Chinas Geschichte – ein kurzer Überblick

China zählt zu den ältesten Hochkulturen der menschlichen Geschichte. Alten Aufzeichnungen zufolge reicht die chinesische Kultur mehr als 4.000 Jahre zurück. Der Legende nach soll China auf drei ursprüngliche Kaiser zurückgehen: Fuxi, Shennong und Huang Di. Huang Di wird auch als Gelber Kaiser bezeichnet und als Schöpfer der chinesischen Kultur angesehen. Die drei Kaiser sollen vor etwa 6.000 Jahren gelebt haben, ihre Existenz ist jedoch nicht ausreichend historisch belegt.

China Geschichte
China Geschichte

Archäologische Funde aus dem chinesischen Altertum bestätigen allerdings die Existenz zahlreicher Dynastien, wie zum Beispiel der Xia-Dynastie (etwa 2070–1600 v. Chr.) oder der Zhou-Dynastie (1100–256 v. Chr.).

221 v. Chr. wurde das Kaiserreich China von Kaiser Qín Shuhuáng gegründet – dieses Kaiserreich bestand über 2.000 Jahre und war von Streitigkeiten zwischen den unterschiedlichen Dynastien geprägt. Am Ende der zahlreichen herrschenden Dynastien stand die Qing-Dynastie (1644–1911) und war somit die letzte chinesische Dynastie vor der Ausrufung der chinesischen Republik durch Sun Yatsen am 1. Januar 1912. Der letzte Kaiser der Quing-Dynastie Pǔ Yí war bei seiner Abdankung erst fünf Jahre alt.

1917 erklärte die Chinesische Republik Deutschland und Österreich den Krieg. Mit seinem Eintritt in den Ersten Weltkrieg wollte China sich mit den europäischen und amerikanischen Alliierten im Kampf gegen Japan verbünden. China schickte zwar während des Ersten Weltkriegs keine Truppen nach Europa oder Afrika. Es beteiligte sich jedoch an der französischen Rüstungsindustrie. Zusätzlich entsandte das Land Kontraktarbeiter nach Frankreich.

In den Folgejahren kam es immer wieder zum Krieg mit Japan. Japan eroberte u. a. 1931 die Mandschurei und setze dort den letzten Kaiser der Quing-Dynastie, Pǔ Yí, als Kaiser ein. Das Ende der Auseinandersetzungen wurde erst 1945 mit Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entfachte in China der Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalisten. 1949 besiegten die Kommunisten unter Mao Zedong die Nationalisten, die nach Taiwan flohen. Es folgte die Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949. Die Kommunistische Partei versprach die Bekämpfung der Inflation und den Wiederaufbau der Infrastruktur. Der alte Feudalismus sollte zerschlagen und eine neue Gesellschaft geschaffen werden. Zu diesem Zweck wurden ab 1950 Massenkampagnen organisiert, die das Bewusstsein der Menschen ändern und die Bevölkerung zu folgsamen kommunistischen Bürgern machen sollten. Eine der bekanntesten Kampagnen in diesem Sinne war der "Große Sprung nach vorn". Um den Aufbau Chinas voranzutreiben, wurden im Rahmen dieser Kampagne vor allem die Bauern mobilisiert. Während das Land intern aufgebaut wurde, war die Außenpolitik von Isolation geprägt. Mit dem Tod von Mao Zedong 1976 wurde Hua Guofeng als Nachfolger zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei ernannt. Bereits ein Jahr später ging das Amt jedoch auf Deng Xiaoping zurück, der ursprünglich von Mao entmachtet wurde. Schnell avancierte Xiaoping zum wichtigsten Politiker in China und führte das Land zur sozialistischen Marktwirtschaft. Außerdem verbesserten sich unter seiner Herrschaft die Beziehungen zum westlichen Teil der Welt. Seit dieser Zeit gehört China zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftregionen weltweit. Die Schattenseiten dieses rasanten Wirtschaftswachstums liegen u. a. in einer starken Umweltverschmutzung sowie einer stetig wachsenden Kluft zwischen arm und reich. Die Volksrepublik China kämpft bis heute gegen die Zweiklassengesellschaft, die aus ca. 900 Millionen Bauern und Landarbeitern sowie einer relativ kleinen, jedoch ständig wachsenden Mittel- und Oberschicht besteht.

Die Unterschicht aus Bauern und Landarbeitern lebt häufig unter einfachsten Bedingungen, oft ohne Wasserversorgung und Elektrizität. Die Kinder der Bauern haben oft keinen Anspruch auf Schulbildung. Die Mittel- und Oberschicht hingegen legt Wert auf einen gehobenen Lebensstandard. Die Eltern achten auf eine erstklassige Bildung, die ihre Kinder teilweise gnadenlos zu Höchstleistungen antreibt.

Hungersnöte und Kriege hielten das Wachstum der chinesischen Bevölkerung in Grenzen. Nach 1949 kam es jedoch zu einem explosionsartigen Bevölkerungswachstum und folglich wurde 1980 die Ein-Kind-Politik eingeführt. Der Zuwachs konnte damit auch tatsächlich reduziert werden; die Ein-Kind-Politik führte jedoch zu anderen Problemen, wie etwa einem Frauenmangel. Da Jungen als Nachfolger in China traditionell einen größere Stellenwert haben, wurden Mädchen verstärkt abgetrieben und so kommen heute auf 120 Männer nur etwa 100 Frauen. Diese Verzerrung sorgt dafür, dass insbesondere Männer aus der Unterschicht oftmals Probleme haben, eine passende Frau zu finden.

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