Sousse - architektonisches Kleinod

Die Hafenstadt Sousse liegt im Süden des Golfs von Hammamet. Die historische Altstadt mit der wehrhaften Stadtmauer wurde im Jahr 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Sousse
Sousse - architektonisches Kleinod

Sousse ist nach der Hauptstadt Tunis und der Hafenstadt Sfax mit rund 173.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Tunesiens. Sie liegt rund 130 Kilometer südlich von Tunis am Golf von Hammamet und gehört zu den populärsten Ausflugszielen im Norden des Landes. Die Wurzeln der Stadt liegen im 9. Jahrhundert v. Chr., als die Phönizier an dieser Stelle eine Handelsniederlassung gründeten. Dass die Stadt im Zuge des 3. Punischen Krieges einer Zerstörung durch die Römer entging, ist dem Umstand zu verdanken, dass sie sich rechtzeitig von Karthago lossagte. Nach der römischen Herrschaft wurde Sousse im 6. Jahrhundert von den Barbaren besetzt, bevor ein Jahrhundert später die Eroberung durch arabische Stämme erfolgte. Im 12. Jahrhundert besetzten die Normannen die Hafenstadt und anschließend befand sie sich jahrhundertelang unter osmanischer Vorherrschaft. In der französischen Kolonialzeit wurden der Hafen und die Neustadt angelegt.

Ein architektonisches Kleinod ist die als Medina bezeichnete Altstadt von Sousse. Einige Gebäude stammen aus dem 9. Jahrhundert, als die Araber in der Stadt herrschten. Die gesamte Altstadt ist von einer Stadtmauer umgeben und gehört seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Hauptmoschee steht nicht im Zentrum der Medina, sondern im Randbereich. Sie wurde zur Mitte des 9. Jahrhunderts errichtet und später erweitert. Der Kuppelbau auf dem Eckturm stammt aus dem 10. Jahrhundert. Das älteste islamische Gotteshaus in Sousse ist die Bou-Fatata-Moschee, die im frühen 9. Jahrhundert erbaut wurde. Über der Altstadt von Sousse thront die Kashba aus dem Jahr 844. Die arabische Festung gehört zu den besterhaltenen Festungsbauten in Tunesien. In den Innenräumen ist ein archäologisches Museum untergebracht, in dem Fundstücke aus der punischen, der römischen und der arabischen Zeit ausgestellt werden.

Im Zentrum der Medina liegt der Marktplatz mit zahlreichen Restaurants, Cafés und Geschäften. Dort werden Ihnen traditionelle Gerichte der tunesischen Küche serviert und es liegt eine Mischung aus verschiedenen orientalischen Gewürzen in der Luft. In unmittelbarer Nähe der Großen Moschee befindet sich die Koranschule Madrasa az-Zaqqāqiya. Der Bau geht vermutlich auf das 9. Jahrhundert zurück. Im 11. Jahrhundert erfolgte ein Ausbau des Gebäudes und in einem Raum befindet sich ein Grabmal, das eine Inschrift aus diesem Jahrhundert trägt. Ein eindrucksvolles kleines Kuppelgebäude erhebt sich mitten in der Altstadt. Zur Zeit der römischen Herrschaft befand sich an dieser Stelle die größte Zisterne von Sousse mit riesigen Gewölben. Später diente der Ort als Gefängnis, bevor die Zisterne ab dem späten 9. Jahrhundert wieder als Wasserspeicher für die Bevölkerung genutzt wurde. Die Anlage wurde nach umfangreichen Renovierungsarbeiten der Bevölkerung zugänglich gemacht und dient heute als Museum.

Neben den historischen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt hat Sousse herrliche Strände zu bieten, die Sonnenanbeter und Wassersportler gleichermaßen anziehen. Ein flach abfallender Sandstrand beginnt unmittelbar an der Hafenmauer und erstreckt sich über mehrere Kilometer bis in den Badeort Port el Kantaoui. Das Wasser ist trotz der Nähe zum Hafen sauber und an zahlreichen Strandabschnitten werden Sonnenschirme und Strandliegen vermietet. Die südlich der Stadt gelegenen Strände liegen an einer belebten Strandpromenade. Die größten Hotelkomplexe befinden sich an den Stränden, die sich bis nach Port el Kantaoui hinziehen. Hier finden Sie zahlreiche Appartementanlagen und 3-4-Sterne-Hotels, die vorwiegend in der Hauptsaison gebucht werden. Strandbars und Cafés versorgen Sie während eines Badeurlaubs in Sousse mit kühlen Getränken und kleinen Snacks. Das Wassersportangebot reicht vom Windsurfen bis zum Schnorcheln und Tauchen. Ein unheimlicher Ausflug führt Sie in die Katakomben von Sousse, die sich unweit der historischen Altstadt befinden. Auf einer Länge von fünf Kilometern befinden sich dort mehr als 200 Bestattungsnischen, die perfekt erhalten sind.

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