Rotes Fort in Agra - eine eindrucksvolle Palastanlage

Das Rote Fort in Agra ist eine gewaltige Festungs- und Palastanlage, die sich in einer Entfernung von rund zweieinhalb Kilometern vom weltberühmten Taj Mahal befindet und zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Rotes Fort
Rotes Fort in Agra - eindrucksvolle Palastanlage

Im Jahr 1983 wurde das Rote Fort in Agra in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die gewaltige Festungsanlage stammt aus der Epoche der Mogulkaiser. Mit dem Bau wurde im Jahr 1565 unter dem damaligen Kaiser Akbar der Große begonnen. Der Herrscher ließ den Regierungssitz im 16. Jahrhundert von Dehli nach Agra verlegen. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Anlage unter Shah Jahan erweitert und ausgebaut. Unter diesem Herrscher wurde im Jahr 1631 auch mit dem Bau des Taj Mahal begonnen. Das weltbekannte Mausoleum liegt rund zweieinhalb Kilometer vom Roten Fort entfernt in der gleichen Stadt. Unter Akbar dem Großen wurde für den Bau der Festung fast ausschließlich roter Sandstein aus der Region von Rajasthan verwendet. Shah Jahan bevorzugte als Baumaterial hingegen weißen Marmor, der mit unzähligen Glasstücken und Halbedelsteinen verziert wurde.

Nach 1648 verlor das Rote Fort an Bedeutung, weil der Regierungssitz wieder nach Dehli verlegt wurde. Im Jahr 1803 nahmen die Truppen der britischen Kolonialmacht die Festung ein und während des indischen Aufstandes im Jahr 1857 war der Ort Schauplatz anhaltender bewaffneter Auseinandersetzungen. Die Anlage liegt auf einem Hügel am Ufer des Flusses Yamuna. Die Festungsanlage verfügt über einen Grundriss in Form eines Halbmondes und wird von einer gewaltigen Mauer umgeben. Sie ist durchschnittlich 20 Meter hoch und insgesamt rund 2,4 Kilometer lang. Durch die Verwendung von rotem Sandstein als Baumaterial schimmert das komplette Fort rostrot. Hinter den wehrhaften Festungsmauern verbergen sich zahlreiche Paläste und Moscheen. Die Gärten im Inneren der Anlage bilden eine reizvolle landschaftliche Ergänzung zu den steinernen Bauwerken. Der Baustil vereint hinduistische Architektur mit islamischen Gestaltungselementen zu einer harmonischen Einheit.

Das Rote Fort können Sie nur durch eines der beiden Haupttore betreten. Ausschließlich das Dehli- und das Lahore-Tor gewähren Zugang zu den jahrhundertealten Anlagen. Planen Sie genügend Zeit für eine Besichtigungstour ein, denn die Festungs- und Palastanlage liefert Ihnen reizvolle architektonische Kontraste und interessante Farbspiele. Weiße Marmorpaläste aus der Zeit Shah Jahans bilden einen stimmungsvollen Kontrast zum Rot der mächtigen Sandsteinmauern. Diese werden ebenfalls von Marmor durchzogen. Dieses Detail offenbart sich erst auf den zweiten Blick. An vielen Orten werden Sie an orientalische Baukunst erinnert. Kleine Wandnischen mit geschwungenen Bögen haben persische Architektur zum Vorbild. Ein Teil des Roten Forts in Agra wird heute militärisch genutzt und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Davon betroffen ist auch der Zugang zur prächtigen Perlenmoschee. Sehenswert ist im Inneren der Festung der Machi Bhavan. Der Innenhof ist an drei Seiten von doppelstöckigen Bogengalerien umschlossen. Im oberen Stock der südlichen Front befindet sich ein Pavillon, in dem einst der goldene Thron der Herrscher gestanden haben soll.

Mit dem Rote Fort in Agra und dem Taj Mahal stehen zwei der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Indiens eng miteinander in Verbindung. Shah Jahan, der Erbauer des monumentalen Grabmals Taj Mahal, wurde zur Mitte des 17. Jahrhunderts von seinem Sohn vom Thron gestoßen und im Roten Fort gefangen gehalten. Das Betreten des Thronsaales war ihm zwar untersagt, doch vom Jasmin-Turm aus konnte er auf das Taj Mahal und damit auf die letzte Ruhestätte seiner geliebten Hauptfrau schauen. Die Bauwerke Shah Jahan prägen bis heute nachhaltig das Gesicht Indiens. Unter seiner Herrschaft entstanden zahlreiche Prestigebauten, die zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des asiatischen Landes gehören. Einen Besuch des Roten Forts in Agra können Sie ideal mit einer Besichtigung des Taj Mahals verbinden. Mit der alten Hauptstadt Fatehpur Sikri finden Sie einen weiteren geschichtsträchtigen Ort Indiens in einer Entfernung von 40 Kilometern von Agra. Das gesamte Stadtgebiet von Fatehpur Sikri gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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