Israel und seine Geschichte – ein kurzer Überblick

Historisch belegt ist, dass Juden bereits seit mehr als 3.000 Jahren im Gebiet des heutigen Israel leben. Der Name der Stadt Jerusalem taucht etwa zu dieser Zeit erstmalig auf ägyptischen Tontafeln auf.

Vom 12. Jahrhundert v. Chr. bis 587 v. Chr. waren die Israeliten politisch unabhängig, lebten aber die meiste Zeit unter der Herrschaft fremder Mächte.
Die moderne Geschichte Israels beginnt mit dem Zionismus, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts als ideologisches Konzept und politisches Programm zur Neubestimmung jüdischer Identität und als Antwort auf den modernen Antisemitismus in Europa entstand. Mit der Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina sollte das jüdische Volk den anderen Völkern der Welt gleichgestellt werden. Da europäische Juden in ihren Heimatländern nicht selten Verfolgungen ausgesetzt und diskriminiert waren, fanden sie besonders in der Zeit des Nationalsozialismus Mitte des 20. Jahrhunderts Zuflucht in Israel.

Dieses Konzept und Lösungsmodell geht auf den Wiener Journalisten und Schriftsteller Theodor Herzl zurück, welcher als Angehöriger des jüdischen Volkes die Diskriminierung am eigenen Leib erfahren hatte. Wo dieser Judenstaat entstehen sollte, ließ der gebürtige Ungar zunächst offen, wobei er Palästina, dem "Land der Väter", aufgrund seiner religiösen und emotionalen Bindung den Vorzug gab.

Trotz Römern, Kreuzfahrern und Osmanen – Juden hatten über viele Jahrhunderte in Palästina gesiedelt. In den Jahren vor der ersten Einwanderungswelle, die durch Pogrome in Russland ausgelöst wurde, lebten zwischen 10.000 und 20.000 Juden in Jerusalem, Tiberias, Safed und Hebron. Es handelte sich fast ausschließlich um orthodoxe Juden, die ihr Leben dem Studium der heiligen Schriften widmeten und in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht weniger in Erscheinung traten. Bis 1914 vergrößerte sich die jüdische Bevölkerung bis auf knapp 100.000 Personen. Der Großteil der osteuropäischen Juden wanderte aber nicht nach Palästina, sondern in die USA aus.

Trotz politischer Auseinandersetzungen mit osmanischen Behörden, die die jüdischen Siedlungsaktivitäten nachdrücklich behinderten, gründete die ansässige Bevölkerung 1909 die Stadt Tel Aviv und schuf so erste Umrisse eines politischen Organisationsapparates, der bis in die Gegenwart Bestand hat.
Die kommenden Jahrzehnte ließen Palästina zum ständigen Kriegsschauplatz werden, auf dem vor allem die Araber gegen die britische Herrschaft und weitere jüdische Einwanderungen vorgingen. 1937 legte die britische Mandats-Kommission einen ersten Teilungsplan vor, demzufolge Galiläa und ein Teil der Küste israelisch und der größere Rest arabisch werden sollte.

Während die neu eingewanderten Juden dieser Regelung zustimmten, reagierten die Araber ablehnend, weshalb der Plan letztendlich scheiterte. Dieser Konflikt führte 1939 dazu, dass das Britische Weißbuch die Einwanderungsrechte gesetzlich beschränkte und den ansässigen Juden Landkäufe untersagte. Zu diesem Zeitpunkt begannen illegale Einwanderungen in das Gebiet. Am 29. November 1947 beschlossen die Vereinten Nationen endgültig die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Ein halbes Jahr später, am 14. Mai 1948, am Tag der Beendigung des britischen Mandats, verkündete der Politiker David Ben Gurion im Museum von Tel Aviv die Gründung des Staates Israel.

Erstmalig seit mehr als 2.000 Jahren besaßen Juden wieder einen eigenen Staat, dessen militärische Bewährungsprobe noch im gleichen Jahr durch den Unabhängigkeitskrieg begann, als Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon und der Irak einen Angriff auf das junge Israel starteten. Auch wenn Israel diesen Krieg im folgenden Jahr für sich entscheiden konnte, war noch kein umfassender Frieden, sondern lediglich ein Waffenstillstand erreicht.

Wiederum war es Ägypten, das mit seiner Blockade der Wasserstraße von Tiran am Roten Meer Israels Asien- und Afrikahandel behinderte. Während dieser sogenannten Sueskrise vom 29. Oktober bis zum 6. November 1956 erkämpfte sich Israel sein Recht zur Nutzung dieses internationalen Wasserweges zurück, wobei UN-Friedenstruppen als Vermittler fungierten.

Die Spannungen zwischen Israel und der arabischen Welt dauerten weiter an. Nach dem Sieg Israels nach dem Sechstagekrieg 1967 lehnte Ägypten jegliche Friedensverhandlungen, Kompromisse und die Anerkennung des Staates kategorisch ab.

Bis heute ist Israel von schweren Unruhen zwischen Israelis und Palästinensern gezeichnet, auch wenn kurzfristige Friedensverhandlungen zur Einführung einer palästinensischen Selbstverwaltung für die Gebiete des Gazastreifens und des Westjordanlandes führten. Die Beziehung Israels zu seinen Nachbarstaaten ist auch nach den sechs Kriegen noch immer angespannt. So besteht der Israelisch-Palästinensische Konflikt weiterhin fort.

Dennoch ist der Staat Israel eine parlamentarische Demokratie nach westlichem Vorbild geworden und verfügt über eine technologisch hoch entwickelte Marktwirtschaft. Im Tourismus verzeichnet das Land seit 2011 steigende Besucherzahlen.

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