Grabeskirche – christliches Heiligtum in Jerusalem

Die Grabeskirche in Jerusalem gehört zu den bedeutendsten Heiligtümern des Christentums. Sie befindet sich am Ort der Kreuzigung und beherbergt das Grab von Jesus Christus.

Israel Grabeskirche
Die Grabeskirche - christliches Heiligtum in Jerusalem

Die Grabeskirche in Jerusalem ist der Sitz des griechisch-orthodoxen Bischofs und des katholischen Erzpriesters. Orthodoxe Christen bezeichnen das sakrale Gebäude als Auferstehungskirche. Bei der Grabeskirche handelt es sich um eines der bedeutendsten Heiligtümer des Christentums. Der Überlieferung zufolge soll sich in ihr das Grabmal von Jesus befinden. Sie wurde an der Stelle errichtet, an der die Kreuzigung des Messias stattgefunden haben soll. Archäologische Hinweise deuten tatsächlich darauf hin, dass zur Zeitenwende auf dem heutigen Gebiet der Kirche Begräbnisse durchgeführt wurden. Zur damaligen Zeit lag das Gebiet außerhalb der Stadtmauern von Jerusalem. Als das Christentum unter dem römischen Kaiser Konstantin zur Hauptreligion erklärt wurde, war die Stadt bereits gewachsen, sodass sich das Areal bereits innerhalb der Stadtmauern befand.

Kaiser Konstantin erteilte im Jahr 326 n. Chr. den Auftrag für den Bau einer Basilika. Neun Jahre später wurde sie eingeweiht. Die Anlage bezog den naheliegenden Golgatha-Hügel mir ein. Im Jahr 614 fielen die Sassaniden in Jerusalem ein und eroberten die Stadt. Die Kirche wurde bei den Auseinandersetzungen schwer beschädigt und später wieder aufgebaut. Unter islamistischer Herrschaft blieb das Bauwerk eine christliche Kirche. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurde die Kirche auf Geheiß des Kalifen Al-Hakim zerstört. Den Verwüstungen fielen große Teile des heiligen Grabes zum Opfer. Nachdem Jerusalem im Jahr 1099 von den Kreuzrittern erobert wurde, erhielt sie mit einem Erweiterungsbau das heutige Aussehen. Das Grab Christi blieb von den Bautätigkeiten unberührt. Ab dem Beginn der Neuzeit wechselten sich orthodoxe und katholische Christen mit der Kontrolle über die Grabeskirche ab. Im 19. Jahrhundert kamen mit der Syrisch-Orthodoxen-Kirche, der Armenisch Apostolischen Kirche, den Kopten und der Äthiopisch-Orthodoxen-Kirche weitere christliche Konfessionen dazu. Jede Gruppe erhielt eigene Aufgaben innerhalb der Grabeskirche.

Immer wieder führten Streitigkeiten unter den Konfessionen zu kleineren Auseinandersetzungen und verhinderten dringend erforderliche Baumaßnahmen. Aus diesem Grund werden die Schlüssel der Kirche seit mehreren Jahrhunderten von zwei moslemischen Familien verwahrt. Die Verwaltung der Schlüssel obliegt der Familie Joudeh, während die Familie Nusseibeh für das Öffnen und Schließen der Türen verantwortlich ist. In der Vergangenheit traten Angehörige beider Familien als Schlichter auf. Äußerst genau sind die Gebetszeiten in der Grabeskirche geregelt. Die Vertreter der einzelnen Konfessionen wachen peinlich genau über die Einhaltung der festgelegten Zeiten. Zu Meinungsverschiedenheiten über die Nutzung der Kirche kommt es regelmäßig zu christlichen Feiertagen. Die Konflikte enden nicht selten mit Handgreiflichkeiten unter den Mönchen. Nach der Schließung der Kirche um 21.00 Uhr verbleiben die Angehörigen der verschiedenen Konfessionen im Inneren des sakralen Gebäudes. Dort führen Sie einem strengen Zeitplan folgend sämtliche religiösen Rituale auch während der Nacht aus.

Der historisch bedeutsamste Ort innerhalb der Kirche ist das überlieferte Grabmal Christi, das sich unter der Grabeskapelle befindet. Vor dem Eingang bilden sich häufig lange Besucherschlangen. In der Grabeskirche befindet sich mit dem Salbungsstein ein weiteres religiöses Relikt. Er befindet sich am Kircheneingang und soll als Unterlage für den Leichnam Jesu vor dem Bestattungsritual gedient haben. Der Golgathafelsen liegt auf der rechten Seite neben dem Eingang. An diesem Ort soll Jesus gekreuzigt worden sein. Eine griechisch-orthodoxe Adamskapelle befindet sich am Fuß des Hügels. Das Mittelschiff mit dem Altar wird als Katholikon bezeichnet und befindet sich unter der Kontrolle der griechisch-orthodoxen Kirche. Die armenisch-orthodoxe Helenakapelle und die katholische Kreuzauffindungskapelle befinden sich auf tieferem Niveau innerhalb der Grabeskirche. Die Kapelle erhielt ihren Namen nach der Auffindung des Kreuzes von Jesus Christus. Für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist die St. Vartankapelle. Sie wurde erst in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckt und enthält die vermutlich ältesten Reste der ehemaligen Stützmauer.

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