Arbeiten in Tunesien

Die Aufnahme einer Tätigkeit ist in Tunesien für ausländische Staatsbürger an strenge Vorschriften geknüpft. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Arbeit.

Arbeiten in Tunesien
Arbeiten in Tunesien; hier: Bogen des Triumphs in Sbeitla

Für Europäer gibt es in Tunesien grundsätzlich zwei Möglichkeiten, den Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Zum einen können ausländische Arbeitnehmer einer abhängigen Erwerbstätigkeit im Angestelltenverhältnis nachgehen oder versuchen, durch die Gründung einer eigenen Firma oder Niederlassung, Geld zu verdienen. Eine abhängige Tätigkeit bei einer tunesischen oder ausländischen Firma dürfen Sie nur aufnehmen, wenn Sie im Besitz einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung, der sogenannten Carte Sejour, sind. Der Arbeitgeber muss bei den zuständigen Behörden nachweisen, dass die offene Stelle nicht von einem tunesischen Arbeitnehmer aufgrund fehlender Qualifikation oder Ausbildung besetzt werden kann. Dieser Umstand macht es ausländischen Arbeitnehmern schwer, eine bezahlte Tätigkeit in dem nordafrikanischen Land zu finden.

Selbst wenn die erforderlichen Bedingungen erfüllt sind und der Arbeitsvertrag unterzeichnet werden kann, sind deutliche Einschränkungen bei der Bezahlung hinzunehmen. Eine große Anzahl an inländischen Arbeitnehmern erhält gerade einmal den Mindestlohn von rund 300 Dinar im Monat, was umgerechnet etwa 135 Euro entspricht. Die Ausübung eines freien Berufes ist in Tunesien bereits für Einheimische streng reglementiert. Noch strengere Vorschriften gelten für ausländische Staatsbürger.

Die Gründung einer Firma durch Ausländer kann in Tunesien mit zwei unterschiedlichen Geschäftsmodellen erfolgen. Zum einen ist es möglich, eine sogenannte Offshore-Firma zu gründen und zum anderen kann die Eröffnung eines regulären Betriebes beantragt werden. Eine Offshore-Firma darf ihre Geschäfte ausschließlich außerhalb Tunesiens machen. Hergestellte Waren und Güter dürfen nicht im Land vertrieben werden und dürfen nur exportiert werden. Eine Offshore-Firma genießt zahlreiche Steuervorteile in dem nordafrikanischen Land. Die Eröffnung eines regulären Unternehmens ist für Ausländer an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Die Mehrheitsanteile der Firma müssen sich in der Hand eines tunesischen Staatsangehörigen befinden und der Firmeninhaber muss einen Befähigungsnachweis zum Führen des Unternehmens erbringen.

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