Wetter, Klima und Reisezeit in Indonesien

Aufgrund der Ausdehnung und geografischen Zersplitterung herrscht in Indonesien kein einheitliches Großklima. Stattdessen gibt es zwei regional mehr oder weniger ausgeprägte Jahreszeiten, die weniger in der Temperatur als in der Niederschlagsmenge variieren: die feucht-heiße Trockenzeit von April/Mai bis September/Oktober und die nur wenig kühlere Regenzeit von Oktober/November bis März/April.

Beide Jahreszeiten sind geprägt von den zyklisch wiederkehrenden Winter- und Sommermonsunen, die mehr oder weniger Niederschlag – häufig verbunden mit Gewittern – mit sich bringen. Diese Klimastruktur reicht jedoch nicht aus, um die Komplexität des Wettergeschehens zu erklären, denn dieses fällt je nach Region unterschiedlich aus, sodass es beispielsweise bei der Niederschlagsmenge zu erheblichen regionalen Schwankungen kommen kann.

Im Durchschnitt beträgt die jährliche Niederschlagsmenge 2.000 bis 3.000 mm, was auf den hohen Wasserdampfgehalt der Luftmassen zurückzuführen ist. Die sehr hohe Luftfeuchtigkeit (95 Prozent) verursacht die für Indonesien typische tropische Schwüle, die nur selten einmal durch einen kräftigen Regenschauer kurz unterbrochen wird. Abweichungen können also je nach Topografie und Breitengrad auftreten, wobei es im Bergland generell immer etwas kühler ist.

Auf Java herrscht von November bis März Regenzeit, wobei der Regen überwiegend am Nachmittag fällt. Während der Trockenzeit kann es im Westen und Südwesten der Insel vereinzelt zu Niederschlägen kommen, wohingegen der Osten überwiegend trocken bleibt.

Auf Sumatra und Sulawesi herrscht zwischen Ende Oktober und Mitte April Hauptregenzeit. Dort kann es dann auch schwierig werden zu reisen. Grundsätzlich gilt: Je näher eine Insel an Australien liegt, desto länger dauert die Trockensaison.

Auf Bali dauert die Trockenzeit von April bis September. In der niederschlagsreichen Saison von Oktober bis März wechseln sich kurze, erfrischende Schauer immer wieder mit knallblauem Himmel und reichlich Sonnenschein ab, daher können Sie auch in dieser Zeit gut durch Bali reisen. Der Unterschied zwischen der Trocken- und Regenzeit ist auf den Sunda-Inseln östlich von Bali etwas größer als auf den übrigen indonesischen Eilanden. Die trockensten Monate sind Juli, August und September, während im Dezember, Januar und Februar der meiste Regen fällt. Die Dauer der Trocken- beziehungsweise Regenzeit ist jedoch auf den einzelnen Inseln sehr unterschiedlich.

Dank des sehr regenreichen, äquatorial-feuchten Klimas gedeihen Regenwälder in Indonesien besonders gut. In den letzten zwei Jahrhunderten sind ihre Bestände allerdings drastisch geschrumpft, da Tropenholz noch immer ein begehrter Rohstoff ist. Die Abholzung nimmt unzähligen Tier- und Pflanzenarten und auch den einheimischen Primitivkulturen ihren Lebensraum. Zwar gibt es weltweite Umweltinitiativen, die sich für die Erhaltung des Regenwaldes einsetzen, doch die Umsetzung vor Ort gestaltet sich aufgrund von Korruption und mangelnden Kontrollen als problematisch. Dass das Land sich sehr gut für landwirtschaftliche Nutzung eignet, ist auf die vulkanische Prägung der Inseln zurückzuführen, die für überaus fruchtbare Böden sorgt.

Es wurde bereits auf die Jahreszeiten hingewiesen, die die indonesischen Inseln mit regionalen Variationen beherrschen und auch Einfluss auf die beste Reisezeit nehmen. Während der Regenzeit ist es feucht und sehr schwül, daher sollten Sie in den niederschlagärmeren Monaten zwischen Mai und September nach Indonesien reisen. Die durchschnittlichen Temperaturen erreichen dann Werte von 26 bis circa 33 Grad Celsius bei verhältnismäßig trockenem Klima.

Beachten Sie auch, dass das Reisen auf den einzelnen Inseln während der Regenzeit stellenweise beschwerlich oder sogar gefährlich werden kann. Durch die Niederschläge treten oft Flüsse über die Ufer und sorgen für großflächige Überflutungen. Auch Erdrutsche können Straßen unpassierbar machen und sogar ganze Dörfer unter sich begraben.

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