Fatehpur Sikri - Schatz architektonischer Denkmäler

Fatehpur Sikri ist die alte Hauptstadt des ehemaligen Mogulreiches und verfügt über einen riesigen Schatz architektonischer Baudenkmäler. Die gesamte Innenstadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri - Schatz architektonischer Denkmäler

Rund 40 Kilometer westlich der Millionenmetropole Agra mit dem weltbekannten Taj Mahal befindet sich mit Fatehpur Sikri die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches. Die Stadtgründung geht auf Großmogul Akbar den Großen zurück, der die Paläste und Moscheen zwischen 1569 und 1574 praktisch aus dem Boden stampfte. Genau so schnell, wie das politische Zentrum der damaligen Zeit erbaut wurde, wurde die Stadt im Jahr 1585 wieder verlassen. Als Grund wird heute die mangelnde Wasserversorgung angegeben. Zurück blieb mit Fatehpur Sikri eine nahezu perfekt erhaltene Mogulstadt mit einem Stadtbild, das in der heutigen Form bereits vor 500 Jahren existierte. Das vollständig erhaltene Gebäudeensemble veranlasste die UNESCO, die gesamte Innenstadt von Fatehpur Sikri zum Weltkulturerbe der Menschheit zu erklären. Heute zählt die nordindische Stadt rund 30.000 Einwohner.

Die Entstehungsgeschichte von Fatehpur Sikri ist eng mit der Biografie von Akbar dem Großen verbunden. Der Großmogul übte eine große Toleranz gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen. Obwohl er selbst Moslem war, verbrachte er viel Zeit im Austausch mit Anhängern anderer Glaubensrichtungen. Seine bevorzugte Ehefrau war eine Hinduistin. Zur Finanzierung des Aufbaus von Fatehpur Sikri führte er ein effizientes Steuersystem ein, das von den Fürsten und Angehörigen unterschiedlicher Religionen getragen wurde. Zahlreiche Paläste und Moscheen aus dem 16. Jahrhundert warten in Fatehpur Sikri auf Ihren Besuch. Der wichtigste Haremspalast für die hinduistischen Frauen von Akbar dem Großen war der Jodha Bai Palast. In der Architektur mischen sich hinduistische mit moslemischen Stilelementen. Die Wände dieses Bauwerks bestehen vollständig aus Steingittern. Die Karawansereien Sarai und Hiran Minar sind große Innenhöfe, die von ehemaligen Unterkünften umgeben sind. Hier trafen sich reisende Händler, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Unter dem Minarett Hiran Minar soll sich der Überlieferung zufolge das Grab des Lieblingselefanten von Akbar befinden.

Ein einzigartiges Gesamtkunstwerk ist der ehemalige Königspalast. Der Hauptpalast mitsamt dem zugehörigen Hofkomplex ist komplett erhalten. Die prächtige Audienzhalle Diwan-i-Am ist von Bogengängen und reich verzierten Gittern umgeben. Von der kunstvoll gestalteten Halle führt Sie ein Torbogen in einen zweiten Innenhof. Mit der Diwan-i-Khas können Sie hier die private Audienzhalle des Großmoguls besichtigen. Im Mittelpunkt der Halle steht eine Steinsäule, die einen flachen Thron stützt. Strahlenförmig führen Stege vom Thron in alle vier Ecken des Raumes. Es wird vermutet, dass der Herrscher bei Besprechungen im Zentrum Platz nahm, während seine vier Minister mit Sitzgelegenheiten in den Ecken vorlieb nehmen mussten. Das "Haus der türkischen Sultanin" diente einer Lieblingsfrau von Akbar als Wohnsitz. Neben persischen und türkischen Einflüssen weist die Architektur des Gebäudes auch chinesische Gestaltungselemente auf. Mit dem Daulat Khana finden Sie den Privatpalast des indischen Herrschers an einem kleinen Garten. Im Untergeschoss war eine Bibliothek untergebracht und hinter dem Gebäudekomplex schließt sich mit dem "Haus der Träume" das kaiserliche Schlafgemach an.

Zu den eindrucksvollsten und bekanntesten Bauwerken in Fatehpur Sikri zählt der Panch Mahal. Den fünfstöckigen Palast finden Sie nordwestlich der Schlafgemächer. Insgesamt 176 Säulen tragen das prachtvolle Gebäude. Vermutlich wurde der Palast früher von den Hofdamen genutzt. Die einzelnen Stockwerke verjüngen sich nach oben, was dem Gebäude die Silhouette einer Pyramide verleiht. Die sogenannte Dargah-Moschee befindet sich südwestlich des Palastkomplexes. Sie wurde ursprünglich aus rotem Sandstein erbaut und später mit weißem Marmor überzogen. Die feingliedrigen Marmorfenster zeugen von der hohen Handwerkskunst der damaligen Baumeister. In dem Gebäude befindet sich das Grab von Sheikh Salim Chishti. Zu den imposantesten Bauwerken in Fatehpur Sikri gehört das gewaltige Tor Buland Darwaza. Akbar der Große ließ den 54 Meter hohen Steinbogen zum Gedenken an den Sieg über die Stadt Gujrat errichten. Das Tor bildet den Haupteingang zum Palastgelände und ist nur über 32 Stufen zu erreichen.

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