Mahdia - ein Geheimtipp

Die tunesische Küstenstadt Mahdia liegt rund eine Stunde Fahrzeit südlich von Monastir und empfängt Sie mit breiten Sandstränden, orientalischen Basaren und einer malerischen historischen Altstadt.

Mahdia
Mahdia - ein Geheimtipp

Mahdia liegt knapp 50 Kilometer südlich von der Hafenstadt Monastir und rund 65 Kilometer von Sousse entfernt an der tunesischen Mittelmeerküste. Die Stadt mit ihren rund 45.000 Einwohnern wurde vom Massentourismus bisher weitestgehend verschont und gilt als Geheimtipp für einen entspannten Badeurlaub in Tunesien. Mahdia wurde im 10. Jahrhundert von den Fatimiden gegründet und auf einer felsigen Halbinsel erbaut. Sie wurde zur Hauptstadt der historischen arabischen Region Ifriqiya, die Gebiete in Tunesien und im Osten Algeriens umfasste. Die exponierte Lage auf der Halbinsel besaß strategische Vorteile und rückte die Stadt im 11. Jahrhundert in den Fokus der oberitalienischen Seemächte Pisa und Genua. Im Jahr 1087 griffen sie Seestreitkräfte der Städte Mahdia an, wurden aber erfolgreich zurückgeschlagen. Später wurde die Stadt ein Unterschlupf für muslimische Piraten und im Jahr 1390 belagerte ein Kreuzfahrerheer erfolglos die Küstenstadt.

Unter osmanischer Herrschaft wurde die Festung Al Borj Al Kebir im Zentrum der Halbinsel errichtet. Das Verteidigungsbollwerk diente dazu, Angriffe der Spanier abzuwehren. Mahdia besitzt heute den zweitgrößten Fischereihafen Tunesiens und die Fischverarbeitung gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Küstenstadt. Der Hafen zählt zu den reizvollsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. In den Sommermonaten bieten die zahlreichen Fischkutter, die in den Abendstunden zu den Fanggründen aufbrechen, einen außergewöhnlichen Anblick. Ihre Laternen tauchen den jahrhundertealten Hafen in ein geheimnisvolles Licht und eine romantische Stimmung liegt über der Szenerie. Unmittelbar hinter dem Fischereihafen schließt sich die als Medina bezeichnete historische Altstadt von Mahdia an. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im alten Stadtzentrum gehört die Moschee Haji Mustapha Hamza, die im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Das islamische Gotteshaus gehört zu den ältesten Gebäuden in Mahdia. Sehenswert ist darüber hinaus die alte Stadtbefestigung, die sich in einem guten Erhaltungszustand befindet.

An der Skiffa El Kahla, einem Stadtmauertor in die Altstadt, findet immer freitags ein bunter orientalischer Basar statt. Neben der Fischerei besitzt die Seidenweberei und Stoffherstellung eine lange Tradition in Mahdia und auf dem wöchentlich stattfindenden Basar bieten Näherinnen und Weberinnen ihre handgefertigten Stoffwaren zum Verkauf an. Dort können Sie traditionelle Trachten, Seidenstoffe mit aufwendigen Stickereien und golddurchwebte Kleidungsstücke erwerben. Im Sommer finden darüber hinaus Freilichtaufführungen und Festivals auf dem Place du Caire in der Altstadt von Mahdia statt. Im Zentrum der touristischen Aktivitäten steht der sieben Kilometer lange feinsandige Strand vor der Stadt, der flach ins Meer abfällt und von einer Dünenlandschaft eingerahmt wird. Hier haben sich einige Hotels angesiedelt, die von Badeurlaubern als Unterkunft genutzt werden. Besonders Familien mit Kindern schätzen das ruhige Wasser und den flach abfallenden Sandstrand in den Ferien. Sonnenschirme und Liegen können direkt vor Ort gemietet werden und ein umfangreiches Wassersportangebot lässt in Ihrem Urlaub keine Langeweile aufkommen.

Mahdia rückte im Jahr 1907 mit einem aufsehenerregenden Fund vor der Küste in den Fokus der Unterwasserarchäologie. Damals wurde das Wrack eines antiken griechischen Handelsschiffes vor Mahdia entdeckt, das zwischen 100 v. Chr. und 80 v. Chr. gesunken ist. Der schwer beladene Segler hatte Bronze- und Marmorskulpturen, antike Möbelbeschläge und einzelne Säulensegmente an Bord, als er während eines Sturms vor der tunesichen Küste sank. Offensichtlich befand sich das Schiff auf dem Weg von Griechenland in das Römische Reich und sollte die Fracht in einem italienischen Hafen löschen. Bronzefiguren, Keramikgefäße und Amphoren wurden zwischen 1907 und 1913 vom Meeresgrund geborgen und können heute im Nationalmuseum von Bardo in der tunesischen Hauptstadt Tunis besichtigt werden. Die Nähe zur Hafenstadt Monastir gestaltet die Anreise nach Mahdia einfach. Vom dort befindlichen Flughafen existieren Direktverbindungen in zahlreiche europäische Städte und die Fahrt vom Airport bis in das Stadtzentrum nach Mahdia dauert nur etwa eine Stunde.

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