Fort Meherangarh - uneinnehmbare Anlage

Die gewaltige Festungsanlage Meherangarh erhebt sich wie ein riesiger quaderförmiger Monolith auf einem mehr als 100 Meter hohen Hügel über der Stadt Jodhpur.

Fort Meherangarh
Fort Meherangarh - uneinnehmbare Festungsanlage

Fort Meherangarh liegt am Rand der Wüste Thar im indischen Bundesstaat Rajasthan. Unzählige Befestigungsanlagen befinden sich in der Region in Nordindien. Fort Meherangarh gehört zweifellos zu den eindrucksvollsten und imposantesten Verteidigungsanlagen Rajasthans. Wie ein gewaltiger Monolith erhebt sich die wehrhafte Anlage auf einem 125 Meter hohen Hügel über Stadt Jodhpur. Fort Meherangarh besteht aus einer eng bebauten Palastanlage und ist von umlaufenden Befestigungs- und Verteidigungsanlagen geschützt. Die Festungsmauer umschließt die Anlage auf einer Länge von zehn Kilometern. "Zitadelle der Sonne" wurde das Fort früher genannt. Tatsächlich behaupteten die früheren Bewohner, von der Sonne abzustammen. Im Jahr 1459 begannen die Bauarbeiten für die imposante Verteidigungsanlage. Auftraggeber war der 15. Herrscher von Marwar mit dem Namen Rao Jodha. Er gründete Fort Meherangarh und die zu Füßen des Hügels liegende Stadt Jodhpur.

Eine kurvenreiche Straße führt von der Stadt aufwärts. An manchen Stellen öffnet sich das Buschwerk und gibt eine fantastische Aussicht frei. Oben erwartet Sie vor dem Eingang zur Festung ein riesiger Parkplatz, auf dem ständig Reisebusse ankommen und indische Fahrer auf Kundschaft warten. Vom Parkplatz genießen Sie bereits einen grandiosen Ausblick auf das Stadtgebiet von Jodhpur. Statt Führungen durch ausgebildetes Personal findet die Besichtigung von Fort Meherangarh mithilfe von Audio-Guides statt. Mit Kopfhörern ausgestattet, können sie nach Belieben die Anlage erkunden und erhalten an 33 einzelnen Stationen Informationen zur Geschichte und Bestimmung des jeweiligen Ortes. Die Audio-Guides sind im Eintrittspreis inkludiert und werden in den Sprachen Hindi, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch, Englisch und Japanisch angeboten. Ausgestattet mit diesem technischen Equipment, steht Ihrer Entdeckungstour hinter den mächtigen Festungsmauern nichts mehr im Wege.

Die Spuren der bewegten Vergangenheit fallen bereits beim Betreten von Fort Meherangarh auf. Das erste Tor trägt noch heute die Spuren der Einschläge von Kanonenkugeln. Insgesamt sieben Tore sind zu durchqueren, bevor Sie in den höchstgelegenen Bereichen der Anlage ankommen. Auch am zweiten Tor finden Sie die Spuren von bewaffneten Auseinandersetzungen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts scheiterten die Eroberungsversuche an dieser Stelle. Der Aufstieg in die Festungsanlage führt über steile Serpentinen an den hohen Mauern vorbei. Auf der ersten Terrasse steht eine riesige Kanone und es öffnet sich eine fantastische Aussicht. Der ursprüngliche Eingang zum Fort Meherangarh befand sich früher hinter dem dritten Tor mit dem Namen Amrit Pol. Mit dem gewaltigen Sonnentor Suraj Pol passieren Sie den letzten Durchgang und erreichen die Palastanlagen. In den Gebäuden ist heute das Mehrangarh Museum untergebracht. Eine schaurige Besonderheit erwartet sie am Tor Loha Pol. Neben den mit spitzen Eisenstacheln ausgestatteten Türen befinden sich zahlreiche Handabdrücke an der Mauer. Sie stammen von den Witwen des Maharadschas Man Singhdie. Nach dem Tod des Fürsten stürzten sich seine Frauen, einer alten Tradition folgend, in die Flammen eines Scheiterhaufens und folgten ihm in den Tod.

Auf dem Gipfel der Festungsanlage betreten Sie ein großes Plateau. Im Nordwesten befinden sich die Palastanlagen mit dem Museum, im Osten erstreckt sich eine weitläufige Terrasse mit einer herrlichen Aussicht und im Süden schließen sich stark befestigte Verteidigungsanlagen an. Auf dem Schutzwall stehen einige alte Kanonen. Am hinteren Ende des Forts steht der Chamunda-Tempel, dem Sie bei dieser Gelegenheit einen Besuch abstatten können. Eine erholsame Rast nach dem anstrengenden Aufstieg können Sie in dem kleinen Restaurant hinter dem Tor Loha Pol einlegen. Das Angebot entspricht dem einer Snackbar und zwischen den schattigen Mauern haben sie einen schönen Blick auf die im Tal liegende Stadt Jodhpur. Die wuchtigen Mauern von Fort Meherangarh erwiesen sich im Lauf der Jahrhunderte als uneinnehmbar. Sämtliche Eroberungsversuche wurden von den Burgherren erfolgreich zurückgeschlagen.

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