Udaipur - farbenprächtig und ursprünglich

Die rund eine halbe Million Einwohner zählende Stadt Udaipur ist mit ihren Inselpalästen, den Seen in Innenstadtnähe und prächtigen Gärten und Tempelanlagen ein touristisches Zentrum im Nordwesten Indiens.

Udaipur
Udaipur - farbenprächtig und ursprünglich

Seit 1568 war Udaipur die Hauptstadt des Reiches Mewar und bis zur Schaffung der Indischen Union im Jahr 1948 das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum dieser relativ unabhängigen Region. Das Klima ist von einer ausgeprägten Regenzeit zwischen Juli und September und einer Trockenperiode in der restlichen Zeit des Jahres geprägt. Im April und Mai erreichen die Tagestemperaturen nicht selten Werte von um die 40 Grad. Von November bis März sind die Temperaturen erträglicher. Udaipur liegt im indischen Bundesstaat Rajasthan. Die Region im Nordwesten des Landes gehört zu den farbenprächtigsten und ursprünglichsten Landstrichen Indiens. Über 1.000 Jahre lang herrschten von hier mit den Maharadschas die indischen Fürsten über weite Teile Indiens.

Udaipur empfängt Sie mit zahlreichen architektonischen und landschaftlichen Schönheiten. Das Stadtbild wird von dem gewaltigen Stadtpalast beherrscht, der bis zum Jahr 1956 dem Maharana von Mewar als Regierungssitz diente. Heute ist neben einem Museum ein Hotel in dem Gebäudekomplex untergebracht. Die ehemaligen Palastanlagen erheben sich auf einem Hügel im südlichen Bereich des Pichhola-Sees. Das City Palace Museum können sie besuchen. Sie erhalten anhand der zahlreichen Exponate einen umfassenden Einblick in die Lebensweise der früheren Palastbewohner. Die Anlage besteht aus vielen einzelnen Gebäudeteilen und Innenhöfen. Von den oberen Etagen genießen sie einen herrlichen Blick auf den Pichhola-See, die Innenstadt Udaipurs und die nahen Aravalli-Berge. Die farbenprächtigen Räume sind mit Miniaturmalereien, Kacheln und Mosaiken verziert. Die Wohnräume werden von Säulen getragen und sind kunstvoll mit Szenen aus dem Leben Krishnas geschmückt. Unmittelbar nördlich des Stadtpalastes befindet sich der Jagdish-Tempel aus dem Jahr 1651. Elefantenstatuen flankieren die Treppen zum Eingang des Tempels. Durch die weiträumige Pfeilerhalle gelangen sie zum zentralen Heiligtum der Anlage. Der Gott Vishnu wird im Inneren als der "Herr der Welt" dargestellt.

Zu den Highlights von Udaipur zählt der bis an die Innenstadt reichende Pichhola-See. Das Gewässer wurde im 16. Jahrhundert künstlich bis auf eine Länge von acht Kilometern vergrößert. Später wurden Dämme erbaut und Kanäle gegraben, um die Stadt gegen Überschwemmungen in der Monsunzeit zu schützen. Der Pichhola-See liegt idyllisch vor einer Bergkette und an seinen Ufern erheben sich die prachtvollen Bauwerke der Maharanas. Zu den bekanntesten Fotomotiven der indischen Metropole gehören die elfenbeinfarbenen Kuppeln privater Paläste auf den beiden Inseln im See. In einem Gebäude ist das Lake Palace Hotel untergebracht, das bereits häufiger als Kulisse für internationale Filmproduktionen diente. Einst war der Inselpalast die Sommerresidenz des Maharanas Jagat Singh, der bis 1652 das Reich Mewar regierte. Die reizvollen Landschaften des Pichhola-Sees erschließen sich Ihnen auf einer Bootsrundfahrt zu den Inselpalästen. Eine Fährverbindung besteht zwischen Ghat an der südlichen Seite des Palastmuseums und den Inseln.

Einen Eindruck von der einstigen Pracht der Paläste erhalten Sie bei einem Besuch des Jag Mandir auf der südlichen Insel. Die Anlage ist seit ihrer Errichtung im Jahr 1615 nahezu unverändert erhalten. Der Maharana Karan Singh gewährte dem späteren Kaiser Shah Jahan in dem Palast Zuflucht, als dieser von seinem Vater zu Beginn des 17. Jahrhunderts ins Exil geschickt wurde. Der spätere Erbauer des Taj Mahals soll sich aus der Architektur des Palastes Jag Mandir Anregungen für die Gestaltung des weltbekannten Bauwerkes in der Stadt Agra geholt haben. Bei der Besichtigung der Anlage fällt die Kuppel des Hauptgebäudes auf, die mit aufwendigen Steinintarsien verziert ist. Das Gebäude selbst wird von Steinelefanten bewacht. Ein Kleinod der Gartenbaukunst in Udaipur ist Saheliyon Ki Bari. Der sogenannte "Garten der Ehrenjungfern" war einst der Vergnügungspark der Hofdamen. Der Garten mit seinen Lotusteichen, Wasserspielen und Pavillons wurde im 18. Jahrhundert angelegt.

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