahren siedelten sich die Massai in der Region an und vertrieben die ansässigen Stämme der Datoga.

Einen Besuch im Ngorongoro Krater sollten Sie sich während Ihres Aufenthaltes in Tansania nicht entgehen lassen. Innerhalb des Kraters werden Safaris mit allradbetriebenen Fahrzeugen angeboten. In den Randregionen können Sie sich einer Fußsafari anschließen, die unter Führung eines erfahrenen Rangers durchgeführt werden. Neben spannenden Einblicken in die Kultur der Massai haben Sie im Ngorongoro Krater die Gelegenheit, nahezu alle Arten der afrikanischen "Big Five" in ihrem natürlichen Lebensumfeld zu beobachten. Der Nationalpark ist ganzjährig geöffnet und es werden zu allen Jahreszeiten Safaris angeboten. Allerdings müssen Sie mit dem Einsetzen der Regenzeit mit erhöhten Niederschlagsmengen rechnen. Die Regenzeit beginnt Ende Oktober und dauert bis in den Mai an. In den Ngorongoro Krater gelangen Sie mit dem Geländewagen von Arusha aus oder mit einem Charterflug. Im Rahmen einer Tansania-Rundreise wird die Anreise bereits vom Reiseveranstalter organisiert. Auch die Nationalparkgebühren sind bei dieser Reiseart bereits im Reisepreis enthalten. Zu den Problemen im Krater gehört neben der wachsenden Anzahl von Touristen vor allem die Zersiedlung durch ansässige Stämme. Maßnahmen der Regierung zielen auf eine strikte Eindämmung der illegalen Landwirtschaft und Viehzucht ab.

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