Bandung - das Paris von Java

Bandung ist die viertgrößte Metropole Indonesiens und wird aufgrund der europäischen Architektur im Stadtgebiet als "Paris von Java" bezeichnet.

Bandung Teeplantage
Bandung - das "Paris von Java"

Die knapp 3 Millionen Einwohner zählende Großstadt Bandung ist die Hauptstadt der indonesischen Provinz Westjava. Die Bezeichnung "Paris von Java" stammt aus der Kolonialzeit, als sich im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert wohlhabende Europäer in der Stadt niederließen. Sie prägten nachhaltig das Stadtbild mit prachtvollen Bauten, die im Kolonialstil errichtet wurden. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1488, doch der Ort blieb bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eher unbedeutend. Der Aufschwung setzte erst mit dem militärischen Ausbau der Insel Java durch die damalige Kolonialmacht Holland ein. Sie bauten mit dem sogenannten Groote Postweg eine Straße durch das Preanger-Gebirge, um die eroberten Ländereien besser gegen die Engländer verteidigen zu können.

Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Region um Bandung mit dem Tee- und Kaffeeanbau begonnen. Eine Eisenbahnlinie zwischen Bandung und Jakarta wurde im Jahr 1880 eröffnet. Diese Maßnahme kurbelte den Tourismus an und trieb die Industrialisierung voran. Zur Jahrhundertwende siedelten sich chinesische Einwanderer in Bandung an und es entstanden mit kleinen Hotels und Restaurants erste touristische Infrastrukturen. Nach der Verlegung des militärischen Hauptquartieres der niederländisch-indischen Kolonie nach Bandung im Jahr 1920 erlebte die Stadt einen Aufschwung. Damals entstanden zahlreiche architektonisch reizvolle Art-Deco-Gebäude von denen die Villa Isola im Norden der Stadt und das Savoy Homann Hotel zu den bekanntesten gehören. Der rasante Aufschwung ging mit einer Bevölkerungsexplosion einher. Innerhalb von 20 Jahren stieg die Bevölkerungszahl zwischen 1941 und 1961 von rund 250.000 auf über eine Million Einwohner. Das Wachstum brachte erhebliche Verkehrsprobleme mit sich, da viele Verbindungsstraßen dem gestiegenen Aufkommen nicht mehr gewachsen waren. An diesem Zustand hat sich bis heute kaum etwas geändert.

Bandung kann mit einer Vielzahl kultureller Einrichtungen und zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten. In der Stadt ist das Geologische Museum beheimatet, in dem auf der Hochebene gefundene Artefakte des prähistorischen Java-Menschen aufbewahrt werden. Darüber hinaus befindet sich in Bandung das einzige Observatorium Indonesiens und die Stadt ist die Heimat des sogenannten Angklung. Damit wird ein traditionelles indonesisches Musikinstrument bezeichnet, das aus Bambus gefertigt wird. Im Saung Angklung Udjo erfahren Sie alles über die Herstellung, die Geschichte und die Benutzung des Instrumentes und gleichzeitig können Sie versuchen, dem Angklung selbst ein paar Töne zu entlocken. Mitten in Bandung verläuft mit der Jalan Braga die ehemalige Flaniermeile aus der Kolonialzeit. Die eindrucksvolle Architektur bestaunen Sie auf einem Bummel über den Prachtboulevard. Kleine Restaurants und Kneipen laden hier zu einer Pause ein. Nördlich der Flaniermeile schließen sich die Villenviertel mit ihrer zauberhafter Architektur aus der Kolonialzeit an.

Die Umgebung der Stadt ist von zahlreichen landschaftlichen Highlights geprägt. Bandung liegt auf einem Hochplateau etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel. Die Region ist vulkanischen Ursprungs und die Vulkane Tangkuban Perahu und Kawah Putih bilden beliebte Ausflugsziele außerhalb des Stadtgebietes. Die Wanderungen bis zum Kraterrand führen durch farbenprächtige Gebiete, die durch Ablagerung verschiedener Mineralien und Schwefel in den unterschiedlichsten Farben leuchten. Dampfwolken und kleine Wasserläufe erzeugen eine geheimnisvolle Stimmung in der Vulkanregion. Die Aussicht vom Kraterrand bis nach Bandung ist überwältigend und in der Krateröffnung ist der tiefe Schlund der Feuer speienden Berge erkennbar. Der Teeanbau hatte für Bandung große Bedeutung und die Teeplantagen in der Umgebung lernen Sie im Rahmen einer Besichtigungstour kennen. Eindrucksvolle Naturschauspiele erwarten Sie bei einem Besuch der Wasserfälle von Maribaya und der heißen Quellen von Ciater. Sie sprudeln in einer Höhe von rund 1.000 Metern aus dem Erdboden und sind für den Badebetrieb erschlossen. Während die Lufttemperatur deutlich kühler ist, als im Tal, genießen Sie in den heißen Quellen ein Bad bei einer Wassertemperatur von konstanten 32 Grad.

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