Arbeiten in Japan

Die Arbeitsaufnahme in Japan ist für Europäer unter bestimmten Voraussetzungen jederzeit möglich. Da der Arbeitsalltag und die Modalitäten von europäischen Verhältnissen abweichen, ist eine gründliche Auseinandersetzung mit diesem Thema vor der Bewerbung geboten.

Japan ist ein hoch entwickeltes Industrieland und die Produkte aus dem asiatischen Land nehmen in zahlreichen Branchen Spitzenpositionen auf dem Weltmarkt ein. Ein Schwerpunkt liegt auf der Hochtechnologie. Aus diesem Grund haben Arbeitnehmer mit einer Ausbildung in einem technischen Beruf die größten Aussichten, in Japan beruflich Fuß zu fassen. In den Wachstumsbranchen werden Elektroingenieure, Medizintechniker, IT-Spezialisten und Biotechnologen gesucht. Für die Aufnahme einer Tätigkeit im Land wird ein Arbeitsvisum benötigt, das im Vorfeld bei den japanischen Behörden beantragt werden muss.

Ein Arbeitsvisum für Japan bezieht sich immer auf eine spezifische Berufsgruppe und die Ausübung einer Tätigkeit ist nur im definierten Berufsumfeld möglich. Wer sich länger als drei Monate im Land aufhält, ist verpflichtet, bei der örtlichen Einwanderungsbehörde eine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Sie wird als Certificate of Alien Registration bezeichnet und berechtigt zum dauerhaften Aufenthalt im Land. Eine Arbeitsgenehmigung wird nur erteilt, wenn Sie eine entsprechende Stelle bei einem Arbeitgeber vorweisen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein ausländisches oder ein japanisches Unternehmen handelt. Der potenzielle Arbeitgeber muss dafür beim Immigration Office einen entsprechenden Antrag einreichen.

Der Arbeitsalltag und die Einstellung der Japaner zum Job weichen zum Teil deutlich von europäischen Gepflogenheiten ab. Arbeit ist in Japan eine Tugend und wird nicht als Pflicht, sondern als Geschenk gesehen. Der Grund für diese Einstellung liegt in der tiefen Religiosität innerhalb des Landes. Offiziell gilt in Japan die 40-Stunden-Woche und Überstunden werden mit einem Aufschlag von 25 Prozent auf den Stundenlohn vergütet. Tatsächlich arbeiten die Japaner freiwillig im Schnitt eine Stunde pro Tag länger, ohne die zusätzliche Vergütung in Anspruch zu nehmen. In dem asiatischen Land herrscht ein ausgeprägtes Gemeinschaftsdenken und es gehört zum Standard, ungefragt Überstunden zu machen. Darüber hinaus lassen viele Japaner Urlaubstage unbezahlt verfallen.

Einige Abweichungen zu europäischen Verhältnissen gibt es auch bei den gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Im Geschäftsleben stellt das Überreichen und Austauschen von Visitenkarten ein wichtiges Element in der Kommunikation dar. Generell gilt: Im Bewerbungsgespräch bietet der Jüngere und in der Hierarchie weiter unten Stehende zuerst seine Visitenkarte an. Die Übergabe erfolgt stets mit beiden Händen. Die soziale Absicherung für Arbeitnehmer ähnelt der deutschen Gesetzgebung. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte sind gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und bei Unfällen abgesichert. Die Kosten übernehmen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte.

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