Somnathpur - Sitz des Keshava-Tempels

Somnathpur ist ein Dorf, das rund 35 Kilometer östlich der indischen Großstadt Mysore liegt. Mit dem Keshava-Tempel aus dem 13. Jahrhundert ist ein eindrucksvolles Bauwerk aus der Hoysala-Zeit die Attraktion des Ortes.

Somnathpur
Somnathpur - Schnitzerei am Keshava-Tempel

Von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zum Jahr 1345 regierte im Süden Indiens auf dem heutigen Territorium des Bundesstaates Karnataka die Hoysala-Dynastie. Die Fürsten wurden damals zu Bewahrern der hinduistischen Werte und Traditionen. Die Dichtkunst erlebte zu dieser Zeit eine Blüte und es entstanden zahlreiche Tempelbauten, die sich durch ihre geradlinige Struktur und harmonische Linienführung auszeichneten. Die kulturellen Hinterlassenschaften der Hoysala-Dynastie können Sie noch heute in den südindischen Städten von Mysore bis Belur bewundern. Im Jahr 1268 entstand in dem heutigen Dorf Somnathpur ein Tempel, der zu den eindrucksvollsten Beispielen der Hoysala-Architektur gehört. Er wurde zur Regierungszeit von König Narasimha III. errichtet, als die Fürsten den Höhepunkt ihrer Macht in Südindien erreicht hatten.

Der Keshava-Tempel in Somnathpur wird von einer hohen Mauer umgeben. Der Eingang zum Tempelkomplex wird durch einen Windfang mit gewundenen Säulen markiert. Als Baumaterial wurde Speckstein verwendet. Der Keshava-Tempel gehört mit seiner symmetrische Konstruktion, den kunstvollen Skulpturen und seinen eindrucksvollen Schreinen zu den bedeutendsten Bauwerken der Hoysala-Dynastie. Der Tempel befindet sich in einem hervorragenden Erhaltungszustand. Das Hauptgebäude ruht auf einer sternförmigen Grundplatte und die Wände sind übersät mit kunstvoll gearbeiteten Reliefs. Es werden Szenen aus dem täglichen Leben der Bauern, aus dem Alltag der Könige von Hoysala und aus dem Epos Mahabharata dargestellt. Aus der Unterschiedlichkeit sämtlicher Darstellungen beziehen die Außenwände des Tempels ihren Reiz. Drei turmartige Vishnu-Schreine aus dem 13. Jahrhundert bilden den hinteren Bereich des Tempels. Die harmonische Symmetrie der Architektur wird bei der Ansicht von außen und innen deutlich. Beim Betreten des rechteckigen Saales des Hauptgebäudes fällt die ungewöhnliche Gestaltung der drei Schreine auf. Sie sind in der Art eines sechzehnzackigen Sterns geformt.

Versäumen Sie es nicht, bei Ihrem Aufenthalt in Somnathpur der Sandelholzstadt Mysore einen Besuch abzustatten. Sie liegt nur rund 35 Kilometer westlich des Dorfes und ist das indische Zentrum der Weihrauchstäbchenherstellung. Überall im Stadtgebiet beschäftigen sich Familienunternehmen mit der Produktion der aromatisch duftenden Räucherstäbchen. Auf den Wegen durch die Stadt begleitet Sie ständig der Duft nach Sandelholz, Jasmin, Rosen und Frangipani. In den Geschäften der Stadt begegnen Ihnen kunstvoll gefertigte Tische aus Rosenholz mit Intarsien aus Elfenbein. Mysore war bis zur Unabhängigkeit der Sitz des Maharadschas. Mitten in der Stadt befindet sich mit dem Palast des Maharadschas ein touristischer Anziehungspunkt in Mysore. Das märchenhaft anmutende Gebäudeensemble wurde im indo-sarazenischen Stil errichtet und ist mit einer hohen Mauer umgeben. Einen Einblick in das Leben früherer Herrscher erhalten Sie in den Ausstellungsräumen des Jaganmohan-Palastes. In der Galerie hängen die Porträts ehemaliger Fürsten und es werden Einrichtungsgegenstände, Musikinstrumente und Malereien aus früheren Jahrhunderten ausgestellt.

Rund drei Kilometer vor den Toren von Mysore liegt mit dem Chamundi Hill ein kleiner Berg, auf dessen Spitze sich der Chamundeshwari-Tempel erhebt. Bereits im 12. Jahrhundert war der Ort eine Pilgerstätte, die Gläubige aus allen Teilen des Landes anzog. Rund 1.000 Stufen müssen sie überwinden, um den Tempel zu erklimmen. Eine eindrucksvolle Monumentalskulptur erwartet Sie auf halber Höhe. Die fünf Meter hohe Statue des Stieres Nandi wurde aus einem Felsblock herausgeschlagen. Zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten finden Sie in der 16 Kilometer von Mysore entfernt liegenden Stadt Shrirangapattana. Sie war von 1610 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die Hauptstadt des Königreiches Mysore. Einen erfrischenden Ausflug in die Natur unternehmen Sie mit einem Besuch der Brindavan-Gärten am Fluss Kaveri. Sie wurden in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts für den Maharadscha angelegt. Nicht nur Ornithologen werden von der Artenvielfalt im Vogelschutzgebiet Ranganathittu begeistert sein. Das Schutzgebiet erstreckt sich über sechs kleine Inseln an der Kaveri und ist unter anderem die Heimat von Sumpfkrokodilen.

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