Tanah Lot Tempel - der Meerestempel

Der Tanah Lot Tempel im Südwesten der Insel Bali erhebt sich unmittelbar vor der Küste auf einem Felsen und gehört zu den schönsten hinduistischen Tempelanlagen der indonesischen Insel.

Tanah Lot
Tanah Lot - der Meerestempel

Die auch als "Meerestempel" bezeichnete hinduistische Tempelanlage Tanah Lot gehört zu den meistbesuchten Attraktionen der indonesischen Insel Bali. Von den touristischen Zentren Seminyak, Kuta und Legian ist die religiöse Stätte gut zu erreichen und die balinesische Hauptstadt Denpasar liegt weniger als 25 Kilometer von der Tempelanlage entfernt. Die Gründung des Tanah Lot Tempels geht der Überlieferung nach auf den hinduistischen Priester Danghyang Nirartha zurück, der im ausgehenden 15. Jahrhundert vor dem sich ausbreitenden Islam nach Bali flüchtete. Die kleine Felseninsel in Strandnähe diente dem Priester als Meditationsort, was später zur Errichtung des Tempels führte. Der Tanah Lot Tempel wird seiner Bezeichnung als "Meerestempel" in vollem Umfang gerecht. Zu Fuß erreichen Sie die Anlage nur bei Ebbe. Bei Flut ragt die Tempelanlage von Tanah Lot als felsige Insel aus dem Wasser. Wenn sich das Wasser zurückgezogen hat, gelangen Sie über einen etwa 50 Meter langen Weg zur Felseninsel. Dabei laufen sie über feinen schwarzen Sand und runde Steine.

Haben Sie den Weg über den Meeresboden zurückgelegt, erreichen Sie eine kleine Felsentreppe, die Sie bis zu einem verschlossenen Gatter führt. Das Betreten des Innenhofes ist ausschließlich den Gläubigen gestattet. Dort erheben sich fünf mehrstöckige Schreine, die als Symbol für den Götterberg Meru errichtet wurde. Dieser heilige Berg bildet im hinduistischen Glauben den Mittelpunkt des Universums. Er gilt als Wohnsitz der Götter und wird von der Sonne, den Sternen und den Planeten umkreist. Eine Besonderheit stellt eine kleine Süßwasserquelle am Fuß des Tempelfelsens dar, die in einer Höhle entspringt. Die Quelle ist ein Heiligtum und wird von hinduistischen Priestern bewacht. Gegen eine kleine Spende ist es Ihnen erlaubt, das heilige Wasser zu trinken und sich damit das Gesicht zu benetzen.

Gegenüber der Tempelanlage befindet sich in den Klippen auf dem Festland die sogenannte Ular Suci Höhle. In der Grotte leben hochgiftige Schlangen, die als heilig verehrt und von Priestern bewacht werden. Gegen einen geringen Obolus können Sie die Höhle betreten und die Schlangen in Augenschein nehmen. Obwohl die heiligen Schlangen sehr giftig sind, soll noch kein Besucher von den Tieren gebissen worden sein. Der Tanah Lot Tempel gehört zu den bekanntesten Fotomotiven der indonesischen Insel Bali. Insbesondere in den Abendstunden drängen sich Scharen von Besuchern auf der Aussichtsplattform des Festlandes, um die spektakuläre Kulisse der Tempelanlage vor dem glutroten Sonnenuntergang abzulichten. Aus weiten Teilen der Ferieninsel werden zu diesem Anlass Touristen mit Bussen nach Tanah Lot transportiert. Die Kommerzialisierung der Tempelanlage hat zur Folge, dass unzählige Souvenirverkäufer die Festlandsseite bevölkern und ihre Produkte anpreisen. Dessen ungeachtet geht vom Tanah Lot Tempel bis heute eine nahezu unwiderstehliche spirituelle Kraft aus.

In der Hierarchie der hinduistischen Tempelanlagen auf Bali nimmt Tanah Lot eine eher untergeordnete Position ein. Die Anlage ist Bestandteil einer ganzen Reihe von sogenannten Meerestempeln, die sich an der Süd- und Südwestküste Balis entlangziehen. Die heiligen Tempelanlagen stehen in einer engen Beziehung zu den gewaltigen Gebirgstempeln im Landesinneren. Die Meerestempel wurden zur Verehrung der Gottheiten des Wassers und des Meeres errichtet, während in den Gebirgstempelanlagen die spirituelle Nähe zu den Gottheiten der Berge gesucht wird. Unabhängig von der Religionszugehörigkeit werden die hinduistischen Tempelanlagen auf Bali von allen Einwohnern als Heiligtümer akzeptiert. Die Anreise zum Tanah Lot Tempel ist von der Touristenregion Kuta am unkompliziertesten. Entweder besuchen Sie die Anlage nach einer Strandwanderung oder Sie benutzen mit dem Fahrrad die Straße. In der Ortschaft Kediri zweigt eine Seitenstraße zur Küste ab und nach wenigen Hundert Metern sehen Sie die Tempelanlage aus dem Meer aufragen.

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