Jerusalem - Wirkstätte verschiedener Religionen

Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Religionen. In der Stadt befinden sich religiöse Stätten, die zu den heiligsten Orten des Christentums, des Judentums und des Islams gehören.

Jerusalem
Jerusalem - Wirkstätte verschiedener Religionen

Jerusalem ist mit rund 900.000 Einwohnern die größte Stadt Israels und nimmt seit der Antike einen bedeutenden Platz im Wirken verschiedener Religionen ein. Im Stadtgebiet befinden sich archäologische Fundstätten, die auf eine kontinuierliche Besiedlung seit 5000 v. Chr. hinweisen. Die Altstadt von Jerusalem ist von einer dicken Mauer umgeben und liegt im Herzen der Metropole. Die historische Innenstadt teilt sich in vier Viertel auf, die von den Anhängern unterschiedlicher Glaubensrichtungen bewohnt werden. Es gibt das christliche, das jüdische, das armenische und das moslemische Viertel. Christen, Muslime und Juden reklamieren Jerusalem als Heilige Stadt, was dem überlieferten Wirken von Propheten und Heiligen zugeschrieben wird. Innerhalb der Stadtmauern befinden sich die Heiligtümer der drei vertretenen Weltreligionen. Die Klagemauer nimmt den westlichen Bereich ein. Sie ist das bedeutendste jüdische Heiligtum. Sie grenzt an das jüdische Stadtviertel mit dem prachtvollen Boulevard und Davids Zitadelle.

Im Mittelpunkt der christlichen Heiligtümer in Jerusalem steht die Grabeskirche Jesu. In ihr soll sich das Grab von Jesus Christus befinden. Darüber hinaus wird in der Kirche der Stein der Einbalsamierung aufbewahrt, auf den der Leichnam Jesu vor seiner Bestattung gebettet wurde. Die Grabeskirche steht am Ende der Via Dolorosa. Auf dieser Straße legte Jesus der Überlieferung zufolge seinen letzten Weg zurück, bevor er in Golgatha gekreuzigt wurde. Pilger aus der ganzen Welt folgen alljährlich dem Streckenverlauf des Kreuzweges, der am Löwentor seinen Anfang nimmt und an den 14 Stationen des Kreuzes vorbeiführt. Im christlichen Viertel von Jerusalem befinden sich mehr als 40 religiöse Bauwerke. Ein bedeutendes Heiligtum des Islams ist der Felsendom auf dem Tempelberg im moslemischen Viertel der Stadt. Hier befindet sich auch die bekannte Al-Aqsa-Moschee. Der Tempelberg in Jerusalem steht immer wieder im Zentrum von Konflikten.

Bedeutende Pilgerorte und Wallfahrtsstätten befinden sich außerhalb der Altstadt. Im Südwesten von Jerusalem erhebt sich der Berg Zion, auf dem Jesus das letzte Abendmahl eingenommen haben soll. Neben diesem Raum befindet sich heute die Kirche des Schlafes. Nach alter Überlieferung soll Maria an dieser Stelle ihre letzte Nacht verbracht haben. Auf dem Berg Zion wird darüber hinaus das Grab von König David vermutet. Weitere wichtige Kirchen und biblische Orte befinden sich auf dem Ölberg östlich der Altstadt. Dort können Sie dem Garten Getsemani einen Besuch abstatten, der bereits in vorchristlicher Zeit mit Ölbäumen bepflanzt war. Neben den bedeutenden religiösen Wallfahrtsorten und archäologischen Fundstätten wartet Jerusalem mit einem abwechslungsreichen Stadtbild auf. Einen herrlichen Rundblick über die Metropole genießen Sie von der Promenade der Mauerkrone. Nach Einbruch der Dunkelheit lohnt sich ein Rundgang entlang der alten Stadtmauer, wenn die Lichter funkeln.

Ein turbulentes Treiben erwartet Sie auf dem Markt in Jerusalem. Er wird von armenischen Händlern dominiert, die wunderschön gearbeitete Kunstgegenstände anbieten. Aufwendig verzierte Kleidungsstücke, Keramik mit alten armenischen Motiven, bestickte Decken und Kissen sowie kunstvoll verzierte Glaswaren können Sie dort erwerben. In Jerusalem erwarten Sie zahlreiche Museen mit spannenden Ausstellungen. In der Stadt befinden sich das Israel Museum, das Museum für Naturgeschichte und das Yad Vashem Holocaust Gedächtnismuseum. Flanieren und Shoppen können Sie in der Fußgängerzone Ben Jehuda, in der deutschen Kolonie und in der Schlomzion HaMalka Street. Jerusalems Geschichte ist von Zerstörung und Wiederaufbau geprägt. Die Stadt stand aufgrund der strategisch günstigen Lage im Lauf der Jahrtausende oft im Brennpunkt kämpferischer Auseinandersetzungen. Nach den Römern eroberten im 7. Jahrhundert muslimische Truppen die Stadt, bevor sie im 10. Jahrhundert zum geistlichen Zentrum der Juden wurde. Im Mittelalter eroberten die Kreuzritter Jerusalem. Ihnen folgten im 16. Jahrhundert die Türken, die das Osmanische Reich bis in diese Region ausdehnten. Seit der Gründung Israels im Jahr 1948 gab es in Jerusalem immer wieder Anlass zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

TOP