Nationalmuseum in Jakarta - Schätze und Kunst pur

Das indonesische Nationalmuseum in Jakarta ist eine Einrichtung, die sich mit ihren Ausstellungen der Geschichte und Kultur Indonesiens widmet und archäologische Schätze und Kunstwerke aus dem gesamten asiatischen Raum beherbergt.

Nationalmuseum Jakarta
Nationalmuseum Jakarta - das bedeutendste Museum des Landes

Die Gründung des indonesischen Nationalmuseums geht auf niederländische Wissenschaftler zurück, die sich zum Ende des 18. Jahrhunderts mit der Geschichte, Kunst und Zusammensetzung der ethnologischen Gruppen in Indonesien befassten. Damals war das südostasiatische Land eine niederländische Kolonie. Anfangs wurden in der privaten Einrichtung Artefakte und Kunstgegenstände zusammengetragen, die für die Kultur Indonesiens von großer Bedeutung waren. Im Jahr 1864 wurde die Sammlung mit der Eröffnung des Museums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wahrzeichen des Nationalmuseums ist die bronzene Elefantenstatue vor dem Haupteingang. Dabei handelt es sich um ein Geschenk des Königs von Siam aus dem Jahr 1871. Das indonesische Nationalmuseum in Jakarta ist das bedeutendste Museum des Landes. Es befindet sich auf dem alten Rathausplatz im Zentrum der indonesischen Hauptstadt und ist von einer Reihe weiterer Museen umgeben.

Die Ausstellungen im Nationalmuseum umfassen verschiedene Themenbereiche und setzen sich aus mehr als 140.000 Objekten zusammen. Sie widmen sich den Themen prähistorische Archäologie, Keramik, Numismatik, Geschichte, Geografie und Ethnografie. Der Bereich der prähistorischen Archäologie befasst sich mit der Vorgeschichte des Menschen, die mehr als 1,5 Millionen Jahre zurückliegt. In der Ausstellung werden Menschen- und Tierknochen, primitive Werkzeuge und Fossilien präsentiert. Die Sammlung ist in die Epochen der Steinzeit und der anschließenden Bronze- und Eisenzeit unterteilt. Menschliche Schädel aus der Altsteinzeit, Beile aus der Eisenzeit sowie Glas- und Bronzeperlen gehören zu den Exponaten. Die archäologische Sammlung des Nationalmuseums umfasst Artefakte, die aus nachchristlicher Zeit stammen. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. war die indonesische Kultur von indischen Einflüssen geprägt. Später setzten sich hinduistische und buddhistische Glaubensrichtungen durch. Im Nationalmuseum werden uralte Buddha-Statuen, Skulpturen verschiedener Hindu-Götter und Tiere gezeigt. Darüber hinaus werden Schmuckstücke aus Gold, Silber und Bronze sowie Gegenstände des täglichen Bedarfs ausgestellt. Verschiedene Inschriften aus der Frühzeit komplettieren die Sammlungen.

Indonesien ist die Heimat zahlreicher ethnologisch unabhängiger Völkergruppen und Stämme. Ein Teil des Nationalmuseums beschäftigt sich mit den mehr als 300 ethnologischen Gruppen des südostasiatischen Landes, die sich durch verschiedene Traditionen, Sprachen und Kultur unterscheiden. Der multikulturelle Charakter der indonesischen Gesellschaft wird in diesem Bereich des Nationalmuseums anschaulich dargestellt. Besonderheiten regional unterschiedlicher Kleidung und Architektur können Sie bei einem Bummel durch die Ausstellung bewundern. Im Bereich Geschichte werden Objekte und Reliquien aus der Kolonialzeit präsentiert. Zum Ende des 16. Jahrhunderts besetzten die Europäer den Inselstaat und innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich ein schwunghafter Handel mit Gewürzen. Zu den Ausstellungsobjekten gehören Waffen, Keramik, Möbel und schriftliche Aufzeichnungen aus der Kolonialzeit. Mit versteinerten Fossilien, Kartenmaterial aus dem 17. Jahrhundert und verschiedenen Navigationsgeräten aus alter Zeit wartet der Bereich Geografie auf. Auf Übersichten wird die Verteilung der ethnologischen Gruppen dargestellt und anhand von Miniaturbooten wird die Entwicklung des Schiffsbaus nachempfunden.

Ein großer Platz wird im indonesischen Nationalmuseum in Jakarta dem Bereich Numismatik und Keramik eingeräumt. Im Münzkabinett haben Sie die Gelegenheit, Münzen und Papiergeld aus verschiedenen Jahrhunderten zu bestaunen. Es werden nicht allein indonesische Zahlungsmittel ausgestellt. Die Sammlung erstreckt sich auf Münzen aus dem asiatischen, afrikanischen, australischen und europäischen Raum. Darüber hinaus werden zahlreiche Medaillen, Prägestempel und Amulette gezeigt. Kernstück der Keramikausstellung sind Exponate aus China. Die ältesten Porzellangegenstände stammen aus der Zeit der Han-Dynastie, die in China in der Zeit von 206 v. Chr. bis 220 n. Chr. herrschte. Anhand vieler Objekte können die weitreichenden Handelsbeziehungen im asiatischen Raum die bereits in vorchristlicher Zeit bestanden haben, nachgewiesen werden. Die Gewürze Indonesiens waren bereits damals eine begehrte Handelsware. Vielen Besuchern ist das indonesische Nationalmuseum unter der Bezeichnung "Gedung Gajah" ein Begriff, der sich von der bronzenen Elefantenskulptur vor dem Haupteingang ableitet.

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