Bethlehem - Geburtsort von Jesus Christus

Die knapp 30.000 Einwohner zählende Stadt Bethlehem gilt als der Geburtsort von Jesus Christus. Sie liegt im Westjordanland und steht unter der Verwaltung der palästinensischen Autonomiebehörde.

Bethlehem
Bethlehem - Geburtsort von Jesus Christus

Unweit der israelischen Hauptstadt Jerusalem liegt Bethlehem in einer grünen Hügellandschaft. Weinberge und Olivenhaine ziehen sich rings um das Stadtgebiet an den Hängen entlang. Bethlehem liegt im Westjordanland und gehört zum Verwaltungsgebiet der palästinensischen Autonomiebehörde. Im Norden der Stadt befindet sich das Grenzgebiet zu Israel. Eine hohe Mauer trennt das Stadtgebiet Bethlehems von der israelischen Hauptstadt. Bevor Sie in die historisch bedeutsame Geburtsstadt von Jesus Christus gelangen, müssen Sie den israelischen Grenzkontrollpunkt passieren. Allerdings dienen die Grenzbefestigungen nicht zur Einschränkung des touristischen Reiseverkehrs, sondern zur Kontrolle palästinensischer Bürger, die das israelische Staatsgebiet betreten. Von Jerusalem nach Bethlehem bestehen Busverbindungen. An der Grenze wird das Transportmittel gewechselt und Sie setzen Ihren Ausflug mit einem palästinensischen Reisebus fort. Alternativ können Sie Bethlehem zu Fuß erkunden oder die preiswerten Dienste eines einheimischen Taxifahrers in Anspruch nehmen.

Für die Christen besitzt Bethlehem eine besondere Bedeutung. Der Ort wird bereits in der Bibel erwähnt. In der Überlieferung wird geschildert, dass die Frau Jakobs nach ihrem Tod an der Straße nach Bethlehem begraben wurde. Darüber hinaus berichten die alten Quellen von Bethlehem als Geburtsort des späteren Königs David. Im Neuen Testament wird erzählt, dass der Messias Jesus Christus aus diesem Königshaus stammen müsse. Aus diesem Grund wurde Jesus hin und wieder mit der Bezeichnung "Sohn Davids" angesprochen. Im Matthäus- und Lukas-Evangelium wird Bethlehem als der Geburtsort Jesu bezeichnet. Er soll in einer Grotte zur Welt gekommen sein, die seit dem 2. Jahrhundert als heilig verehrt wird und alljährlich Millionen Pilger nach Bethlehem zieht. Insbesondere zur Weihnachtszeit wird der Ort im Westjordanland von unzähligen Gläubigen aufgesucht. Ob die Höhle in Bethlehem tatsächlich der Geburtsort Jesu war, ist bis heute umstritten. Unter Wissenschaftlern herrscht überwiegend Skepsis. Über der Höhle, in der der Messias das Licht der Welt erblickt haben soll, erhebt sich heute die Geburtskirche.

Die Geburtskirche Jesu wurde bereits im Jahr 333 auf Geheiß des damaligen römischen Kaisers Konstantin errichtet. Das sakrale Bauwerk gehört damit zu den ältesten erhaltenen Gebäuden aus der frühen Zeit des Christentums. Das Bauwerk betreten Sie über die sogenannte Demutspforte. Dieser Zugang ist lediglich 1,20 Meter hoch und kann nur in gebückter Haltung passiert werden. Der Altarraum der dreischiffigen Geburtskirche ist in die drei Konfessionen armenisch, griechisch-orthodox und römisch-katholisch aufgeteilt. Zur Geburtsgrotte gelangen Sie über zwei schmale Treppen. Unter dem Geburtsaltar können Sie die Geburtsstelle Jesu besichtigen. Sie wird markiert mit dem 14-zackigen Silberstern. Rechts von diesem Ort soll sich der Überlieferung zufolge die Krippe befunden haben. Die Geburtskirche gehört seit 2012 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Unmittelbar neben der Geburtskirche befindet sich die römisch-katholische Katharinenkirche. Sie wurde im Jahr 1881 von Franziskanermönchen erbaut und war Teil eines Klosters. Sie ist mit der Geburtskirche über eine Verbindungstür verbunden, die allerdings nur zu bedeutenden christlichen Feiertagen und außergewöhnlichen Anlässen geöffnet wird. Im nördlichen Teil des Höhlensystems befinden sich seit dem 15. Jahrhundert die Gräber des Heiligen Hieronymus, der Heiligen Paula und der Heiligen Eustochium. Die sterblichen Überreste der Heiligen wurden damals von Rom in das Heilige Land überführt. Neben diesen sakralen Bauwerken ist die historische Altstadt von Bethlehem einen Besuch wert. Kleine verschlungene Gassen ziehen sich zwischen den alten Steinhäusern entlang. Sehenswert sind der Manger-Platz und die Omar-Moschee. Im Folklore-Museum haben Sie Gelegenheit, die Traditionen der Bevölkerung kennenzulernen. Darüber hinaus befinden sich mehrere Klöster im Stadtgebiet. Nördlich von Bethlehem befindet sich mit dem Grab von Jakobs Frau Rahel eine weitere Pilgerstätte, die von Anhängern des christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens besucht wird. Das Grab wird von einem Kuppeldach überspannt.

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