Yangtze-Fluss - der drittgrößte Strom der Erde

Der Yangtze ist der längste Strom Chinas und teilt das Land in Nord- und Südchina. Er fließt durch tiefe Schluchten und grüne Ebenen. Der Fluss ist 6.380 Kilometer lang und mündet bei Shanghai in einem weitverzweigten Delta in das Ostchinesische Meer.

Yangtze
Yangtze – der drittgrößte Strom der Erde

Allein die Länge des Yangtze-Flusses ist beeindruckend. Nach dem Nil und dem Amazonas ist der Yangtze der drittlängste Strom der Welt. Seine Quellen befinden sich in der Hochebene von Tibet in der westchinesischen Provinz Qinghai. Von den insgesamt 6.380 Kilometern Länge sind rund 2.800 Kilometer schiffbar. Atemberaubende Landschaften ziehen sich an seinen Ufern entlang und rund 350 Millionen Chinesen leben im Einzugsgebiet des Flusses. Das Klima am Yangtze ist subtropisch. Im Sommer herrschen auf dem befahrbaren Abschnitt zwischen der Stadt Yibin und dem Mündungsdelta Temperaturen von weit über 30 Grad bei einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit. In den Wintermonaten sinken die Tagestemperaturen auf Werte um die 10 Grad. Wenn Sie auf einer Flusskreuzfahrt die imposanten Schluchten und die subtropische Vegetation kennenlernen wollen, bieten sich die regenärmeren Zeiten im Frühling oder Herbst an.

In einer der wichtigsten chinesischen Städte am Yangtze, in Chongqing, nehmen zahlreiche Kreuzfahrten auf dem mächtigen Fluss ihren Anfang. Eindrucksvoll ist die Durchquerung mehrerer Schluchten auf einer mehrtägigen Reise. Die Qutang Schlucht besitzt eine Länge von acht Kilometern und ist ein faszinierendes Naturwunder. Gerade einmal 150 Meter ist der gewaltige Canyon an einigen Stellen nur breit und die grünen Felswände steigen zu beiden Seiten des Flussufers auf bis zu 1.200 Meter Höhe an. Bedrohlich nähern sie sich immer wieder dem Schiff und spektakuläre Eindrücke sind auf diesem Flussabschnitt garantiert. Auf der Reise passieren Sie mit dem roten Pavillon ein eindrucksvolles Bauwerk, das sich auf dem Hügel Shibaozhai erhebt. Das neunstöckige Gebäude wurde im Jahr 1819 erbaut und steht unter Denkmalschutz. Die Qutang Schlucht ist die erste der drei Schluchten, die durch den Bau des monumentalen Drei-Schluchten-Staudamms weltweite Bekanntheit erlangte.

Yangtze
Der Yangtze Fluss in China

Die zweite Schlucht ist die Wu-Schlucht mit einer Länge von insgesamt 44 Kilometern. Hier fraß sich der mächtige Fluss im Lauf der Jahrmillionen tief in das Felsgestein. Die steilen Hänge steigen bis auf eine Höhe von 1.000 Metern an und erinnern stark an die imposanten Küstenabschnitte Norwegens mit ihren tiefen Fjorden. Eine charakteristische Felsformation in der Wu-Schlucht trägt den Namen "Die zwölf Schwestern". Der Legende nach soll an diesem Flussabschnitt die Göttin Yao Ji gemeinsam mit ihren 11 Schwestern die Flussdrachen bezwungen haben. Die längste der drei Schluchten ist die Xiling-Schlucht. Die engste Stelle misst gerade einmal 80 Meter und die Durchfahrt ist ein eindrucksvolles Naturschauspiel. In dieser Schlucht befindet sich der Drei-Schluchten-Staudamm, der zu den berühmtesten Bauwerken in China zählt. Bis zum Jahr 2009 stieg der Wasserstand durch die Staustufe um mehr als 90 Meter an. Der entstandene Stausee erstreckt sich heute über eine Länge von rund 500 Kilometern und umfasst alle drei Schluchten.

Der Bau dieses monumentalen Bauwerks wurde mit dem dringend benötigten Hochwasserschutz und der Energiegewinnung begründet. Tatsächlich führten Flutkatastrophen am Yangtze vor dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms immer wieder zu großen Überschwemmungen mit zahlreichen Todesopfern. Der Bau war von Anbeginn wegen der unvorhersehbaren ökologischen Folgen ein sehr umstrittenes Bauprojekt. Zur Umsetzung der ehrgeizigen Pläne mussten etwa 1,2 Millionen Menschen umgesiedelt werden, deren Städte und Dörfer später in den angestauten Fluten versinken sollten. Ein Beispiel für diese Maßnahmen finden Sie in der chinesischen Geisterstadt Fengdu. Rund 100.000 Einwohner wurden in höher gelegene Gebiete zwangsumgesiedelt. Die Bezeichnung "Geisterstadt" erhielt die Stadt wegen der zahlreichen buddhistischen und taoistischen Tempelanlagen, die bereits vor mehr als 2.000 Jahren zur Zeit der Han-Dynastie errichtet wurden. Die Bauwerke liegen allesamt über der Wasseroberfläche des angestauten Flusses und wurden durch den Bau des Drei-Schluchten-Staudamms nicht in Mitleidenschaft gezogen.

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