Mahabalipuram - Strand und lebendige Geschichte

Der südindische Ort Mahabalipuram gehört zum bevorzugten Ziel für Badeurlauber und Geschichtsinteressierte. Neben traumhaften Sandstränden erwartet Sie hier eine der wichtigsten archäologischen Fundstätten Indiens.

Mahabalipuram
Mahabalipuram

Das kleine Städtchen Mahabalipuram an der indischen Koromandelküste zählt rund 12.000 Einwohner und liegt im Bundesstaat Tamil Nadu. Der Ort empfängt Sie mit einer unvergleichlichen Mischung aus Strandurlaub und lebendiger Geschichte. An zahlreichen Fundorten wurden Baudenkmäler aus der Zeit der indischen Pavalla-Dynastie, die vom 7. bis zum 9. Jahrhundert herrschte, freigelegt. Die Tempelanlagen in Mahabalipuram gehören zu den ältesten erhaltenen Bauwerken im Süden Indiens und wurden im Jahr 1985 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. In Mahabalipuram befand sich im 6. Jahrhundert der bedeutendste Seehafen des damaligen Pandya-Reiches. Der Hafen entwickelte sich bis zum Niedergang dieser Dynastie im 8. Jahrhundert zum Tor nach Südostasien. Es herrschte eine rege Handelstätigkeit, die der Stadt zur wirtschaftlichen Blüte verhalf. In dieser Zeit entstanden die meisten Tempelbauten in der Region. Der verheerende Tsunami im Dezember 2004 legte durch die folgende Absenkung des Meeresspiegels zahlreiche weitere Fundstücke über und unter der Wasseroberfläche frei, die seit 2005 von der stattlichen Unterwasserarchäologie erforscht werden.

Direkt am feinsandigen goldgelben Strand von Mahabalipuram befindet sich der Küstentempel. Er stammt aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. und ist einer der ältesten Tempel in Südindien. Die Konstruktion des Tempelturmes war in der damaligen Zeit richtungsweisend für die Entwicklung des Dravida-Baustils. Der Küstentempel gehörte einst zu einer Ansammlung mehrerer Bauwerke dieser Art, die zusammen einen ganzen Tempelkomplex bildeten. Durch seine Nähe zum Meer sind besondere Schutzmaßnahmen für das Bauwerk erforderlich. Eine Einfriedung aus massiven Felsbrocken schützt den Tempel vor den Wellen des Indischen Ozeans. Durch diesen Schutzwall überstand das Gebäude den Tsunami im Jahr 2004 unbeschadet. Etwas mehr als einen Kilometer vom Zentrum Mahabalipuram entfernt erwartet sie mit den "fünf Rathas" eine weitere archäologische Attraktion. Dabei handelt es sich um fünf hinduistische Tempel aus dem 7. Jahrhundert. Das Besondere an den Tempeln ist ihre monolithische Struktur. Sie wurden aus einem Stück Fels herausgearbeitet und unterscheiden sich hinsichtlich ihres Stils.

Das Flachrelief mit dem Namen "Herabkunft der Ganga" entstand im 7. Jahrhundert und gehört zu den größten Kunstwerken dieser Art weltweit. Mit einer Breite von 33 Metern und 12 Metern Höhe besitzt es monumentale Ausmaße. Der Inhalt des Reliefs wird mit der Entstehung des heiligen Flusses der Inder, dem Ganges, in Verbindung gebracht. Darüber hinaus zeigt es Szenen aus dem dörflichen Leben der Inder vor 1.300 Jahren. Weitere Tempelbauten und eindrucksvolle Höhlentempel finden Sie westlich des Städtchens. In einen 500 Meter langen Felsen wurden zahlreiche Höhlen gegraben, die mit kunstvollen Darstellungen ausgestattet sind. In der Nähe haben Sie die Gelegenheit dem sogenannten "Butterball Krishnas" einen Besuch abzustatten. Es handelt sich dabei um eine gewaltige Felskugel auf einem kleinen Hügel. Aus der Ferne haben Sie den Eindruck, die Kugel könne augenblicklich den Berg hinabrollen.

Neben den archäologischen Fundstätten hat Mahabalipuram wunderschöne Sandstrände zu bieten, die zu einem Bad in den Fluten des Indischen Ozeans einladen. Die touristische Infrastruktur ist noch unterentwickelt, doch einige kleine Hotels und Cafés sind in den letzten Jahren entstanden. In Strandnähe werden vereinzelt Ferienhäuser zur Miete angeboten. Die Unterkünfte sind in der Region sehr preiswert und der Strand zeichnet sich durch Ruhe und Sauberkeit aus. Frische Fischgerichte werden schmackhaft in den kleinen Restaurants in der Innenstadt zubereitet. Eine gewaltige Anziehungskraft auf in- und ausländische Besucher übt das alljährlich stattfindende Tanzfestival in Mahabalipuram aus. Nicht selten tummeln sich zu dieser Zeit mehr als 100.000 Gäste in dem kleinen südindischen Ort. In Mahabalipuram besitzt die hohe Kunst des Steinmetzhandwerkes eine lange Tradition. Zum Erhalt dieses alten Handwerkes wurde in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts die "School of Architecture & Art" gegründet, in der Schüler in dieser Tätigkeit unterrichtet werden.

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